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Bebauungsplan: „So machen wir den Dorfcharakter kaputt“

Bebauungsplan

„So machen wir den Dorfcharakter kaputt“

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    Dieses Grundstück an der Weidengasse im Leipheimer Stadtteil Riedheim soll mit mehreren Einfamilienhäusern bebaut werden.
    Dieses Grundstück an der Weidengasse im Leipheimer Stadtteil Riedheim soll mit mehreren Einfamilienhäusern bebaut werden. Foto: Bernhard Weizenegger

    Die Grundstücksgrößen sind gelinde gesagt überschaubar. Ein Investor plant, am Ortsrand von Riedheim zwölf Einfamilienhäuser zu bauen. Dafür muss nun ein Bebauungsplan erstellt werden. Die Grundstücksgrößen sind zwischen 300 und 500 Quadratmeter groß. Nicht nur die Fläche sorgte im Leipheimer Stadtrat für Diskussionen. Alles drehte sich um die Frage: Passt das Vorhaben in den dörflichen Charakter der Umgebung oder nicht? Hier spielte vor allem auch die Dachneigung eine Rolle.

    Schnell einig waren sich die Stadträte bei der Frage, ob die Straße zur Erschließung des vorgesehenen Baugebiets eine Gemeindestraße wird oder in privater Hand bleibt. Damit wäre der Investor auch für den Unterhalt zuständig. Es soll eine Privatstraße bleiben, war die einhellige Meinung im Stadtrat. Somit wurde auch die Anbindung an den Freudenberger Weg von der Mehrheit abgelehnt. UWG-Fraktionsvorsitzender Horst Galgenmüller sprach die einzelnen Grundstücksgrößen des geplanten Baugebiets an. „Wir haben ein Problem mit zwölf Häusern.“ Ursprünglich waren Grundstücke mit 300 bis 350 Quadratmetern vorgesehen. „Das ist sehr knapp. Hier wird mehr oder weniger alles versiegelt.“ Wie Bürgermeister Christian Konrad in der Sitzung informierte, hat der Investor bereits ein angrenzendes Grundstück dazugekauft und konnte so die Baugrenzen leicht verschieben. Die geringste Grundstücksfläche misst 305 Quadratmeter, der größte Bauplatz ist 540 Quadratmeter groß. Völlig ausreichend, wie Dieter Ammicht (SPD) findet. Nicht alle brauchen, so seine Erfahrung, einen Bauplatz mit einer Größe von 600 oder 700 Quadratmetern, beziehungsweise können sich diesen bei den aktuellen Preisen auch gar nicht leisten. „Es ist toll, dass es hier auch kleinere Grundstücke gibt.“

    Brigitte Mendle (Grüne) sah das ganz anders. „So machen wir den Dorfcharakter eventuell kaputt. Flächen werden gnadenlos versiegelt.“ Alexander Besdetko (FWL) forderte, dass sich das Vorhaben „ein bisschen an die Umgebung anpassen“ müsse. „Weder die Dachneigung noch die Größe passen zum Dorfcharakter.“ Der Investor wollte, weil es auch den Wünschen der Bauherren entspricht, eine Dachneigung von 15 bis 20 Grad. Volkhard Schreiner (CSU) sah das ähnlich wie sein Vorredner: „Es muss sich in das Bild einfügen.“ Aus dem Baugebiet dürfe keine separate Siedlung werden. So plädierte er für eine Dachneigung, die auch im Rest von Riedheim wiederzufinden ist, als etwa 35 Grad.

    Letztlich entschied die Mehrheit des Stadtrats, dass die Größen der Bauflächen so beibehalten werden sollen – hier gab es aber sechs Gegenstimmen. Außerdem wurde beschlossen, dass die Dachneigung nicht bei den gewünschten 15 bis 20 Grad liegt, sondern bei 35 bis 38 Grad – was ebenfalls sechs Stadträte ablehnten. Einstimmig wurde aber beschlossen, dass für die Aufstellung des Bebauungsplanes sowie zur Durchführung der Erschließungsarbeiten mit dem Investor ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden soll. Der Investor soll sämtliche Kosten übernehmen. Der Bebauungsplan wird mit den entsprechenden Änderungen nun öffentlich ausgelegt.

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