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Lebensdauer Heizung: Öl, Gas, Wärmepumpe, Pellet, Solarthermie – typische Jahre, Richtwerte nach VDI, Wartung

Energiekolumne

Wie lange hält eine Heizung wirklich?

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    Eine Heizung kann Jahrzehnte laufen – wie lange sie wirklich durchhält, hängt aber stark von äußeren Faktoren ab.
    Eine Heizung kann Jahrzehnte laufen – wie lange sie wirklich durchhält, hängt aber stark von äußeren Faktoren ab. Foto: Marijan Murat, dpa

    Ein 40 Jahre alter Ölheizkessel – ja, man trifft ihn noch an, wenn auch nur in äußerst seltenen Fällen. Ob man als Besitzer oder Besitzerin stolz auf solch einen Dinosaurier im Heizungskeller sein sollte? Eher nicht, denn aufgrund der veralteten Technik ist der Energieverbrauch gewaltig und die CO₂-Belastung entsprechend hoch. Neuere Heizkessel – egal ob mit Öl oder Gas als Brennstoff – arbeiten deutlich effizienter. Aber wie sieht es mit deren Lebensdauer aus? Und wie langlebig sind Heizsysteme wie Wärmepumpen und Holzpelletkessel, die auf erneuerbaren Energien basieren?

    Typische Lebensdauer von Öl- und Gaskesseln

    Man kann davon ausgehen, dass sich Öl- und Gaskessel der jüngeren Generation von älteren Modellen in puncto Lebensdauer nicht großartig unterscheiden. Etwas anders sieht das bei den kompakten Gasthermen aus. Die neueren Geräte sind auf eine hohe Effizienz getrimmt, die verbauten Komponenten sind filigraner, was sie anfälliger macht. Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) gibt für Öl- und Gaskessel mit Brennwerttechnik eine typische Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren an, der Wert für eine Gastherme liegt etwas darunter – wobei es Ausreißer nach oben und unten gibt. Mancher Öl- und Gaskessel mit Brennwerttechnik verrichtet auch nach 25 Jahren noch zuverlässig seinen Dienst.

    Anders als bei den klassischen Kesseln hängt die Lebensdauer einer Gas- oder Ölheizung von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger Aspekt ist die Qualität des Heizungswassers. Hartes, kalkhaltiges Heizungswasser führt zu schädlichen Kalkablagerungen. Auch die Taktung ist ein wichtiges Kriterium, sprich: wie oft sich die Anlage an- und wieder ausschaltet. Je höher die Taktung, desto höher ist auch der Verschleiß. Die richtige Dimensionierung der Anlage ist hier wichtig. Das heißt: Die Größe des Heizkessels sollte zum Wärmebedarf passen. Eine lebensverlängernde Maßnahme ist zudem die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb.

    Ausnahmen bestätigen die Regel

    Letzteres ist bei einem Pelletskessel besonders wichtig – was auch daran liegt, dass hier mehr mechanische Teile verbaut sind. Man denke nur an die Förderschnecke beziehungsweise Saugturbine, mit deren Hilfe die Pellets zur Brennkammer befördert werden. Die dabei verbauten Teile sind anfälliger für Verschleiß und Störungen durch Staub oder Fremdkörper als die doch relativ einfachen Brenner von Gas- oder Ölheizungen. Der VDI gibt für Pelletheizanlagen eine typische Lebensdauer von 15 bis 18 Jahren an. Sie liegt damit etwas unter der von Öl- und Gaskesseln. Aber auch hier gilt: Häufig findet man Pelletheizungen, die 20 Jahre und mehr im Einsatz sind.

    Für die Wärmepumpe nennt der VDI eine zu erwartende Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Untersuchungen aus der Schweiz, wo schon seit Jahrzehnten auf Wärmepumpen gesetzt wird, sprechen von einer Lebensdauer von durchschnittlich 20 Jahren bei Luft-Wasser-Wärmepumpen und knapp 27 Jahren bei Erdwärmepumpen. Manche Wärmepumpe ist sogar nach 40 Jahren noch im Einsatz und liefert noch zuverlässig Wärme. Eine noch deutlich längere Lebensdauer kann von den Erdsonden bei Erdwärmepumpen erwartet werden. So kann eine Erdsonde über einen Zeitraum von 50 bis 80 Jahren als Wärmequelle für mehrere Generationen von Wärmepumpen dienen.

    Was es mit dem „Takten“ auf sich hat

    Der entscheidende Faktor für die Lebensdauer einer Wärmepumpe ist dabei die Zahl der Verdichterstarts – sprich, wie oft der Kompressor als Herzstück der Wärmepumpe anspringt. Häufiges „Takten“, so der Fachausdruck, schadet der Wärmepumpe. Die richtige Dimensionierung des Geräts ist also auch hier enorm wichtig, sorgt sie doch für lange Laufzeiten auf niedrigem Niveau.

    Solarthermieanlagen gelten ebenfalls als zuverlässige und langjährige Wärmelieferanten. Bei den Kollektoren kann man mit einer Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren rechnen – ähnlich wie bei Fotovoltaikmodulen.

    Zur Person

    Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!.

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