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Nach Putschversuch: Was Türkei-Urlauber jetzt wissen müssen

Nach Putschversuch

Was Türkei-Urlauber jetzt wissen müssen

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    Passagiere warten am Samstag auf dem Flughafen Düsseldorf Nordrhein-Westfalen vor einem geschlossenen Check-In-Schalter für einen Flug von Turkish Airlines nach Istanbul.
    Passagiere warten am Samstag auf dem Flughafen Düsseldorf Nordrhein-Westfalen vor einem geschlossenen Check-In-Schalter für einen Flug von Turkish Airlines nach Istanbul. Foto: Marius Becker dpa

    Der Putschversuch in der Türkei bringt die Reisepläne zahlreicher Urlauber durcheinander. Wie sollten sich Touristen vor Ort verhalten? Sind auch die Badeorte in der Türkei gefährlich? Kann ich meine Reise noch stornieren oder umbuchen? Wir geben einen Überblick über die Lage.

    Was müssen Urlauber und Touristen in der Türkei jetzt beachten?

    Das Auswärtige Amt rät auch am Sonntag allen Touristen in der Hauptstadt Ankara und in Istanbul zu "äußerster Vorsicht", bis die Lage vollständig geklärt sei. Dies gilt ganz besonders auf öffentlichen Plätzen und bei Menschenansammlungen. Im Zweifelsfall sollten auch Wohnungen und Hotels noch nicht verlassen werden. Reisenden wird geraten, am besten Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie aufzunehmen.

    Aus anderen Teilen des Landes, insbesondere von der Mittelmeerküste, würden keine besonderen Ereignisse gemeldet. "Bisher haben wir keine Erkenntnisse darüber, dass unsere Gäste an der Südküste der Türkei davon betroffen sind", hieß es zum Beispiel bei Thomas Cook.

    Der Reisekonzern DER Touristik (ITS, Jahn Reisen, Travelix, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen, Dertour) berichtete, all seine Reisenden in der Türkei seien wohlauf. Die Situation in den Badeorten sei ruhig und geordnet. "Aktuell gibt es nur einzelne Wünsche nach vorzeitiger Rückreise", hieß es. Der Reiseanbieter startete in der Nacht zum Samstag eine Kundenhotline für Urlauber, deren Abflug bevorsteht. In dieser Nacht gingen den Angaben zufolge etwa 1200 Anrufe ein. Nur vereinzelt hätten Urlauber am Wochenende ihre Reisen in die Türkei abgesagt.

    Welche Airlines streichen ihre Flüge?

    Nach dem die Lufthansa am Samstagvormittag aus Sicherheitsgründen fast alle Flüge in die Türkei abgesagt hatte, kündigte die Airline am Sonntag wieder die Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs in das Land an. Man werde weitgehend zum normalen Flugplan zurückkehren, teile die Fluggesellschaft am Samstagabend mit. Die Ziele Istanbul und Antalya von Frankfurt sowie Ankara, Izmir und Bodrum von München aus würden bedient. Gestrichen würden nur der erste Ankara-Flug aus München sowie der erste Flug von Istanbul nach Deutschland. 

    Bereits an den Flügen am Samstagnachmittag zwischen Frankfurt und Antalya sowie Frankfurt und Bodrum hielt die Fluggesellschaft dagegen fest. Die Lufthansa riet allen Passagieren, sich möglichst frühzeitig mit der Airline oder ihren Reiseveranstaltern in Verbindung zu setzen und sich über die aktuelle Lage zu informieren.

    Air Berlin: Air Berlin hatte die Flüge in die Urlaubsregion Antalya am Samstag wieder aufgenommen. "Wir haben uns dazu entschieden, die Flüge in die Türkei bis auf Weiteres durchzuführen", sagte ein Sprecher am Samstag. Die Airline beobachte die politische Lage und stehe in Kontakt mit den Behörden. Antalya ist das einzige Ziel, das die Air Berlin Group in der Türkei anfliegt. Flüge dorthin gibt es zum Beispiel von Düsseldorf und Wien aus. Kunden, die derzeit nicht in die Türkei reisen wollten, könnte ihre Flüge bis 20. Juli kostenfrei umbuchen, sagte der Sprecher. Am Freitagabend hatte die Fluggesellschaft einen Flug von Wien nach Antalya gestrichen.

