Aus der Industrie sind Industriekaufleute nicht wegzudenken. Sie sind nicht an die Branche gebunden, in der sie ihre Ausbildung absolviert haben. Da für Industriekaufleute während der Ausbildung keine Spezialisierung stattfindet, können sie danach bequem auch in andere Branchen wechseln und benötigen dafür meist nur eine gewisse Einarbeitungszeit. Dadurch ist der Beruf besonders abwechslungsreich. Wie viel man in dem Beruf verdient ist hier also weniger als bei anderen Berufen von der Branche abhängig. Doch welche Faktoren beeinflussen das Einkommen eines Industriekaufmannes oder einer Industriekauffrau? Diese und weitere Fragen werden in diesem Artikel beantwortet.
Gehalt: Industriekaufmann oder Industriekauffrau
Als Industriekaufmann oder Industriekauffrau verdient man in Deutschland einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zufolge nach zehn Jahren im Beruf durchschnittlich etwa 3110 Euro brutto im Monat. Verschiedene Faktoren können bei der Höhe des Gehalts aber einen entscheidenden Unterschied machen. Nicht nur die Betriebsgröße beeinflusst das Einkommen von Industriekaufleuten, auch Einflussfaktoren wie Geschlecht, Bundesland und Tarifbindung spielen eine tragende Rolle.
Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
- Berufserfahrung
- Betriebsgröße
- Tarifvertrag
- Geschlecht
- Bundesland
Gehalt als Industriekaufmann oder Industriekauffrau: Was verdient man während der Ausbildung?
Wie in vielen Ausbildungsberufen ist die Vergütung während der dreijährigen Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau gestaffelt. Je nachdem ob der Ausbildungsbetrieb an einen Tarif gebunden ist oder nicht, kann sich das Ausbildungsgehalt unterscheiden. In der Regel liegt das Gehalt im ersten Jahr jedoch in einer Spanne von etwa 900-950 Euro und kann im dritten Lehrjahr auf bis zu 1120 Euro ansteigen.
| Ausbildungsjahr | Durchschnittliches Monatsgehalt |
| Jahr | 946 Euro |
| Jahr | 1025 Euro |
| Jahr | 1120 Euro |
Quelle: azubiyo
Gehalt nach Berufserfahrung: Welches Einstiegsgehalt verdienen Industriekaufmänner und Industriekauffrauen?
Im Laufe der Jahre steigt das Gehalt mit der Berufserfahrung schrittweise an. In Tarifverträgen sind in der Regel eigens dafür gestaffelte Erfahrungsstufen bereits eingerichtet und die Gehaltsstaffelung darin vorab festgeschrieben. Das Einstiegsgehalt für Industriekaufleute liegt im Mittel bei etwa 2500 Euro. Nach etwa fünf Jahren im Beruf steigt dieses Gehalt jedoch bereits auf durchschnittlich 2850 Euro im Monat. Und nach zehn Jahren Berufserfahrung dürfen sich Industriekaufleute über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 3110 Euro freuen.
| Berufserfahrung | Durchschnittliches Monatsgehalt |
| 1 Jahr | 2500 Euro |
| 5 Jahre | 2850 Euro |
| 10 Jahre | 3110 Euro |
| 20 Jahre | 3420 euro |
Quelle: WSI-Datenbank
Welche Rolle spielt die Betriebsgröße beim Gehalt als Industriekaufmann oder Industriekauffrau?
Größere Betriebe zahlen meist höhere Gehälter als kleinere Betriebe. Die Befragung des WSI fand heraus, dass das durchschnittliche Gehalt von Industriekaufleuten in Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten bei etwa 2890 Euro lag und somit deutlich unter dem deutschlandweiten Durchschnitt. Betriebe mit mehr als 100 aber weniger als 500 Beschäftigten lagen mit einer durchschnittlichen Bezahlung von 3110 Euro genau im Mittel. In Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten verdienten die befragten Industriekaufleute im Schnitt 3510 Euro brutto im Monat, somit staffelt sich die Höhe des Gehalts je nach Größe des Betriebs.
Tarifvertrag für Industriekaufmann oder Industriekauffrau: Welchen Unterschied macht das beim Gehalt?
Neben der Höhe des Gehalts regeln Tarifverträge auch Urlaubsansprüche und Sonderzahlungen, wöchentliche Arbeitszeiten und die betriebliche Altersvorsorge. Somit sind die Gehälter in Betrieben mit tariflicher Bindung meist höher als in Betrieben ohne. Größere Betriebe sind häufiger an Tarifverträge gebunden als kleine Betriebe. Gilt ein Tarifvertrag in einem Unternehmen, liegt das mittlere Bruttomonatsgehalt bei 3550 Euro. Ohne Tarifvertrag erhalten Industriekaufleute durchschnittlich nur 2930 Euro. Das macht einen Gehaltsunterschied von 21 Prozent.
Unterschiede beim Gehalt zwischen Industriekaufmann und Industriekauffrau
Gerade unter Industriekaufleuten sind die Gehaltsunterschiede nach Geschlecht besonders hoch. Während 58 Prozent der Beschäftigten Frauen sind und 42 Prozent Männer und somit die Geschlechterverteilung im Beruf noch relativ ausgeglichen wirkt, verdienen Industriekaufmänner im Schnitt etwa 13 Prozent mehr Gehalt als Industriekauffrauen. Das durchschnittliche Monatsgehalt von Industriekaufmännern liegt somit bei 3370 Euro, während Industriekauffrauen im Schnitt nur 2930 Euro monatlich verdienen. Besonders spiegelt sich dieser Unterschied im Laufe der Berufsjahre wider und wächst ständig an. Während das Einstiegsgehalt von Industriekaufmännern und Industriekauffrauen mit nur fünf Prozent Gehaltsunterschied noch nahe beieinander liegt, unterscheidet sich das durchschnittliche Gehalt nach fünf Jahren Berufserfahrung schon um zehn Prozent. Nach 20 Jahren im Beruf verdienen Männer in der Regel bis zu 17 Prozent mehr als Frauen mit derselben Berufserfahrung.
Gehalt Industriekaufmann oder Industriekauffrau: Unterschiede in den Bundesländern
Je nachdem in welchem Bundesland man als Industriekaufmann oder Industriekauffrau arbeitet, kann das durchschnittliche Gehalt stark variieren. Nach einer Befragung des WSI verdienen Industriekaufleute in Hamburg mit durchschnittlich 3570 Euro das höchste Gehalt, während Sachsen mit 2510 Euro das Schlusslicht bildet.
| Bundesland | Durchschnittliches Monatsgehalt |
| Hamburg | 3570 Euro |
| Saarland | 3350 Euro |
| Baden-Württemberg | 3270 Euro |
| Schleswig-Holstein | 3230 Euro |
| Bremen | 3140 Euro |
| Berlin | 3140 Euro |
| Nordrhein-Westfalen | 3140 Euro |
| Bayern | 3110 Euro |
| Hessen | 3090 Euro |
| Rheinland-Pfalz | 3040 Euro |
| Niedersachsen | 3000 Euro |
| Brandenburg | 2710 Euro |
| Sachsen-Anhalt | 2630 Euro |
| Thüringen | 2610 Euro |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2570 Euro |
| Sachsen | 2510 Euro |
Quelle: WSI-Datenbank