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Ferien in Corona-Zeiten

18.05.2020

Natürlich Urlaub: Das sind unsere schönsten Deutschlandziele

Wanderer im Nationalpark Kellerwald.
Bild: dpa

Plus Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, mal das eigene Land besser kennenzulernen. Von der Alb bis ins Watt: zehn spannende Naturziele in Deutschland.

Urlaub in Deutschland also. Viele kennen sich am Gardasee oder auf Mallorca besser aus als im eigenen Land. Dabei ist Deutschland ein wunderbares Reiseziel. Dieser Corona-Sommer bietet also die Chance, Deutschland besser kennenzulernen. Zwischen Allgäu und Ostsee kann jede Menge entdeckt werden. Oder wann waren Sie zuletzt im Harz? Zehn schöne Naturziele:

Die Schwäbische Alb.
Bild: Schwäbische Alb

Schwäbische Alb Ein Schatzkästlein liegt gleich um die Ecke und muss eigentlich nur gehoben werden: Draufgänger gesucht! Die Schwäbische Alb ist ein Mittelgebirge mit Potenzial. Das wussten schon unsere Vorfahren, die hier in den Höhlen ihre Kunstwerke hinterließen. Den Löwenmenschen etwa, der nun im Ulmer Museum besichtigt werden kann. Balkone haben gerade eine große Renaissance, die Schwäbische Alb hat die Traufe, Anhöhen die in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erwandert werden können: Für Kinder das Traufgängerle, das innerhalb von zwei Stunden direkt in eine felsige Hexenküche führt oder für alle ein Weg über die kargen Wacholderwiesen oder die Ochsenbergtour. Ein guter Ausgangspunkt ist Albstadt. Ebenfalls sehenswert: die Uracher Wasserfälle oder der spektakuläre Stammsitz der Hohenzollern.

Felsbrocken am Lusen.
Bild: Bayerischer Wald

Der Lusen Natürlich hatte da der Teufel seine Finger im Spiel. Wie sonst sollten diese mächtigen Gesteinsblöcke an den 1373 Meter hohen Gipfel gelangen? Und nicht von ungefähr führt ein Teil des Wanderwegs über die Himmelsleiter, eine Treppe aus wuchtigen Steinen. Der Lusen liegt im Nationalpark Bayerischer Wald dicht an der Grenze zu Tschechien. Das Blockmeer ist seine geologische Besonderheit. Und die Erklärung für dieses Phänomen ist ganz natürlich: eiszeitliche Erosion. Wanderer kommen am Lusen dem Wald besonders nah, vielleicht weil er nicht mehr so da ist, wie er einmal war. Der Borkenkäfer! Ein junger Wald schiebt sich nach. Der Bayerische Wald ist das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark feiert heuer 50. Jubiläum, hier gibt es Wölfe und Luchse im Tierfreigehege – und den bekannten Baumwipfelpfad. Oder es geht zur Burgruine Weißenstein.

Zum Baden geignet: die Maare in der Eifel.
Bild: dpa

Die Eifel Vulkane Haben wir auch. Sie sind nur nicht mehr aktiv. Die Landschaft der Eifel ist geprägt von Kratern und kilometerlangen Lavaströmen. Am bekanntesten natürlich die Maare. Das Ulmener Maar, das Schalkenmehrener Maar, das Pulvermaar: Augen der Eifel werden die blauen Kraterseen in der Westeifel genannt, die man mit dem Rad oder zu Fuß umrunden kann. Im Sommer sind die Maare zum Schwimmen da. Die Südeifel wird hingegen von schroffen Felsformationen geprägt, hier besonders spektakulär die Teufelsschlucht. Wer die Eifel intensiv erkunden möchte, wandert auf dem 313 Kilometer langen Eifelsteig von Aachen bis Trier. Immer einen Besuch wert: der Nationalpark Eifel oder die berühmte Burg Eltz.

Die Saalfelder Feengrotten.
Bild: dpa

Saalfelder Feengrotten Der Name klingt märchenhaft. Aber die Feengrotten sind nicht durch Zauberei entstanden, sondern durch menschliche Eingriffe in die Natur. Der Abbau von Alaunschiefer schuf unterirdische Hohlräume, die von der Natur in wunderbar vielfarbige Tropfsteinhöhlen verwandelt wurden. Seit 1993 steht das Schaubergwerk Feengrotten als „Die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ im Guinnessbuch der Rekorde. Wenn ein leichter Dunstschleier über den Grottenseen liegt, dann entfalten die über 100 Farbschattierungen ihren ganz eigenen Zauber. Hier, 26 Meter unter Tage, entsprang einst mineralhaltiges Heilwasser, die Gralsquelle. Der älteste und schönste Raum der Grotten aber ist der Märchendom, in dem sich Tropfsteine zur „Gralsburg“ geformt haben. Ebenso spannend die Burgruine Hoher Schwarm in Saalfeld und die Johanneskirche, eine der größten Hallenkirchen Thüringens.

