Was gibt es Schöneres, als ein lauer Sommerabend im eigenen Garten. Die Grillen zirpen, die Fröschlein quaken – und das wärmende Lagerfeuer knistert behaglich, während der Duft von Stockbrot in der Luft liegt. Ach, herrlich! Wenn lodernde Flammen in finstere Nacht züngeln oder tiefrote Glut sich am Holz labt, herrscht eben ein ganz besonderes Lebensgefühl. Geruhsam. Behaglich. Romantisch.
Das dachte sich auch eine leider anonyme Hobbygärtnerin, die uns für die aktuelle Ausgabe von „Gartentipp“ einen wunderbaren Beitrag zugesandt hat. „Eine großzügige Feuerstelle, an welcher die fünfköpfige Familie mit Freunden sitzen und entspannen kann, fehlte noch in unserem Naturgarten“, schreibt sie. Und da der Schwabe Dinge gerne in die Hand nimmt, anstatt lange zu lamentieren, griff die Einsenderin im August des vergangenen Jahres beherzt zur Schaufel, um dem Mangel Abhilfe zu schaffen.
Feuerstelle im Garten selber bauen: So gelingt der Eigenbau
Obgleich die ganze Familie zusammenhielt und vieles in Handarbeit erledigt werden konnte, ging es doch ganz ohne maschinelle Unterstützung nicht. Mit dem Radlader wurde die Fläche, bis dahin „lauschiges Plätzchen“ genannt, etwa 25 Zentimeter tief ausgehoben. Auf diese Weise entstand zusätzlich zur bereits bestehenden Natursteinpflasterfläche ein Platz von rund 12 Quadratmetern. Der wurde anschließend mit einer schweren Rüttelplatte verdichtet, mit Wurzelschutzvlies ausgelegt und mit Riesel abgedeckt. „Da ein Schutzwall im hinteren Bereich als begrenzendes Hindernis zur ans Grundstück grenzenden Bahnlinie vorhanden ist, mussten wie hier jede Menge Wildwuchs in Form von Brennnesseln, Quecken und sonstigem Gestrüpp befreien sowie ein Stück einebnen“, erklärt die Einsenderin die gemeisterten Maßnahmen und beschreibt weiter: „Um diesen kleinen Hang abzufangen, bauten wir Grüntensteine ein.“ Diese stammen ursprünglich aus einem Steinbruch in den Allgäuer Alpen und umrahmen den Platz nun halbkreisförmig.
Herzstück der neu entstandenen Ruheoase ist die beeindruckende Feuerschale, die mehr als einen Meter Durchmesser hat. „Sie ist aus Schrottteilen selbst gebastelt und fungiert auch als rostiges, auffälliges Dekorationselement, selbst wenn kein Lagerfeuer darin brennt.“ Baumstammstücke dienen als rustikale Sitzhocker, eine hohe Hainbuchenhecke schützt vor neugierigen Blicken. Das Ergebnis, ein rund 20 Quadratmeter großer Grill- und Lagerfeuerplatz, begeistert Freunde und Familie gleichermaßen.
Allerdings: Wo gehobelt wird, da fallen Späne, weiß ein altes Sprichwort. Der Lehrspruch sollte auch in diesem Fall ein Fünkchen Wahrheit enthalten. „Leider musste für das Vorhaben unser Kirschbaum weichen“, bedauert die unbekannte Leserin. „Doch in diesem Jahr trug der ohnehin keine Früchte – und auch so richtig gesund schien er nicht mehr zu sein.“ Ein vertretbares Opfer, zumal alle anderen Pflanzen, darunter verschiedene Beeren- und Ziersträucher sowie bodendeckende Stauden, lediglich versetzt wurden. Und der Kirschbaum erfüllt nun ja vielleicht bald einen anderen Zweck und sorgt mit seinem Holz für lauschige Stunden am Feuer.
Feuerstelle im Garten: Was ist erlaubt?
„Nicht genehmigungsbedürftige Anlagen, die der Wärmegewinnung als sogenannte Wärme- oder Gemütlichkeitsfeuer dienen“ – so heißen handelsübliche Feuerschalen im Behördendeutsch. Bestimmungsgemäß dürfen diese nur mit zulässigen Brennstoffen, das heißt mit naturbelassenem Stückholz gemäß § 3 Abs. 1 Nr.4 der 1. BImSchV oder mit Presslingen in Form von Holzbriketts nach § 3 Abs. 1 Nr. 5a der 1. BImSchV, betrieben werden. Wer hingegen Baum- oder Strauchschnitt verbrennt, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen. Gut zu wissen.
Technischer Fortschritt ist eine gute Sache – sofern er denn funktioniert. Zuweilen soll es aber auch auf der digitalen Datenautobahn Geisterfahrer, Falschabbieger und Irrläufer geben. So auch in diesem Fall, als die Gartentipp-Redaktion eine Einsendung erreichte, auf welcher der Absender durch ein Serverproblem fatalerweise nicht mehr festzustellen war. Jegliche Recherche zur Herkunft des Teilnehmers blieb ohne Erfolg – doch da der Beitrag derart liebevoll verfasst war, brachte es niemand übers Herz, darauf zu verzichten. An dieser Stelle also ein herzliches Dankeschön an die unbekannte Gartenexpertin. Wir hoffen, Sie haben für unsere Situation Verständnis.