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Atomunglück: Was wäre, wenn…

Atomunglück

Was wäre, wenn…

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    „Grundsätzlich wird bei einem Zwischenfall gegen den Wind evakuiert.“Roman Gepperth vom Landratsamt
    „Grundsätzlich wird bei einem Zwischenfall gegen den Wind evakuiert.“Roman Gepperth vom Landratsamt

    Gundremmingen/Günzburg Nach der Atomkatastrophe in mehreren japanischen Kernkraftwerken sind viele Menschen besorgt. Was geschieht, wenn in einem deutschen Atomkraftwerk wie in Gundremmingen ein Unglück passiert? Dafür gibt es seit vielen Jahren spezielle Notfallpläne. Diese sind allerdings streng geheim, sagt Roman Gepperth, Bereichsleiter für Katastrophenschutz sowie Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Günzburg. Man wolle damit niemanden aufschrecken und Manipulationen verhindern.

    Bekannt sind aus den Plänen nur einige Dinge. In den „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ sind einige Schutzmaßnahmen enthalten. Unter anderem ist die Umgebung um das Kraftwerk in verschiedene Zonen unterteilt: Sollte aus dem Meiler radioaktive Strahlung austreten, gibt es für einen 25-Kilometer-Radius um Gundremmingen einen Katastrophenplan. „Je nachdem, was im Kernkraftwerk genau passiert, wird dann gehandelt“, erklärt Gepperth.

    Detaillierte Evakuierungspläne liegen für die Bevölkerung in einem Zehn-Kilometer-Umkreis in der Schublade (siehe Grafik). Darin ist genau festgelegt, in welche Gebiete die Bewohner dieser Zone im Notfall gebracht werden. Die Zone ist in Sektoren aufgeteilt. Starr ist diese Einteilung jedoch nicht. Bei Bedarf wird sie angepasst, wie Gepperth sagt. Auch in Japan wurde die Evakuierungsgrenze immer weiter ausgedehnt, momentan liegt sie bei 20 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima. „Grundsätzlich wird bei einem Zwischenfall gegen den Wind evakuiert“, erklärt Gepperth. Das heißt: Nicht der gesamte Bereich im Umkreis von zehn Kilometern muss betroffen sein. Je nachdem, wie groß die radioaktive Wolke ist, werden nur bestimmte Sektoren evakuiert. Die Katastrophenschutzbehörde organisiert dann Fahrgelegenheiten mit Bus und Bahn. Außerdem gibt es um das Kraftwerk einen Zwei-Kilometer-Radius. Was es damit genau auf sich hat, wollte Geppert nicht sagen.

    Über diese Einteilung hinaus gibt es bestimmte Verhaltensregeln für die Bevölkerung. Ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton signalisiert der Bevölkerung, dass sie ihre Rundfunkgeräte einschalten soll. Das ist laut Gepperth besonders wichtig. „Über Radio informiert die Katastrophenschutzbehörde, was zu tun ist“, erklärt er. Bei einem Zwischenfall sollten auf jeden Fall Fenster und Türen geschlossen gehalten werden, da radioaktive Stoffe vor allem über die Luft transportiert werden. Der Keller ist der sicherste Ort, da man dort vor den Strahlen am besten abgeschirmt ist.

    Zudem werden im Fall der Fälle Ausgabestellen für Jodtabletten eingerichtet. Sie sollen verhindern, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse sammelt. Personen über 45 Jahren sollten damit allerdings sehr vorsichtig sein: Die Tabletten können eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen. Außerdem kann in Notfallstationen die Strahlenbelastung gemessen werden. Auch Duschen stehen dort zur Verfügung, um strahlende Stoffe abzuwaschen.

    Sollte in Gundremmingen Strahlung austreten, läge das Katastrophenmanagement bei der Regierung von Schwaben, sagt Gepperth. „Die Notfallpläne werden regelmäßig angepasst und erweitert“, versichert er. Sicherlich werde man auch nach dem Unglück in Japan entsprechend handeln. Außerdem werden laut Gepperth in bestimmten Intervallen mehrere Szenarien in Form von Planspielen geübt, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

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