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Preise für Benzin & Diesel: Tanken teuer wie nie? Von wegen!

Interaktive Grafiken

Tanken und Heizen so teuer wie nie? Diese Grafiken zeigen die Preisentwicklung

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    Die Preise für Super, Diesel und Heizöl sind zuletzt deutlich gestiegen.
    Die Preise für Super, Diesel und Heizöl sind zuletzt deutlich gestiegen. Foto: Monika Skolimowska, dpa

    Tanken ist teurer geworden. Und Heizen ebenfalls, jedenfalls mit Öl und Gas. Und zwar so sehr, dass der Verbraucherschützer Klaus Müller kürzlich gegenüber unserer Redaktion vor "Energiepreisen des Grauens" warnte. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sah sich gar genötigt, eine Spritpreisbremse zu fordern – bei 1,99 Euro pro Liter soll an der Zapfsäule Schluss sein, wenn es nach ihm geht. Dabei gab es bereits in der Vergangenheit Preisspitzen, die der aktuellen Situation ähneln.

    Zwar ist die Entwicklung der vergangenen Monate eindeutig: Zum Jahreswechsel trat der CO2-Preis in Kraft und verteuerte Sprit. Gleichzeitig stieg die Mehrwertsteuer wieder, nachdem sie in der Corona-Krise vorübergehend gesenkt worden war. Im Laufe des Jahres erhöhten sich dann noch die Rohstoffpreise, weil sich die internationale Wirtschaft schneller erholte als erwartet.

    Benzin, Diesel und Heizöl ist teurer geworden, war aber lange eher günstig

    Beim Superbenzin ergeben sich so beispielsweise deutliche Kostensteigerungen. Am günstigsten war der Treibstoff in den vergangenen zwölf Monaten zuletzt im November 2020 mit 124,17 Cent. Im September 2021 kostete er durchschnittlich 162,78 Cent - eine Steigerung von 31 Prozent. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts und des Mineralölwirtschaftsverband hervor.

    Aber diese Entwicklung täuscht leicht darüber hinweg, dass Sprit und Heizöl bereits vor Jahren ähnlich teuer war. Schon im Jahr 2012, vor neun Jahren also, kostete Super das ganze Jahr über durchschnittlich 164,6 Cent, knapp zwei Cent mehr als im vergangenen Monat. Deutlich ist der Unterschied beim Diesel: Dieser Treibstoff war vor neun Jahren mehr als sieben Cent teurer pro Liter als im September 2021. Heizöl war damals sogar 15 Cent teurer als im September dieses Jahres.

    Erst vergangenen Sonntag knackte der Dieselpreis den Tagesrekord von vor neun Jahren. Am Dienstag stieg er nach ADAC-Angaben noch weiter auf einen bundesweiten Tagesdurchschnitt von 1,56 Euro pro Liter, einem weiteren Höchstwert. Das war ein halber Cent mehr als am Sonntag und ein Anstieg von 3,4 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Super E10 verteuerte sich ebenfalls. Mit 1,671 Euro pro Liter war es aber noch 3,8 Cent von seinem Allzeithoch aus dem September 2012 entfernt.

    Tanken ist gemessen am Einkommen heute günstiger als in manchen früheren Jahren

    Zu bedenken ist aber, dass die Menschen in Deutschland - jedenfalls im Durchschnitt - mehr verdienen als zu dieser Zeit. 2012, im Jahr der Rekordpreise für Diesel, Benzin und Öl, verdienten deutsche Haushalte im Schnitt 3069 Euro pro Monat. Für das aktuelle Jahr liegen dem Statistischen Bundesamt noch keine Daten vor. 2019 aber war das Haushaltsnettoeinkommen schon auf 3580 Euro gestiegen. Vor neun Jahren musste man im Normalfall also einen wesentlich größeren Teil seines Gehalts für eine Tankfüllung berappen als heute.

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