Newsticker
Achtmal ansteckender: Ministerpräsident Söder warnt vor Delta-Variante
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Auto
  4. Test: Stromer mit Stern: So fährt sich der Mercedes EQA

Test
22.05.2021

Stromer mit Stern: So fährt sich der Mercedes EQA

Clever tanken: Der Mercedes EQA zieht nur Ökostrom an der Ladesäule und zahlt quasi selbst.
4 Bilder
Clever tanken: Der Mercedes EQA zieht nur Ökostrom an der Ladesäule und zahlt quasi selbst.
Foto: Mercedes-Benz AG

Um die 40000 Euro mit Förderung, Leistung und Premium: Stromer wie der Mercedes EQA rollen den Markt auf.

Jetzt kommt Schwung in die Elektro-Bude. Vor allem bei den Kompakt-SUVs fahren die deutschen Hersteller gerade große Geschütze auf. VW mit dem ID4, Skoda mit dem Enyaq iV und Audi mit dem Q4 e-tron. Alles Modelle, die unter 40000 Euro kosten nach Abzug der Prämie. Seit März steht Mercedes mit seinem EQA 250 (140 kW) in den Startlöchern. So richtig zünden dürfte dieses Modell jedoch erst jetzt mit dem EQA 300 und EQA 350. Beides kräftige Allradler mit zwei E-Motoren. Die Leistung wächst in der Spitze auf bis 215 kW mit einem Drehmoment von 520 Newtonmetern.

Der Akku des Mercedes EQA befindet sich im Unterboden

Wir testeten den EQA 250 - und waren mit Motorleistung und Abzug schon ziemlich zufrieden. Die 190-PS-Maschine zieht den Zweitonner gut nach oben. Zumindest bis Tempo 60 fühlt sich das flott an. Dann geht dem Fronttriebler sukzessive die Luft aus. Die Stoppuhr bleibt beim Sprint von 0 auf 100 bei 8,9 Sekunden stehen. Ab Tempo 120 wird es immer zäher - ein wahrer Kraftakt, bis das abgeregelte Top-Tempo von 160 erreicht ist.

Vom Fahrwerk unterscheidet sich der EQA sonst kaum von seinen Benziner- und Diesel-Kollegen, den traditionellen GLA-Modellen. Abgesehen davon, dass das E-Auto vielleicht einen Tick stabiler reagiert wegen des Akku-Gewichts im Unterboden. Und mag sein, dass das Auto insgesamt komfortabler ausgelegt wurde – weil das auch besser zu so einem flüsterleisen Stromer passt.

Die Reichweite des Mercedes EQA beträgt mehr als 400 km

Mit der Batterie soll man über 400 Kilometer weit kommen. Nach den Testfahrten erscheint das realistisch. Auch bei den Ladezeiten punktet Mercedes mit dem EQA. Mit 11 kW zieht der Onboard-Lader an einer AC-Wallbox in knapp sechs Stunden so viel Strom, dass man zumindest über Nacht oder an einem entsprechend ausgestatteten Firmen-Parkplatz wieder die volle Leistung hat. Oder man nutzt 100 kW an einer der Schnellade-Säulen. 30 Minuten, schon kann es weitergehen.

Damit die Energie auch bei langen Überlandfahrten nicht ausgeht, hat der EQA einen digitalen Helfer an Bord, der permanent ausrechnet, wie lange der Akku noch reicht. Und zwar unter Einbeziehung von der Außentemperatur, der Topographie und des Fahrstils. Das Auto wählt dabei die effizienteste Route und empfiehlt rechtzeitig, welche Ladestation verfügbar ist. Dürfte bei 450.000 Ladepunkten, die mittlerweile vom Mercedes-Netzwerk erfasst werden, kein Problem sein.

Clever: Wie der Mercedes EQA sich an der Ladesäule verhält

Praktisch auch: Die Bezahlung erfolgt über das Auto! Ein Jahr lang zum Festpreis von 0,29 Cent für die Kilowattstunde. Und ein gutes grünes Gewissen kann der EQA-Besitzer auch haben. Grundsätzlich wird Ökostrom „getankt“. Steht der nicht zur Verfügung, sorgt Mercedes für einen finanziellen Ausgleich.

Mercedes EQA 250: technische Daten

  • Leistung: 140 kW/190 PS
  • Drehmoment: 375 Nm
  • 0-100 km/h: 8,9 Sekunden
  • Spitze: 160 km/h
  • Batteriekapazität: 66,5 kWh
  • Ladeleistung: 5 Std. 45 Min.
  • (AC-Wallbox mit 11,0 kW)
  • Reichweite: bis 426 km
  • Verbrauch: 17,7 kWh
  • Länge/B/H: 4,46/1,83/1,62 m
  • Leergewicht/Zul.: 2040/430 kg
  • Anhängelast (gebr.): 750 kg
  • Kofferraum: 340 - 1320 l
  • Preis: ab 47.450 Euro

Abgesehen vom Antrieb und den kosmetischen Korrekturen im Blechkleid (Black-Panel-Kühlergrill, durchgehendes Heckleuchtenband) unterscheiden sich EQA und GLA nur beim Kofferraumvolumen. Hier muss der Elektro-Kunde auf rund ein Viertel verzichten. Nur 340 Liter passen hinein, obwohl die Karosserie schon um rund fünf Zentimeter gewachsen ist. Dafür ist der Radstand identisch, was für ähnliche Platzverhältnisse im Fond sorgt. Also vorne sehr bequem, hinten kann es bei längeren Fahrten schon mal eng werden.

Die Mercedes EQA-Familie wird weiter wachsen

Die neuen Mitglieder EQA 300 und EQA 350 4matic sind erst der Anfang der EQA-Familie. Später im Jahr soll ein größerer Akku mit rund 500 Kilometern Reichweite zur Verfügung stehen und ein echtes AMG-Modell kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.