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Bäckerinnung: Retter des Morgens

Bäckerinnung

Retter des Morgens

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    „Wir stehen zwar früher auf als andere, aber dafür haben wir auch Freizeit, wenn andere arbeiten müssen und das ist nicht der einzige Vorteil unseres Berufes“, berichteten die Obermeister Josef Wengenmayer (hinten von links) und Günther Weindl den interessierten Jugendlichen bei der Infoveranstaltung zum Bäckerberuf.
    „Wir stehen zwar früher auf als andere, aber dafür haben wir auch Freizeit, wenn andere arbeiten müssen und das ist nicht der einzige Vorteil unseres Berufes“, berichteten die Obermeister Josef Wengenmayer (hinten von links) und Günther Weindl den interessierten Jugendlichen bei der Infoveranstaltung zum Bäckerberuf. Foto: Deger

    Autenried „Wir stehen zwar früher auf als andere, aber dafür haben wir auch Freizeit, wenn andere arbeiten müssen und das ist nicht der einzige Vorteil unseres Berufes.“ Diese Antwort gab der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung Günzburg-Krumbach, Günter Weindl, einem Jugendlichen bei einer Infoveranstaltung zum Bäckerberuf. 90 Lehrlinge, Bäckerinnen, Bäcker und Bäckerei-Fachverkäuferinnen bilden die 36 Mitgliedsbetriebe der Innung Günzburg-Krumbach im Augenblick aus. „Alle 90 haben die Chance auf eine gute Zukunft“, unterstrich Lehrlingswart Wolfgang Reiter bei der Innungsversammlung im Brauereigasthof Autenried.

    Das Bäckerhandwerk biete sichere Arbeitsplätze, gute Weiterbildungs- und Aufstiegschancen, interessante, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tätigkeiten, viel Selbstständigkeit und die Option, auch überall im Ausland problemlos Fuß fassen zu können, bemerkte Obermeister Josef Wengenmayer. Er wies die Innungsmitglieder auf die Ausbildungskampagne des Zentralverbandes hin, in welcher die Bäckerazubis als „Helden der Nacht und Retter des Morgens“ in ihrer Sprache angesprochen würden. Bei der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs habe derjenige die Nase vorn, der auf die Wünsche und Fragen der Jugendlichen die besten Antworten habe. Was für die Jugend gelte, das gelte auch für die Bäckermeister, die sich durch Qualität, Individualität und Frische von den Backshops abheben würden, die wie Pilze aus dem Boden schössen. Es heiße immer noch: „Ich gehe zu meinem Bäcker“ und nicht „Ich gehe in meinen Backshop“, sagte Wengenmayer. „Wir backen dem Land das Brot“, sei eine seit Urzeiten gültige Botschaft und daran änderten auch die Produkte nichts, deren aufgebackene Frische so kurzlebig sei, wie ihre Wege zum Kunden lang seien. „Die Zutaten der Backshopware sind auf lange Haltbarkeit ausgerichtet und nicht mit der Handwerksqualität und Frische der Erzeugnisse eines Bäckermeisters zu vergleichen. Frisch ist nicht gleich frisch“, sagte Weindl. Die vorgefertigten Teiglinge hätten nicht nur lange Wege hinter sich, sie stammten auch häufig aus Industriebetrieben und ausländischen Produktionsstätten.

    Gastreferent der Innungsversammlung war Oskar Gröger, Chef der „Bäko“, der Einkaufsgenossenschaft der schwäbischen Bäcker. Auch er wies die Bäckermeister darauf hin, dass ihre Konkurrenten nicht wie früher die Kollegen in ihrem Umfeld, sondern die Backstationen der großen Lebensmittelketten seien. Umso wichtiger sei es heute, den Genossenschafts- und Innungsgedanken zu stärken. Die alte Weisheit „Gemeinsam sind wir stark“ gelte mehr denn je.

    Um ihre Zukunft zu sichern, müssten sich die Handwerksbetriebe auch im Controlling, das heißt in der computerüberwachten, stringenten Betriebsführung, den heutigen Bedürfnissen anpassen. Allzu viele Bäckereien würden noch nach dem Prinzip geführt, dass die Betriebsabläufe und die Produktion „über den Daumen“ berechnet werden könnten. An dieser Fehleinschätzung seien in der Vergangenheit schon viele Handwerksbetriebe gescheitert, meinte Gröger.

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