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Kita-Plätze dürfen nicht reduziert werden – trotz sinkender Anmeldezahlen

Kommentar

Kita-Plätze müssen erhalten bleiben – trotz sinkender Anmeldezahlen

Julia Schneider
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    Im Landkreis Aichach-Friedberg sinken die Kita-Anmeldezahlen. Viele Gemeinden müssen mit Gruppenschließungen und Kündigungen reagieren.
    Im Landkreis Aichach-Friedberg sinken die Kita-Anmeldezahlen. Viele Gemeinden müssen mit Gruppenschließungen und Kündigungen reagieren. Foto: Julian Stratenschulte, dpa

    Überall im Landkreis gehen die Anmeldezahlen in den Kindertagesstätten zurück. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass es für die außerfamiliäre Betreuung keinen Bedarf gibt, und dass daher das Versorgungsangebot drastisch reduziert werden kann. Stattdessen kann an anderen Stellschrauben gedreht werden.

    Oft sind es die hohen Betreuungskosten, die Familien von einer Anmeldung abhalten. Obwohl die Kommunen trotz klammer Finanzlage den Kita-Besuch fördern, sind die Gebühren in den letzten Jahren gestiegen. Für ein Kind, das am Tag vier bis fünf Stunden die Krippe besucht, können die Kosten im Landkreis aktuell zwischen 200 und 450 Euro monatlich liegen. Dies trifft besonders sozial schwache Familien, deren Kinder von einer frühkindliche Bildung besonders profitieren würden.

    Kinder aus sozial benachteiligten Familien könnten von Kita-Betreuung profitieren

    Eine Studie des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes aus dem Jahr 2025 zeigt: Nur knapp 19 Prozent der Ein- und Zweijährigen aus von Armut bedrohten Familien besuchen eine Kita, bei Gleichaltrigen aus besser gestellten Familien sind es mehr als doppelt so viele, nämlich 41 Prozent. Ebenso betont der Wohlfahrtsverband, dass viele von Armut betroffene Eltern einen Betreuungswunsch äußerten, diesen aber nicht umsetzen könnten.

    Nach Jahren, in denen Eltern händeringend nach einem Kita-Platz und Kommunen nach Fachpersonal suchten, stehen nun wieder andere Fragen im Fokus: Mit welchen Angeboten sind Kindertagesstätten für möglichst viele Familien attraktiv? Neben niedrigen Beiträgen sind beispielsweise verlängerte Öffnungszeiten und verschiedene Bring- und Abholzeiten für die Eltern wichtig, die voll erwerbstätig sind und flexibel arbeiten. Andere Familien sind dagegen für besondere Förderangebote empfänglich, wie musikalische Früherziehung oder Sprachkurse. Die Familien in der Vielfalt ihrer finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen und die Betreuungsqualität zu steigern, wird in Zukunft die Aufgabe von Kindertagesstätten sein.

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