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Verdauungsprobleme bei Hunden: Ursachen erkennen und richtig handeln

Gersthofen

Wenn der Hund Verdauungsprobleme hat: Tierärztin gibt Tipps

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    Rohe Knochen sind nicht für jeden Hund geeignet.
    Rohe Knochen sind nicht für jeden Hund geeignet. Foto: huntun, Adobe Stock

    Hundehalter sollten gut über das Thema Verdauung informiert sein. Denn hinter Magen-Darm-Problemen könnte eine unerkannte Krankheit stecken. „Verdauungsprobleme zeigen sich häufig durch Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit. Aber auch verändertes Verhalten wie Unruhe, Rückzug, vermehrtes Schmatzen, Aufstoßen oder Speichelfluss können Hinweise sein“, erklärt Dr. Sabine Lentz, Tierärztin aus Gersthofen.

    Von einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung über Gastritis, von Lebererkrankungen zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis zu Infektionen können zahlreiche Erkrankungen Verdauungsprobleme auslösen. „Deswegen ist bei länger anhaltenden Problemen eine gründliche Ursachenforschung notwendig“, sagt Lentz. Danach richtet sich dann auch die Therapie. „Therapeutische Ansätze beinhalten den Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten durch Infusionen, was gerade bei akuter Gastroenteritis oft sehr wichtig ist. Aber auch die Gabe von Medikamenten und Futterzusatzstoffen sowie die Fütterung entsprechender Diäten kann erforderlich sein“, erklärt die Tierärztin. 

    Allergien, Leckerlis und Unverträglichkeiten sind Gründe für Magenprobleme bei Hunden

    Auch die Ernährung selbst kann eine Ursache für die Verdauungsprobleme sein. Unverträglichkeiten oder Allergien auf tierische Futterproteine sind häufig. 30 bis 40 Prozent aller Hunde mit allergischen Symptomen an der Haut sind Nahrungsmittelallergiker. Etwa weitere 40 Prozent der Tiere zeigen neben einer echten Allergie auch weitere unerwünschte Reaktionen auf Hundefutter. Man spricht dann von einer Futtermittelunverträglichkeit, -überempfindlichkeit, oder -intoleranz.

    „Hunde können diese im Laufe ihres Lebens entwickeln oder von klein auf mit sich bringen. Typische Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, zwanghafte Leck- und Schluckanfälle oder auch Haut- beziehungsweise Ohrenprobleme“, sagt Lentz. Eine Futtermittelallergie lässt sich nur durch eine sogenannte „Eliminationsdiät“ nachweisen: Dabei werden Nahrungsmittel, die unter dem Verdacht stehen, eine allergische Reaktion oder eine Unverträglichkeit auszulösen, für eine gewisse Zeit vom Speiseplan gestrichen. Dabei gibt es aber viele Stolpersteine. „Daher ist eine ausführliche Aufklärung seitens des Tierarztes über die Dauer und Art der Durchführung dieser Diätform und die Zusammensetzung des Futters absolut nötig“, so Lentz. 

    Genau wie das Hauptfutter könnten aber auch Leckerlis die Quelle einer Nahrungsmittelunverträglichkeit- oder Futtermittelallergie sein. „Leckerlis sind keineswegs als rein nebensächlich zu betrachten. Halter sollten bei der tierärztlichen Befunderhebung stets aufzählen, welche und wie viele Leckerlis der Hund erhält“, rät die Tierärztin. 

    Hund mit Magenschmerzen: Auch Parasiten können Verdauungsprobleme verursachen

    Parasiten wie Giardien und innere Würmer können ebenfalls der Grund für die Probleme sein, führen laut Expertin jedoch eher nur bei Jungtieren und geschwächten Tieren zu Durchfall. „Nach einer parasitologischen Kotuntersuchung oder einem positiven Schnelltest gegen parasitäre Einzeller wie Giardien kann man folglich aber sehr gezielt behandeln“, so Lentz. Eine Besiedelung des Darmes mit Würmern sei häufig auch eine unterschätzte Zoonose: Also eine Krankheit, die von Tier auf Mensch und umgekehrt übertragen werden kann.

    „Besitzer, Kleinkinder oder immungeschwächte und geriatrische Personen im Haushalt gilt es hier, durch regelmäßige Entwurmungen des Tieres, etwa alle vier Wochen, zu schützen“, erklärt die Tierärztin. Auch die Fütterung von Rohfleisch (BARF) berge deswegen Risiken. Das „Barfen“ verbiete sich laut Expertin grundsätzlich bei Hunden im Wachstum. Bei erwachsenen Hunden sollte die Barf-Ration von einem Fachtierarzt für Tierernährung überprüft worden sein, da ansonsten ernsthafte körperliche Schäden drohen. Tiere mit sensibler oder gestörter Verdauung sollten zudem keine echten Knochen zum Fressen bekommen. 

    Sollten Pro- und Präbiotika bei Hunden mit Magenproblemen zur Anwendung kommen? 

    Präbiotika fördern das Wachstum gesunder Darmbakterien, während Probiotika lebende Mikroorganismen sind, die die Darmflora direkt unterstützen. „Beide sollten bei akuten oder chronischen Durchfällen zum Dickdarmaufbau nach Antibiotika-Einsätzen, nach parasitärer Besiedlung des Darmes oder anderen Erkrankungen zugeführt werden“, sagt Lentz. Tierhalter sollten aber nur zu Produkten greifen, die speziell für Hunde entwickelt wurden. Tierärztin Lentz rät Hundehaltern, die Wahl des Produkts mit einem Arzt abzustimmen, da nicht alle frei verkäuflichen Produkte ihren Zweck erfüllen und bei falscher Anwendung vor allem eines unnötig belasten: den Geldbeutel der Besitzer. 

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