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Unwetter in Aichach-Friedberg

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Kissing nach dem Hochwasser: Jetzt wird das Grundwasser zum Problem

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    Bürgermeister Reinhard Gürtner aus Kissing ist froh, dass die Mitarbeiter Martin Schwegler und Sebastian Egger sowie ein weiterer Kollege vom Pöttmeser Bauhof zur Unterstützung nach Kissing kamen.
    Bürgermeister Reinhard Gürtner aus Kissing ist froh, dass die Mitarbeiter Martin Schwegler und Sebastian Egger sowie ein weiterer Kollege vom Pöttmeser Bauhof zur Unterstützung nach Kissing kamen. Foto: Eva Weizenegger
    Am Montag zieht sich das Wasser Paar wieder aus den Feldern zurück, so wie hier nahe der Paartalhalle am Sportgelände in Kissing.
    Am Montag zieht sich das Wasser Paar wieder aus den Feldern zurück, so wie hier nahe der Paartalhalle am Sportgelände in Kissing. Foto: Bernhard Weizenegger

    "Wir haben das Oberflächenwasser jetzt im Griff", sagt Bürgermeister Reinhard Gürtner. Man sieht ihm die vergangenen drei Tage im Dauereinsatz an. Doch er wehrt gleich ab: "Die Hauptarbeit machen die Kräfte der Feuerwehr, des Bauhofs und die Hausmeister der Kommune." Er lobt "seine Jungs". Im Erdgeschoss des Rathauses laufen die Pumpen, ebenso in den Schulen, das Dröhnen ist noch im ersten Stock zu hören. Das Trauzimmer ist zur Einsatzzentrale umfunktioniert. Dort liegen die Pläne aus, gelbe Regenjacken hängen über den Stühlen. In wenigen Minuten soll sich dort wieder der Krisenstab treffen. Doch Gürtner nimmt sich die Zeit, um die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen.

    Hochwasser in Kissing: Pöttmes hilft mit drei Mitarbeitern des Bauhofs

    "Schon am Freitag liefen die Arbeiten auf Hochtouren, am Samstag und Sonntag war es dann besonders schlimm und wir sind dankbar, dass wir das Hilfskontingent der Feuerwehr aus Schweinfurt zur Unterstützung da hatten", sagt der Kissinger Bürgermeister. Denn es galt vor allem, die Kanalisation so aufrechtzuerhalten, dass diese weitgehend funktioniert. "Wenn heute die Helferinnen und Helfer abziehen, haben wir hier alle Hände voll zu tun, um das mit unseren eigenen Kräften zu schaffen." Am Montag sind es noch es 120 Feuerwehrleute aus Schweinfurt, die in Kissing helfen. Es werde keine leichte Aufgabe sein, nun alleine alles zu bewältigen. Gürtner ist froh, dass Pöttmes drei Bauhofmitarbeiter zur Verfügung gestellt hat, damit die Kissinger Mitarbeiter für die Nacht ein wenig Pause machen können. Sie überwachen die Pumpen und Pumpstationen. "Ich bin meinem Amtskollegen Mirko Ketz sehr dankbar, dass er mir Sonntag so kurzfristig diese Unterstützung zugesagt hat." Alleine tags zuvor wurden in nur wenigen Stunden in der Bahnhofstraße elf Millionen Liter Oberflächenwasser aus dem Kanal gepumpt, wie Bauhofleiter Martin Huber informiert. Er und seine Kollegen arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb und kommen auf Arbeitszeiten von über zehn Stunden. Auch Landwirte helfen mit Güllefässern, die Pumpstationen zu entlasten. 

    Auch wenn das Oberflächenwasser kein Problem mehr darstellt, drückt das Grundwasser in die Keller. Neben dem Rathaus sind unter anderem Schule, Mehrzweckhalle und Paartalhalle betroffen. Diese Woche kann dort kein Sport stattfinden. Der Schulbetrieb soll am Dienstag wieder möglich sein. Sollten die Eltern jedoch eine Gefahr auf dem Schulweg für ihre Kinder sehen, können sie ihr Kind weiterhin entschuldigen. In dem Fall sollten sich die Eltern bei den Schulen melden.

    Schaden durch Überflutung: Wohin mit dem Sperrmüll?

    Gürtner ist froh, dass er bei der Koordinationsarbeit die Unterstützung seiner Stellvertreter Franz-Xaver Sedlmeyr und Robert Sturm hat. Denn auch er braucht hin und wieder Pause. Bei ihm zu Hause steht ebenfalls Wasser im Keller. "Ich bin froh, dass meine Frau, die zwei Töchter und die Verwandtschaft aus dem Altmühltal die Stellung halten und sich um alles kümmern." 

    Als sich die Wassermassen zurückziehen, wird das Ausmaß der Zerstörung am Montag sichtbar. Es laufen noch immer Pumpen, an anderen Orten räumt man bereits die Sandsäcke weg. Die Wertstoffsammelstellen in Mering und Kissing sind wegen Hochwasser geschlossen, doch Dasing, Merching und Aichach sind geöffnet. Möglichst sollten nur die Bürger Sperrmüll anliefern, die vom Hochwasser betroffen sind.

    In einigen Bereichen von Kissing wurde der Strom abgestellt

    Um vor einer Überlastung des Kanalsystems vorzubeugen, werden am Montag mobile Toiletten am Maibaumplatz an der Hauptstraße, Badangerstraße Nähe Hausnummer 31 und Nähe Kindergarten Schatzkiste, Albert-Schweitzer-Straße/Gerhard-Hauptmann-Straße, Lechfeldplatz, Augsburger Straße/Bahnhofstraße aufgestellt. Zeitweise wird auch der Strom in einigen Bereichen abgestellt. Um den Betrieb der Pumpen aufrechterhalten zu können, werden zwei Notstromaggregate im Badangergebiet installiert. Derzeit wird ein drittes Aggregat organisiert. Eine komplette Abdeckung mit Aggregaten sei jedoch nicht möglich. 

    Auch Feuerwehrkommandant Matthias Rawein kommt mit seinen Kolleginnen und Kollegen zur Krisenstabsbesprechung. Auf die Frage, wie es ihm und seiner Mannschaft geht, antwortet er: "Müde, aber die Stimmung ist trotzdem super." Wenn man Nachrichten mitbekomme, dass ein Feuerwehrmann aus Pfaffenhofen an der Ilm im Einsatz starb, dann sei man darüber sehr betroffen. "Wir können wirklich sehr dankbar sein, dass wir hier alle jeden Abend wieder vollzählig im Feuerwehrhaus zurück sind." 

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