Personen, die in ihrem Alltag durch körperliche sowie geistige Behinderungen, oder aber auch durch schwere Krankheiten beeinträchtigt sind, werden im Leben häufig mit anderen Ausgaben konfrontiert als gesunde Menschen. Laut der Vereinigten Lohnsteuerhilfe gehören dazu beispielsweise Kosten, die für Medikamente, medizinische Hilfsmittel oder verschiedene Therapien anfallen. Der Grad der Behinderung (GdB) kann in diesem Fall eine wichtige finanzielle Unterstützung bieten. Durch ihn können die Betroffenen laut dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung sogenannte Nachteilsausgleiche erhalten, etwa in Form von Steuererleichterungen oder anderen Vergünstigungen.
Wie unter anderem das Informationsportal pflege.de informiert, legt der GdB fest, wie sehr ein Mensch bei der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt ist. Je nach Schwere der Beeinträchtigung erfolgt dabei eine Einteilung in verschiedene Stufen. Diese steigen in Zehnerschritten an und reichen von 20 bis 100. Auch Menschen, die unter bestimmten Krankheiten leiden, können Anspruch auf einen GdB haben. Doch was passiert, wenn die betroffene Person gleichzeitig mehrere Krankheiten hat? Wie der GdB in so einem Fall berechnet wird, erfahren Sie hier.
Welche GdB-Werte gelten für Krankheiten?
Um Anspruch auf einen Grad der Behinderung zu erhalten, müssen die Betroffenen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Welcher GdB für welche Art von Einschränkung gilt, richtet sich dabei vor allem nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV). In dieser werden neben verschiedenen Arten von Behinderungen auch zahlreiche chronische Krankheiten aufgelistet, die zu bestimmten GdB-Werten führen. Damit ein GdB anerkannt wird, muss die gesundheitliche Beeinträchtigung jedoch für voraussichtlich mindestens sechs Monate anhalten. Die körperlichen und geistigen Einschränkungen werden dabei in folgende Kategorien eingeteilt:
- Kopf und Gesicht
- Nervensystem und Psyche
- Sehorgan
- Hör- und Gleichgewichtsorgan
- Nase
- Mundhöhle, Rachenraum und obere Luftwege
- Brustkorb, tiefere Atemwege und Lungen
- Herz und Kreislauf
- Verdauungsorgane
- Harnorgane
- Brüche
- Männliche und weibliche Geschlechtsorgane
- Stoffwechsel und innere Sekretion
- Blut, blutbildende Organe und Immunsystem
- Haut
- Haltungs- und Bewegungsorgane sowie rheumatische Krankheiten
Die Auflistung zeigt, welche Richtwerte für verschiedene Krankheiten gelten. Bestimmte Krankheiten können dabei ein Indiz für die Höhe des GdB sein. Bei Migräne können Betroffene je nach Häufigkeit und Dauer beispielsweise einen GdB von maximal 50 bis 60 bekommen. Auch bei Schlafapnoe kann der GdB je nach Schwere 0 bis 50 betragen.
Die Höhe des Behinderungsgrads orientiert sich dabei jedoch nicht nur an der Diagnose, sondern auch an dem Ausmaß der körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigung. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei der Einstufung des GdB in der Regel um einen individuellen Prozess handelt. Laut pflege.de erfolgt die Berechnung des GdB durch einen Gutachter bei einem Feststellungsverfahren. Wie hoch der GdB einer Person tatsächlich ausfällt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Die Werte, die aus der VersMedV hervorgehen, sollten daher vor allem als Richtwerte gesehen werden.
Wie wird der GdB für Personen mit mehreren Krankheiten berechnet?
Liegen bei einer Person mehrere Krankheiten vor, wird das laut pflege.de bei der Bestimmung des Grads der Behinderung berücksichtigt. Allerdings werden die jeweiligen GdB-Werte in diesem Fall nicht einfach addiert. Maßgeblich entscheidend für die Höhe des GdB ist demnach immer noch, wie stark die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch die Beeinträchtigung beeinflusst wird. Der VersMedV zufolge wird daher eine Gesamtbewertung vorgenommen, die unter anderem auch die Wechselwirkungen berücksichtigt.
Übrigens: Ab einem GdB von 50 spricht man von einer Schwerbehinderung. Die Betroffenen können in diesem Fall einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Personen mit einem GdB von 30 oder 40 haben außerdem die Möglichkeit, einen Gleichstellungsantrag zu stellen, um von ähnlichen Vorteilen zu profitieren.
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