„Wäre ich reich, dann...“ – mit diesem Halbsatz beginnt oft die ein oder andere Träumerei, etwa von einem Eigenheim, einem teuren Auto, einer Luxus-Uhr oder einer Weltreise. Aber wann gilt man eigentlich als reich, oder etwa nur als wohlhabend? Und wann sieht die Bank in jemandem einen Superreichen? Kreditinstitute haben dafür ganz klare Kategorisierungen. Mit welchem Gehalt und Einkommen man als „einkommensreich“ gilt und mit welchem Vermögen man bei Banken als reich – oder gar superreich – gilt, erfahren Sie hier.
Kategorien bei Banken: Wann gilt man als reich?
Für Banken zählen keine Statussymbole, sondern das frei verfügbare Vermögen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Demnach spielt für Banken eine Rolle, wie viel Geld eine Person als Vermögen besitzt. Hierbei gibt es drei Abstufungen: Mit einem Vermögen zwischen 100.000 und einer Million Euro gilt man demnach in der Finanzwelt als „affluent“, also vermögend.
Besitzt man mehr, steigt man laut dem FAZ-Bericht um eine Stufe auf: Mit einem Vermögen ab einer Million Euro wird man zum sogenannten HNWI, „High Net Worth Individual“. Damit gilt man aus Sicht der Bank als offiziell reich. Doch es geht noch mehr: Besitzt eine Person mehr als 30 Millionen Euro, wird sie zum sogenannten UHNWI, einem „Ultra High Net Worth Individual“. Damit gehört man zu den Superreichen.
Übrigens: Die Kluft zwischen Wohlstand und Armut wächst, die Gehaltsschere geht weiter auseinander. Ein Grund dafür ist, dass Top-Vermögen sechsmal so stark steigen wie die Löhne. Eine Studie zeigt: Der Name einer Person hat wohl kaum Einfluss auf das Gehalt.
Einkommen: Wann gilt man als reich?
Doch das Vermögen – also das Geld, das sich auf dem Bankkonto befindet – ist nur eine Möglichkeit, zu ermitteln, ob man reich ist. Die andere ist das Einkommen, also das Geld, das eine Person verdient. Wann gilt man hier als reich? Eine aktuelle Studie dazu hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) durchgeführt: Das private Wirtschaftsforschungsinstitut hat ermittelt, dass Singles ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 1850 Euro Teil der Mittelschicht sind, eine vierköpfige Familie ab 3880 Euro.
Zur Gruppe der „relativ Einkommensreichen“ gehören laut IW dagegen Menschen, die mehr als 250 Prozent des mittleren Einkommens (Median) im Monat zur Verfügung haben: Für Singles gilt das ab mindestens 5780 Euro. Insgesamt gehören nur rund vier Prozent der Menschen in Deutschland zu dieser besserverdienenden Oberschicht, erklärt das IW.
Wer selbst herausfinden will, ob man laut der Einteilung des IW zu den Einkommensreichen gehört, kann einen interaktiven Rechner auf der Website des IW verwenden. So kann man sich in der Verteilung des Einkommens in Deutschland einordnen und vergleichen.
Reich bei der Bank: Welche Vorteile hat man?
Bankkunden mit einem Kontostand von mehr als 100.000 Euro, also „affluent“, haben Vorteile bei vielen Banken. Das geht aus dem FAZ-Bericht vor. Dazu zählen demnach bevorzugte Beratung, kürzere Wartezeiten und bessere Konditionen. Wer mit einem siebenstelligen Vermögen dagegen in die reiche Kategorie fällt, kann mit stärker personalisierten Portfolios rechnen und bekommt unter Umständen Zugang zu alternativen Investments in Infrastruktur- oder Energieprojekte.
Ab einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Euro werden solche Produkte zum Standard. Allerdings wollen die Banken daran mitverdienen und erheben laut FAZ für maßgeschneiderte Fonds bis zu 1,9 Prozent Gebühren pro Jahr, also 1900 Euro pro 100.000 Euro Anlagevolumen.
Übrigens: Der Mindestlohn in Deutschland wird ab 2026 angehoben – von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde, ein Jahr später sollen es sogar 14,60 Euro sein. Doch welche Gruppen und Branchen profitieren am meisten von der Anpassung?
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