Rund 5,5 Millionen Personen beziehen Bürgergeld. Das entspricht etwas mehr als acht Prozent der Menschen in Deutschland. Regional gesehen unterscheiden sich die Werte deutlich. Bayern (4,1 Prozent) und Baden-Württemberg (5,3 Prozent) weisen die niedrigste Quote von Bürgergeldberechtigten auf, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, die sich auf Januar 2026 bezieht. Die höchsten Bürgergeldquoten unter den Bundesländern bringen demnach Bremen (16,2 Prozent) und Berlin (14,6 Prozent) mit. Doch in welcher Stadt gibt es besonders viele Bürgergeld-Bezieherinnen und -Bezieher?
Das ist die Stadt mit den meisten Bürgergeld-Beziehern
Die Stadt mit der höchsten Bürgergeldquote ist Gelsenkirchen. Laut BA-Daten aus dem Mai 2025 liegt die Stadt im Ruhrgebiet bei einer Quote von 23,6 Prozent. Das bedeutet, dass in der Stadt mit gut 250.000 Einwohnern fast jede vierte Person im erwerbsfähigen Alter Bürgergeld bezieht. Dicht gefolgt wird Gelsenkirchen von Bremerhaven (21,4 Prozent), das zum Land Bremen gehört. In der Stadt Bremen (16,1 Prozent) ist die Bürgergeldquote ebenfalls deutlich überdurchschnittlich.
Die zehn Städte in Deutschland mit den höchsten Bürgergeldquoten auf einen Blick:
- Gelsenkirchen: 23,6 Prozent
- Bremerhaven: 21,4 Prozent
- Dortmund: 18,5 Prozent
- Essen: 18,3 Prozent
- Herne: 17,8 Prozent
- Duisburg: 17,7 Prozent
- Wilhelmshaven: 17,3 Prozent
- Hagen: 17,2 Prozent
- Bremen: 16,2 Prozent
- Oberhausen: 15,9 Prozent
Bei den Städten mit den höchsten Bürgergeldquoten fällt auf, dass sich sieben von ihnen in Nordrhein-Westfalen befinden. Berlin taucht unterdessen nicht in der Top-Liste auf. In der Hauptstadt liegt die Quote der Bürgergeld-Empfängerinnen und -Empfänger bei 14,6 Prozent.
Auch interessant: Die Koalition aus Union und SPD möchte das Bürgergeld in eine neue Grundsicherung umbauen. Derzeit gibt es nach Aussagen von Carsten Linnemann (CDU) aber Streit um Bürgergeld-Kürzungen.
In einem Ort in Bayern ist die Bürgergeldquote am niedrigsten
Die 40 Orte, an denen die Quote der Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld am niedrigsten ist, liegen allesamt in Bayern. Den geringsten Wert weist der Landkreis Ansbach (1,7 Prozent) auf, die Kreise Pfaffenhofen und Unterallgäu folgen mit je 2,0 Prozent.
Von den drei größten bayerischen Städten weist Nürnberg (10,2 Prozent) die höchste Bürgergeldquote auf. Augsburg kommt auf 7,3 Prozent, die Landeshauptstadt München liegt bei 5,7 Prozent. Einen solch niedrigen Wert hat keine andere Großstadt in Deutschland zu bieten.
Hinweis der Redaktion: Die Bundesregierung hat eine Reform der Grundsicherung beschlossen. Aus dem Bürgergeld soll die „Grundsicherung für Arbeitssuchende“ entstehen, die unter anderem schärfere Sanktionen für Empfängerinnen und Empfänger möglich machen soll. Bislang ist unklar, wann die neue Grundsicherung Gestalt annimmt. „Zu den Inhalten oder Zeitpunkten des laufenden Verfahrens können wir derzeit keine Angaben machen. Diese bleiben abzuwarten“, erklärte ein Sprecher des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) unserer Redaktion.
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