    Die Ferienairline Condor fliegt planmäßig ebenfalls Ziele in Urlaubsregionen des Landes wie Antalya, Izmir oder Dalaman an. Die ersten Flüge der zum Reisekonzern Thomas Cook gehörenden Airline seien am Samstagmorgen gestartet, sagte ein Thomas-Cook-Sprecher. Etwa drei Viertel der gebuchten Passagiere hätten die Reise angetreten.

    Urlauber, die am Samstag oder Sonntag mit Thomas Cook in das Land am Bosporus reisen wollten, können kostenlos umbuchen oder stornieren. Für Reisen nach Istanbul gilt dies bis Ende des Monats.

    Der Flughaften Istanbul Atatürk (IST) wurde bereits Samstag wieder geöffnet, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Der normale Flugbetrieb wurde jedoch noch nicht wieder aufgenommen. Reisende müssen mit Verspätungen rechen. Am Freitag war der Flughafen nach dem Putschversuch gesperrt gewesen.

    Können Reisende ihren Urlaub in der Türkei wieder stornieren?

    Kunden des deutschen Reiseveranstalters Tui, die bis Montagabend in die Türkei fliegen wollten, können kostenlos ihre Reise wieder stornieren oder umbuchen, teilte eine Tui-Sprecherin mit. Dafür sollten sich die Urlauber an ihre Buchungsstelle wenden. Auch Gäste vor Ort, die ihren Urlaub abbrechen möchten, könnten dies tun. Eine vorzeitige Abreise werde durch die Reiseleitung vor Ort organisiert. Bei der Tui wurden rund 30 Rückreisewünsche geäußert - bei derzeit etwa 18 000 Tui-Gästen in der Türkei, wie die Sprecherin des weltgrößten Reisekonzerns, Anja Braun, am Sonntag in Hannover sagte. "Die Lage ist absolut ruhig. Wer hin will, kommt hin, wer zurück will, kommt zurück."

    Seit Samstagabend seien entsprechende Anfragen von Gästen versiegt. Aufgrund des Putschversuchs hatte Tui einen Krisenstab einberufen.

    Ähnlich geht auch die Thomas-Cook-Gruppe (Neckermann, Öger, Thomas Cook, Condor) vor. Urlauber, die am Samstag oder Sonntag in die Türkei reisen wollten, können kostenfrei umbuchen oder stornieren.

    Alltoursteilte am Samstag mit, alle Abreisen in die Türkei bis einschließlich Montag könnten kostenlos storniert werden, der Reisepreis werde zu hundert Prozent erstattet. Abreisen bis zum nächsten Sonntag (24. Juli) könnten kostenlos auf andere Ziele umgebucht werden.

    Etwas schwieriger wird dagegen nach Einschätzung von Sabine Fischer-Volk der Verbraucherzentrale Brandenburg, die Stornierung bei einem Badeurlaub zum Beispiel in Antalya. Hier könnten Stornierungskosten anfallen, wenn sich die Veranstalter nicht kulant zeigen. Da die Lage dort ruhig sei, hätten Urlauber kein Recht auf kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen.

    Wer einen Städtetrip nach Istanbulgebucht hat, dürfte dagegen weniger Probleme bekommen - so bieten die meisten Veranstalter für die Stadt seit dem Anschlag am Flughafen in Istanbul kostenlose Umbuchungen und Stornierungen bis 31. Juli an.

    Zu möglichen Auswirkungen des Putschversuchs auf die Buchungslage sei es noch zu früh. AZ/dpa/afp

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