Beeindruckend: die Sächsische Schweiz.
Bild: dpa

Sächsische Schweiz Manchmal ist die Natur einfallsreicher als jeder Freizeitpark-Designer. Im Elbsandsteingebirge hat sie mit Sandsteinnadeln, Tafelbergen und Felsriffen eine bizarre Landschaft geschaffen, die nicht nur Romantiker zum Schwärmen bringt, sondern auch Wanderer. Schon im 18. Jahrhundert durchwanderte der Pastor Wilhelm Leberecht Götzinger die damals unwegsamen Höhen und Täler, die Schluchten und Wälder der Gegend und rühmte die grandiose Natur in seinem Buch „Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz“. Heute kann man den Nationalpark auf einem gut ausgebauten Wegenetz erkunden, kann vom berühmten „Bastei-Felsen“ aus auf die Elbe schauen und sich im Nationalparkzentrum von Bad Schandau über die Erlebnisangebote informieren. Wer nicht wandern will, kann auf der Elbe unter den Felstürmen paddeln oder in Burgen wie Königstein und Hohnstein ins Mittelalter abtauchen.

Nationalpark Kellerwald In diesem Zauberwald könnte man sich gut Rotkäppchen auf dem Weg zur Großmutter vorstellen. In dieser Gegend haben die Gebrüder Grimm ihre Märchen aufgesammelt. Den „bösen Wolf“ aber können die Wanderer im Nationalpark Kellerwald-Edersee nicht erwarten, höchstens eine Wildkatze oder einen Luchs – und Fledermäuse. 180 Arten leben im kleinsten Nationalpark Deutschlands. Morsche, moosbewachsene Baumstümpfe stehen zwischen alten, knorrigen Eichen. Aus totem Holz wächst neues Leben. Unterm grünen Blätterdach leuchten goldene Sonnenflecken, im alten Laub rascheln Käfer und Feuersalamander. Zwischendurch tut sich ein Blick auf den Edersee auf, den flächenmäßig drittgrößten Stausee in Deutschland. Bei niedrigem Wasserstand sieht man die Reste der alten Siedlungen, die vor über 100 Jahren geflutet wurden – das „Edersee-Atlantis“.

Im Spreewald unterwegs.
Bild: dpa

Spreewald Unglaublich, wie viele Farben Grün es hier gibt. Das dunkle Grün der Bäume, das helle Grün der Gräser, das Blaugrün der Fließe… Das 1675 Kilometer große Spreewalder Wasserreich ist eine grüne Oase. Wer sich von einem Kahn-Fährmann durch den Spreewald schippern lässt, badet buchstäblich in der grünen Natur. Für Farbtupfer sorgen zwischendurch auch die Häuschen am Ufer mit ihren bunten Bauerngärten. Aussteigen lohnt sich in Lehde, wo das liebevoll möblierte Freilichtmuseum zu einem Spaziergang in die Geschichte einlädt. Denn hier im Spreewald hält man auf Tradition. Selbst das Sorbische, unter Bismarck verboten, feiert fröhliche Auferstehung.

Der Harz Wanderer, kommst du in den Harz... Wer in das Mittelgebirge im Schnittpunkt von Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt reist, kann Schritt für Schritt viel Natur erleben. Dazu muss man nicht auf den berühmten Brocken steigen, 1141 Meter hoch, Hexentanzplatz natürlich. Als schönstes Naturziel im Harz gilt das Bodetal, Grand Canyon des Harzes genannt. Oder über klobige Felsen hinauf auf den Großvaterfelsen, der einen Überblick über die Waldlandschaft des Harzes bietet. Sehenswert natürlich die Oberharzes Wasserwirtschaft, ein Unesco-Welterbe. Und wer den Harz in seiner Gänze erfassen will, steigt in die Harzer Querbahn, die Schmalspurbahn hat ihre Fahrten seit gestern wieder aufgenommen.

Unterwegs in der Lüneburger Heide.
Bild: dpa

Lüneburger Heide Mystische Moore, zirpende Grillen, im Wollgras schwebende Libellen und natürlich die berühmten Heidschnucken, denen die Heide ihr Gesicht verdankt. Doch auch in dieser Naturlandschaft ist die Moderne eingekehrt. Im Wildpark Lüneburger Heide gibt es seit einem Jahr einen Baumwipfelpfad, den „Heide Himmel“. In 20 Metern Höhe kann man über und durch die Bäume wandern, und vom 45 Meter hohen Aussichtsturm schaut man weit über die Heidelandschaft. Bäche, Wälder und Hügel prägen sie, kleine Dörfer mit reetgedeckten Häusern und die Heideklöster, die man auf alten Pilgerpfaden erwandern kann. Wem das zu viel der Ruhe ist, der kann einen Abstecher nach Lüneburg machen, der Stadt der Backsteinhäuser, der Kopfsteinpflasterstraßen – und der Kneipen.

Spaziergeher im Watt.
Bild: dpa

Wattenmeer Wattwurm, Strandkrabbe, Herzmuschel – die Kleinstlebewesen im Schlick des Wattenmeers machen die Gegend zum Schlaraffenland für Zugvögel. Die Unesco hat die 10000 Jahre alte Naturlandschaft als „weltweit einzigartigen Lebensraum für mehr als 10000 Tier- und Pflanzenarten“ gewürdigt. Am besten lässt sich die Magie des Weltnaturerbes bei einer Wattwanderung erleben. Aber Vorsicht: die Gezeiten! Den Naturgewalten ausgesetzt sind die Menschen auf den Halligen. „Schwimmende Träume“ hat Theodor Storm diese Marschinseln einst genannt. Nur sieben der zehn Halligen sind noch ständig bewohnt – und immer wieder herrscht „Landunter“, wenn das Meer die künstlich aufgeschütteten Warften überspült. Mit einem Wattführer kann man den Weg zu einigen der Halligen aber wagen, zum Beispiel nach Süderoog, wo ein Paar die Stellung hält. In deren guter Stube kann sogar geheiratet werden.

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