Pflegekräfte in Deutschland bekommen immer mehr Lohn. Wie neue Daten des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zeigen, ist das Einkommen in der Pflege auch im Jahr 2025 weiter deutlich angestiegen. Demnach haben sich die durchschnittlichen Stundenlöhne im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent auf 23,70 Euro erhöht. Eine gute Nachricht für die so dringend gesuchten Arbeitskräfte in der Pflege. Was positiv für die Pflegekräfte ist, wirkt sich allerdings negativ auf pflegebedürftige Menschen aus. Was die steigenden Löhne in der Pflege für die Eigenanteile Pflegebedürftiger bedeuten, erfahren Sie hier.
Löhne in der Pflege steigen: Wie viel Geld bekommen Pflegekräfte?
Die Geschäftsstelle „Tarifliche Entlohnung“ beim GKV-Spitzenverband legt auf Grundlage von Tarifverträgen und kirchlichen Arbeitsrichtlinien fest, welches Lohnniveau in den einzelnen Regionen üblich ist. Pflegeeinrichtungen ohne Tarifvertrag müssen ihre Bezahlung seit 2022 an diese Werte anpassen, erklärt der Verband in einer Mitteilung. Dafür bekommen sie zwei Monate Zeit. Für die aktuelle Datenerhebung wurden vom GKV-Spitzenverband mehr als 11.300 Meldungen tarifgebundener Pflegeeinrichtungen ausgewertet. Dabei wurden ausschließlich Löhne berücksichtigt, die sich auf Tarifverträge oder kirchliche Arbeitsrichtlinien stützen. Laut Oliver Blatt, dem Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes können sich Pflegekräfte „insgesamt darauf verlassen, dass sie fair bezahlt werden“.
Besonders stark gestiegen sind laut Mitteilung die Löhne der Pflegehilfskräfte – also Pflegepersonal, das keine Ausbildung absolviert hat. Demnach verdienen sie 2025 durchschnittlich 20,26 Euro in der Stunde, was einem Plus von 5,2 Prozent entspricht. Das Gehalt der Pflegeassistenzkräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung steigt um 5,7 Prozent. Sie bekommen im Durchschnitt 22,62 Euro pro Stunde. Pflegefachkräfte erhalten hingegen durchschnittlich 27,06 Euro in der Stunde. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 4,4 Prozent.
Wie stark die Löhne in der Pflege gestiegen sind, hängt dabei auch vom jeweiligen Bundesland ab. Mit einer Steigerung von circa acht bis neun Prozent legten Berlin, Brandenburg und Sachsen besonders zu, während in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die Zuwächse mit 2,7 Prozent, beziehungsweise 3,6 Prozent moderater ausfielen. Der aktuelle Zuwachs der Durchschnittslöhne in der Pflege von 4,9 Prozent fällt insgesamt kleiner aus als noch im Vorjahr. 2024 stiegen die Löhne um durchschnittlich neun Prozent.
Wie wirkt sich die Lohnerhöhung auf Eigenanteile in der Pflege aus?
Doch die Erhöhung der Pflegelöhne hat auch eine Schattenseite, denn dadurch erhöhen sich auch die Preise für Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner deutlich. „Aufgrund des Teilleistungssystems in der Langzeitpflege wirken sich höhere Löhne unmittelbar auf die Eigenanteile aus“, erklärt Blatt. Der GKV-Spitzenverband schätzt, dass die Eigenanteile pflegebedürftiger Menschen, die sich in vollstationärer Pflege befinden, durchschnittlich um rund 100 Euro im Monat steigen. Um Pflegebedürftige zu entlasten, übernimmt die Soziale Pflegeversicherung davon im Schnitt 40 Euro. Bei der Pflegeversicherung selbst führt dies laut Schätzung des Verbands zu Mehrausgaben von rund 260 Millionen Euro im Jahr.
Dem Vorstandsvorsitzenden zufolge würden die Eigenanteile in der Pflege seit Jahren ungebremst steigen. Dieser Trend wird sich in Folge der Lohnanpassungen weiterhin fortsetzen. In der Pressemitteilung der GKV fordert Blatt nun die Politik auf, nach Lösungen zu suchen: „Die Politik muss endlich Wege aufzeigen, um die steigenden Belastungen wirksam zu begrenzen. Auch die unmittelbare Kopplung aller gezahlten Löhne an die tariflich erzielten Steigerungen sollte in diesem Zusammenhang auf den Prüfstand gestellt werden“, meint Blatt.
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