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Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten steht der Landkreis Aichach-Friedberg gut da

Aichach-Friedberg

Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten steht der Landkreis gut da

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    IHK-Regionalgeschäftsführer Jens Walter, IHK-Regionalvorsitzende Katrin Krauß-Herkert und Willi Weißgerber, stellvertretender Vorsitzender (von links), bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturzahlen für das Wittelsbacher Land.
    IHK-Regionalgeschäftsführer Jens Walter, IHK-Regionalvorsitzende Katrin Krauß-Herkert und Willi Weißgerber, stellvertretender Vorsitzender (von links), bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturzahlen für das Wittelsbacher Land. Foto: Brigitte Glas

    Die Konjunktur schwächelt, trotzdem steht der Landkreis Aichach-Friedberg besser da als andere Regionen. Das hat die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben ergeben. Katrin Krauß-Herkert, die Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Aichach-Friedberg, ihr Stellvertreter Willi Weißgerber und IHK-Regionalgeschäftsführer Jens Walter stellten am Donnerstag die Umfrageergebnisse vor.

    Mit 112 Punkten liegt der IHK-Konjunkturindex für den Landkreis Aichach-Friedberg zwar deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 100 Punkten, aber noch unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 117 Punkten. Zum Vergleich: In Bayerisch-Schwaben erreicht der IHK-Konjunkturindex einen Wert von 108 Punkten, in der Referenzregion Wirtschaftsraum Augsburg, zu der neben dem Landkreis Aichach-Friedberg auch der Landkreis Augsburg und die Stadt Augsburg zählen, sind es 111 Punkte.

    Landkreis Aichach-Friedberg profitiert vom Mittelstand

    „Unser Standort profitiert weiterhin von seiner breiten, mittelständisch geprägten und damit in Summe krisenerprobten Wirtschaftsstruktur“, stellte IHK-Regionalgeschäftsführer Walter bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse fest. Doch er warnte: „Ohne eine echte Wirtschaftswende wird das stabilste wirtschaftliche Fundament eines Tages brüchig.“

    Im Vergleich zur letzten Umfrage im Herbst 2025 hat sich die Geschäftslage verschlechtert. Als gut bewerten die aktuelle Geschäftslage nun 34 Prozent (-2 Punkte) der Betriebe, als schlecht 15 Prozent (+4 Punkte). Die verbleibenden 51 Prozent (-2 Punkte) beurteilen diese als befriedigend. Die Erwartungen für das kommende halbe Jahr fallen im Saldo etwas optimistischer aus. 18 Prozent (+8 Punkte) erwarten eine verbesserte Geschäftslage, 12 Prozent (+2 Punkte) eine verschlechterte und 70 Prozent (-10 Punkte) eine nicht veränderte.

    Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage stellt die IHK normalerweise im Frühjahr vor. Dieses Jahr war man etwas früher dran, weil den neuen Bürgermeistern und dem neuen Landrat einige Forderungen mit auf den Weg gegeben werden sollen. Bei den Standortfaktoren forderte die IHK, den Glasfaserausbau und die Strominfrastruktur für E-Lkw voranzutreiben, sowie den ÖPNV zu verbessern und Schnellradwege zu bauen. Außerdem solle die Verwaltung effizienter und digitaler werden. Die Ganztagsschule solle Standard und die digitale Ausstattung der Schulen besser werden.

    Regionale Wirtschaft und Politik sollen enger zusammenarbeiten

    „Wachstumsfördernde Rahmenbedingungen entstehen nicht nur in München, Berlin und Brüssel. Sie entstehen genauso hier, vor Ort – in unseren Rathäusern und Landratsämtern“, betonten Krauß-Herkert und Weißgerber. Kommunen und Landkreise machten Wirtschaftspolitik, daher müssten die regionale Wirtschaft und die Kommunalpolitik Partner sein. Es brauche kommunale Entscheiderinnen und Entscheider, die die wirtschaftliche Perspektive verstehen und gemeinsam mit den Unternehmen handeln.

    Die fünf größten konjunkturellen Risiken seien wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (65 Prozent, +2), Inlandsnachfrage (63 Prozent, +1), Arbeitskosten (60 Prozent, +5), Energie- und Rohstoffpreise (44 Prozent, -2) sowie Arbeits- und Fachkräftemangel (39 Prozent, -3). „Die vielen Risiken drücken trotz der kurzfristig besseren Stimmung auf die langfristigen Investitions- und Beschäftigungspläne der heimischen Wirtschaft“, sagte Krauß-Herkert. „Es ist daher Zeit für mutige Reformen, die Risiken abbauen und neue Möglichkeiten schaffen.“ Dazu gehöre ein Steuersystem, das Erträge auf international wettbewerbsfähigem Niveau besteuert, sowie ein Erbschaftsteuerrecht, das Unternehmensnachfolgen fördert und Betriebsvermögen für Investitionen und Arbeitsplätze schont.

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