So schön der Sommer auch ist, ein lästiger Begleiter taucht immer wieder auf: der Mückenstich. Oft wacht man auf und entdeckt einen neuen oder auch mehrere rote, juckende Punkte auf der Haut. Manche Mücken stechen Menschen offenbar häufiger als andere Wirte. Doch bevorzugen die Insekten Menschenblut tatsächlich gegenüber dem von Tieren? Mit dieser Frage hat sich eine brasilianische Studie beschäftigt.
Warum saugen Mücken Blut?
Nicht alle Mücken saugen Blut – das tun ausschließlich die Weibchen. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erklärt, benötigen sie die im Blut enthaltenen Proteine, um nach der Befruchtung ihre Eier bilden und ablegen zu können. Blut ist für Mückenweibchen also keine Nahrungsquelle im eigentlichen Sinne, sondern eine Voraussetzung für die Fortpflanzung.
Der Erhalt dieser Insektengruppe ist von großer Bedeutung. Denn so lästig Mücken für den Menschen auch sind, für das Ökosystem spielen die Insekten eine wichtige Rolle. Mücken und ihre Larven dienen zahlreichen Tieren als Nahrungsquelle, etwa Vögeln, Spinnen oder Amphibien. Würden Mücken vollständig verschwinden, hätte das demnach spürbare Folgen für viele andere Arten.
Bevorzugen Mücken wirklich Menschenblut?
Laut einer Stichprobe einer brasilianischen Studie stammten die meisten Blutmahlzeiten der untersuchten Mücken von Menschen. Zu dem Ergebnis ist ein Forschungsteam um die Mückenexpertin Dálete Cássia Vieira Alves gekommen. In ihrer Arbeit, welche 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Ecology and Evolution veröffentlichte wurde, untersuchten die Forschenden, von welchen Wirten sich Mücken im brasilianischen Regenwald ernähren. Neben Menschen leben in den erforschten Gebieten rund 850 Vogelarten, 370 Amphibien, 200 Reptilien, 270 Säugetiere und etwa 350 Fischarten – also eine Vielzahl potenzieller Blutquellen.
Für ihre Analyse fingen sie insgesamt 1714 Mücken. Allerdings waren nur 145 davon weiblich und damit überhaupt in der Lage, Blut zu saugen. Von lediglich 24 Weibchen konnten schließlich verwertbare Blutproben entnommen und untersucht werden. In der Stichprobe wurden 18 der untersuchten Blutproben dem Menschen zugeordnet. Weitere Nahrungsquellen waren sechs Vögel, ein Amphibium, ein Hund sowie eine Maus. In dieser Stichprobe stammten die meisten Blutmahlzeiten von Menschen.
Als mögliche Erklärung dafür vermuten die Forschenden einen Zusammenhang mit der fortschreitenden Zerstörung des Regenwaldes. Denn durch die Abholzung und den damit verbundenen Verlust von Lebensräumen gehe die Biodiversität zurück. Dadurch stünden Mücken weniger tierische Wirte zur Verfügung, sodass sie vermehrt auf alternative Blutquellen ausweichen müssten – etwa auf den Menschen.
Die Aussagekraft der Ergebnisse ist jedoch begrenzt, da die Stichprobe sehr klein und zudem auf ein spezifisches Gebiet in Brasilien beschränkt ist. Inwieweit sich daraus ableiten lässt, dass Mücken Menschenblut bevorzugen, bleibt offen. Selbst die Forschenden betonen, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Stichmuster von Mücken besser zu verstehen.
Blutgruppe: Welches Menschenblut mögen Mücken besonders?
Manche Menschen scheinen für Mücken besonders attraktiv zu sein – sie werden häufiger gestochen als andere. Laut dem Diplom-Biologen Dr. Thomas Morwinsky gibt es dafür bestimmte Gründe. Wie er dem Bayerischen Rundfunk erklärt, spielt der Geruchssinn eine zentrale Rolle. Dieser sei „der wichtigste Sinn für Mücken, um ihre Blutwirte zu finden“, so der Mückenexperte.
Zusätzlich könne auch die eigene Blutgruppe eine Rolle spielen. So gilt Morwinsky zufolge etwa die Blutgruppe 0 als besonders attraktiv für die Gelbfiebermücke. Ob diese Vorliebe jedoch auch auf andere Mückenarten übertragbar sei, sehe der Experte kritisch.
Übrigens: Mücken können Krankheitserreger auf Menschen übertragen. Daher war die Sorge besonders groß, als die Asiatische Tigermücke zunehmend in Deutschland auftauchte.
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