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Tierkolumne
17.05.2021

Wie die Katze das Mausen lässt – fast zumindest

Katzen sind Raubtiere. Ihre Beute fressen sie aber oft nicht auf, sondern legen sie etwa auf dem Fußabstreifer ab. Das muss nicht sein.
Foto: Romuald, stock.adobe.com

Ein toter Nager unterm Bett? Ein verletzter Vogel in der Badewanne? Die Jagdlust ihrer Katzen macht vielen Besitzern zu schaffen. Zwei neue Tipps können helfen.

Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland 15 Millionen Katzen leben. Zwar ist ihr Jagdverhalten individuell sehr unterschiedlich, manche Katzen jagen laufend, andere sehr wenig, aber als Minimum-Berechnungsgrundlage wird allgemein angenommen, dass eine Freigängerkatze pro Jahr 14 Tiere erbeutet – 210 Millionen deutschlandweit pro Jahr. Kleine Säugetiere, Vögel und Eidechsen – darunter auch bedrohte Arten.

Längst ist ein Streit zwischen Natur- und Tierschützern entbrannt. Die einen, die generelle Wohnungshaltung für Katzen fordern, die anderen, die das als unzumutbar einstufen, weil es dem natürlichen Verhalten der Katzen widerspräche. Meine Erfahrung zeigt, dass Katzenbesitzer selbst in einem Gewissenskonflikt stecken und viel darum geben würden, ihren schnurrenden Lieblingen das Jagen abzugewöhnen. So werden beispielsweise Katzenhalsbänder mit Glöckchen bestückt, damit kleine Säugetiere, die ausgezeichnet hören können, frühzeitig gewarnt sind. Aber wahrscheinlich nervt das dauernde Gebimmel die Katze selbst am allermeisten. Bringen tut es auch nichts. Neue Untersuchungen zeigen: Beim Jagen sind Katzen mit und ohne Glöckchen gleich erfolgreich.

Katze das Mausen abgewöhnen: Seit ein paar Jahren gibt es optische Warnbänder

Zum Schutz der Vögel gibt es seit ein paar Jahren etwas Neues. Da Vögel optisch orientiert sind, wurden knallbunte breite Stoffbänder für Katzenhalsbänder erfunden, damit jeder Piepmatz die Katze schon von Weitem gut sieht. Diese bunten Bänder mit dem Namen „Birds be safe“ sorgen dafür, dass die Anzahl der getöteten Vögel um bis zu 42 Prozent sinkt.

Forscher der Universität Exeter in England begaben sich auf Spurensuche nach den Wurzeln allen Übels. Sie fragten sich: Wie kommt es eigentlich, dass gut gefütterte Katzen noch immer so viel jagen? Und sie stellten die Hypothesen auf, dass einerseits mit dem Futter etwas nicht passen könnte, andererseits der Nervenkitzel, der Kick beim Jagen, ein wesentliches Bedürfnis ist, das erfüllt sein will. Robbie McDonald und sein Team untersuchten 300 Katzen. Sie stellten das Futter auf sehr hochwertige Nahrung mit einem besonders hohen Anteil an tierischen Proteinen um.

Fleischhaltiges Futter und Jagdspiele helfen

Außerdem sorgten sie dafür, dass mindestens zehn Minuten täglich Jagdspiele mit den Katzen unternommen wurden. Die Ergebnisse der Studie sind beeindruckend: In jenen Haushalten, in denen das hochwertig-fleischige, getreidefreie Futter angeboten wurde, und in jenen, in denen ab sofort mindestens zehn Minuten am Tag mit Federangel oder Stoffmaus gespielt wurde, sank die Anzahl der heimgebrachten Beutetiere um über 30 Prozent.

Klingt plausibel: Katzen als strikte Fleischfresser sollten nur hochwertige tierische Proteine fressen. Als Raubtiere sollten sie regelmäßig täglich den Kick des Jagens erleben dürfen. Beides zu erfüllen, bevor die Katze loszieht und es selbst tut, könnte ein wichtiger Schritt in die Richtung sein, in diesem Frühling weniger tote oder gerade noch lebende Beutetiere im Haus finden zu müssen. Bitte, ich will Ihnen keine falschen Versprechungen machen. Ganz aufhören wird die Katze nicht. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Und sinnvoller als jedes Glöckchen sowieso.

Tanja Warter ist Tierärztin. Seit zehn Jahren verknüpft sie die Leidenschaft für die Tiermedizin mit dem Spaß am Schreiben.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Haustiere-Ratgeber.

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