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Sonnencreme ist gut für die Haut – aber was ist mit dem Meer?

Sommer

Sonnencreme ist gut für die Haut – aber was ist mit dem Meer?

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    Gut eincremen: Ein neuer Vergleich von „Öko-Test“ liefert erfreuliche Ergebnisse. Kindersonnencremes sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen.
    Gut eincremen: Ein neuer Vergleich von „Öko-Test“ liefert erfreuliche Ergebnisse. Kindersonnencremes sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen. Foto: Florian Schuh, dpa

    Klar ist: Sonnencreme ist wichtig, aber nicht die erste Schutzmaßnahme. Den besten Schutz bieten nach wie vor Schatten, Kleidung und das Meiden intensiver Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr. Erst danach kommt das Eincremen und auch das schützt nur begrenzt vor Sonnenbrand.

    Sonnencreme gerät beim Baden von der Haut in die Umwelt

    Wenig beachtet werden oftmals die Umweltaspekte von Sonnencreme: Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich dennoch. Viele Sonnenschutzmittel enthalten organisch-chemische UV-Filter. Diese können nicht nur auf der Haut wirken, sondern gelangen beim Baden oder über das Abwasser in die Umwelt. Tatsächlich wurden solche Stoffe bereits in Gewässern und sogar in Vogeleiern nachgewiesen.

    Einige dieser Substanzen stehen im Verdacht, das Hormonsystem von Tieren zu beeinflussen. In der Umwelt können sie etwa die Entwicklung von Amphibien stören oder Fischpopulationen verändern.

    Korallen reagieren besonders sensibel auf Sonnencremes im Wasser

    Besonders sensibel reagieren Korallenriffe. So wurden bestimmte UV-Filter wie Octinoxat oder Benzophenon-3 in Regionen wie Hawaii verboten, weil vermutet wird, dass sie zur Schädigung von Korallen beitragen. Gleichzeitig zeigt sich, selbst Produkte, die als „korallenfreundlich“ beworben werden, können weiterhin schwer abbaubare oder umweltschädliche Stoffe enthalten. Verbindliche Umweltanforderungen gibt es bislang nicht.

    Ein weiterer, oft übersehener Punkt ist die Haltbarkeit von Sonnencreme. Auch hier spielt Umweltbewusstsein eine Rolle. Denn einige UV-Filter können sich mit der Zeit verändern: So kann sich etwa der Filter Octocrylen in Benzophenon umwandeln, eine Substanz, die als möglicherweise krebserregend eingestuft wird und hormonähnlich wirken kann. Das bedeutet alte oder falsch gelagerte Sonnencreme kann nicht nur gesundheitlich problematisch sein, sondern auch zusätzliche Belastungen für Umwelt und Gewässer darstellen.

    Wer bewusster wählen möchte, kann auf mineralische UV-Filter achten. Diese sind etwa in zertifizierter Naturkosmetik zugelassen und gelten insbesondere bei empfindlicher Haut als Alternative, auch wenn Fragen etwa zu Nanopartikeln noch nicht abschließend geklärt sind.

    Sonnencreme schadet der Umwelt? Es gibt einen simplen Lösungsansatz

    Am wirksamsten bleibt jedoch ein einfacher Ansatz: weniger Eintrag in die Umwelt. UV-Schutzkleidung, Schatten und angepasste Badezeiten am frühen Morgen oder späten Nachmittag helfen, den Einsatz von Sonnencreme zu reduzieren, ohne die Haut zu gefährden.

    Sonnenschutz bleibt unverzichtbar. Doch wer bewusst auswählt, auf Inhaltsstoffe und Haltbarkeit achtet und umsichtig handelt, schützt nicht nur sich selbst – sondern auch Meere und Korallenriffe. Denn echter Schutz hört nicht am eigenen Körper auf.

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