Jettingen-Scheppach Knapp ein Jahr ist vergangen, seitdem sich Dr. Emanuel Sawadogo von der Pfarrei Jettingen verabschiedet hat und in seine afrikanische Heimat nach Burkina-Faso zurückgekehrt ist. Doch den Kontakt zu „ihrem Pater Emanuel“ haben die Jettinger und Schönenberger nie abreißen lassen. Viel mehr noch: Ein Förderverein wurde gegründet, um den Geistlichen von Jettingen aus bei seinem Bildungsprojekt in der Diözese Kaya zu unterstützten. Der 46-Jährige ist dort für die Schulbildung in der gesamten Diözese zuständig. Jetzt sind erste Erfolge sichtbar.
Der Förderverein „Kaya-Emanuel“ ist mittlerweile auf 60 Mitglieder angewachsen. „Noch heute kommen neue Mitglieder dazu“, erzählt die Vorsitzende Anni Gay. Vor ihr auf dem Tisch liegen Fotos vom Abschied des Geistlichen vor etwa einem Jahr. Eine Gruppe ist mit zum Flughafen gereist, um sich zu verabschieden. „Komm guat hoim“, stand auf einem Plakat, das Bürger aus Schönenberg gebastelt hatten.
Seitdem hat sich viel getan. Im Gepäck hatte der 46-jährige Geistliche sogar einen ganzen Container voller Spenden. Computer, Nähmaschinen, Möbel, Geschirr, Schulranzen, ja sogar ein Auto haben die Bürger und örtlichen Firmen gespendet und Pater Emanuel mit auf den Weg gegeben. Regelmäßig berichtet der Geistliche von seiner Arbeit in dem armen Land und von den unvorstellbaren Bedingungen, unter denen der Unterricht stattfindet. Beispielsweise in einer Schule in der Sahelzone. Kilometerweit müssen die Kinder jeden Morgen laufen, um zur Schule zu kommen. Ein richtiges Klassenzimmer gibt es nicht. „Die Wände und das Dach sind aus Schilfmatten. Das alles wird nur von Ästen zusammengehalten“, erzählt Anni Gay. Die 110 Schüler werden von nur einem Lehrer unterrichtet. Die meisten der Kinder haben nicht einmal ein Pausenbrot dabei – sie hungern. Es herrscht eine große Dürre. „Die Ernte ist dieses Jahr vertrocknet“, berichtet Anni Gay. Doch mit leerem Magen lernt es sich schlecht. Deshalb möchte der Förderverein dafür sorgen, dass die Kinder in der Schule wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag bekommen. 1,50 Euro kostet das pro Schüler. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder etwas zu Essen haben“, betont Anni Gay.
Um sich vor Ort ein Bild zu machen, reist die Gruppe von circa zehn Personen Mitte Februar nach Burkina-Faso. Franz Schmid vom Förderverein sagt: „Wir hatten noch vor seiner Abreise gesagt, dass wir ihn besuchen kommen. Dass es jetzt aber so schnell geht, hätten wir nicht gedacht.“
11000 Euro sind mittlerweile nach Angaben von Anni Gay an Spenden zusammengekommen. Es soll noch mehr werden. Denn neben der Schulspeisung gibt es noch viele andere Projekte, die unterstützt werden wollen. Und oft sind es kleine Dinge, die viel bewirken. Und sei es nur, dass sich Pater Emanuel schönes, dickes Papier für die Zeugnisse und Urkunden wünscht. „Wir wissen, wo das Geld hinkommt“, sagt Anni Gay. Und das es an der richtigen Stelle ankommt, da ist sie sich sicher. Einmal habe Pater Emanuel zu ihr gesagt: „Wir haben zwar kein Geld, aber wir wollen die beste Bildung in Afrika machen.“
Konzert: Am Sonntag, 22. Januar, findet um 15 Uhr ein Konzert zur Unterstützung des Bildungsprojekts in der St. Martin Kirche in Jettingen statt. Eine Trommelgruppe, die noch von Pater Emanuel gegründet wurde, wird die Kirche mit afrikanischen Klängen erhellen. Unterstützt wird die Gruppe von der Mezzosopranistin Silvia Hartmann.