Tiefgaragenparty verabschiedet Fasching in Friedberg
Friedberg
Krönung mit Verspätung: Gute Stimmung bei der Tiefgaragenparty
Ein größtenteils junges Partyvolk verabschiedet sich beim etablierten Kehraus in Friedberg vom Fasching. So kommt die Feier bei den Besucherinnen und Besuchern an.
Bei der Tiefgaragenparty in Friedberg ließen die Besucherinnen und Besucher den Fasching ausklingen.Foto: Valterio D‘Arcangelo
Die „Tiga“ ist ein Hit: Schon zehn Minuten vor dem eigentlichen Beginn um 16 Uhr bildet sich vor dem Eingang zur Tiefgarage Ost eine Schlange. Doch dann gibt es erstmal eine Verzögerung: „Der Veranstalter hat das Go noch nicht gegeben“, heißt es vom Sicherheitspersonal. Weder das Warten noch der Regen vertreibt das Partyvolk, das um 16.30 Uhr endlich dahin darf, wo sonst Autos abgestellt werden. Schon recht selbständig haben sich die Besucherinnen und Besucher auf die drei Schlangen für unter 16-Jährige, über 16-Jährige und Volljährige verteilt. Der Sicherheitsdienst sortiert die Reihen nun auf die Breite von einer Person, sodass es an der Kasse einfacher wird. Dabei werden auch Taschen und Ausweise kontrolliert, dem Vernehmen nach müssen tatsächlich einige Personen ohne Personalausweis früher als geplant nach Hause.
Tiefgaragenparty in Friedberg: Die besten Bilder vom Faschingsdienstag
Die legendäre Tiefgaragenparty des Jugendclubs krönte auch in diesem Jahr den Fasching in Friedberg. Hier gibt es die besten Partybilder des Abends.
Innen füllt sich die Tiefgarage mit der Zeit. Von „DJ Flowa“ wird eine bunte Mischung aufgelegt: Mallorca-Hits sind ebenso vertreten wie Songs aus den 90ern oder Deutschrap, es sollen alle abgeholt werden. Dennis Hauser aus Ried gefällt es auf der Party: „Am Anfang ist es ein bisschen kalt, ich bin etwas angeschlagen durch den bisherigen Fasching, aber wenn es nachher voll ist, heizt es sich erfahrungsgemäß auf.“ Mit seinem Formel-1-Outfit trägt er eines der luftigeren Kostüme: Viele haben warme Straßenfasching-Verkleidungen gewählt, etwa die klassischen Tier-Overalls. Hauser hat sich extra von Weiberfasching bis Aschermittwoch Urlaub genommen: „Je nach Jahr nach Mering oder Schmiechen und natürlich Friedberg zu gehen, gehört einfach dazu. Man trifft viele Leute wieder, außerdem ist das, finde ich, neben dem Volksfest das größte Fest in der Gegend.“
Gäste sind von der Friedberger Tiefgaragenparty begeistert
Wer Durst hat, versorgt sich an einer der Bars mit Getränken. Witzig sind die runden Pfandmarken, auf denen das eingeprägte P passend zum Ort ein bisschen an ein Parkplatzschild denken lässt. Mit der Zeit singen die Gäste immer lauter zu den Songs mit und tanzen auch: Bei „Der Zug hat keine Bremse“ bildet sich sogar eine lange Polonaise. Vier Mädels aus Kissing, Friedberg und Haunswies beherrschen perfekt den Tanz zum „Fliegerlied“: „Wir waren schon öfter hier, die Party gefällt uns sehr.“ Damit sind sie nicht alleine: Als der DJ einen Stimmungstest ankündigt und „Zickezacke zickezacke“ ins Mikro ruft, schallt es „Hoi hoi hoi“ durch die Garage. Und auch als später der Hit „Nach links, nach rechts“ von der Fußball-EM 2024 erklingt, hüpft fast die ganze Masse mit.
Bei zahlreichen Hits tanzten fast alle Gäste mit.Foto: Valterio D‘Arcangelo
Zum ersten Mal Teil davon ist Simon Hillmayr, Kassier beim Burschenverein Hattenhofen: Gemeinsam mit der Landjugend Althegnenberg hat der Verein mit einem Ritterburg-Wagen zuvor am Faschingszug teilgenommen. Sechs Wochen liefen die Vorbereitungen, Friedberg war der dritte und letzte Umzug. „Wir haben keinen Preis gewonnen, aber darum geht es nicht, sondern um Spaß, Freude und Gemeinschaft.“ Gefällt es ihm auf der Party? „Die Location ist eine zehn von zehn. Nur dass die Schnapsbar erst um 19 Uhr öffnet, ist ein bisschen schade, unser Bus geht schon um 19.30 Uhr zurück, wir haben uns schließlich bereits um 9.30 Uhr getroffen.“
Besucher verabschieden den Fasching etwas wehmütig
In der Tat öffnet ein separater Bereich, in den die Sicherheitskräfte nur Gäste mit Ü18-Band hinein- und nur welche ohne Getränk in der Hand wieder herauslassen, erst um 19 Uhr. Hier steht es sich etwas luftiger, und die zusätzlichen Boxen sorgen auch hier für wummernde Bässe. Nicht nur der Schnapsbar-Bereich wird gut angenommen: Die zusätzlichen Toiletten sorgen wie geplant dafür, die Situation davor zu entspannen, ebenso das Getränkeverbot in dem Bereich. Neben dem privaten Sicherheitsdienst macht der Einsatz von Feuerwehr und BRK die Party überhaupt möglich: Insbesondere die Wasserwacht ist bis zum Ende mit einem großen Aufgebot vertreten.
Einige Gäste hielten beim Kehraus bis kurz vor Mitternacht durch.Foto: Valterio D‘Arcangelo
Die zahlreichen Helferinnen und Helfer vor allem an den Bars bleiben bis zum Ende freundlich zu den Durstigen und gut gelaunt – man merkt ihnen nicht an, dass von der Öffnung bis zum Schankschluss um 23.30 Uhr sieben Stunden vergangen sind. Als Mitternacht näher rückt, fragt der DJ, ob die Gäste schon nach Hause wollen. Das laute „Nein!“ hilft nichts, und sogleich liegen sich die vielen Menschen, die bis zum Kehraus durchgehalten haben, zu „Angels“ von Robbie Williams in den Armen. Als Zugabe gibt es noch eine Strophe „Tage wie diese“, deren letzte Zeile heute wohl vielen aus der Seele spricht: „Wünsch ich mir Unendlichkeit!“
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