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Burtenbach

30.01.2019

Firma Stern will den weltweiten Markt erobern

Fabian Dolde (links) und Hasan Yildiz sind die Geschäftsführer der Firma Stern und des neu gegründeten Unternehmens Eurotec. Stolz sind sie auf die hochmodernen Maschinen, die digitalisiert und vernetzt sind.
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Fabian Dolde (links) und Hasan Yildiz sind die Geschäftsführer der Firma Stern und des neu gegründeten Unternehmens Eurotec. Stolz sind sie auf die hochmodernen Maschinen, die digitalisiert und vernetzt sind.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Unternehmen in Burtenbach ist in den vergangenen Jahren konstant gewachsen.Jetzt wurde ein zweistelliger Millionenbetrag in eine Erweiterung  investiert.

2009 hat alles ganz klein begonnen. Drei Mitarbeiter waren damals bei der Firma Stern in Burtenbach am Start. Zehn Jahre später ist daraus ein großes Unternehmen geworden, das sich deutschlandweit in der Metallverarbeitung einen Namen gemacht hat. Jetzt setzt Stern noch eins obendrauf: Ein zweistelliger Millionenbetrag ist in ein neues Werk mit zwei Produktionshallen und in die Gründung der Firma Eurotec Innovation geflossen. Mit diesem zweiten Standbein haben die beiden Geschäftsführer Hasan Yildiz und Fabian Dolde sich für 2019 ehrgeizige Ziele gesetzt. „Wir wollen auf den weltweiten Markt.“ Mittelfristig sollen 50 bis 80 neue Arbeitsplätze entstehen.

Hasan Yildiz, vor wenigen Tagen 38 geworden, war von Anfang an bei Stern in der Industriestraße dabei. Eine klassische Schlosserei sei es damals noch gewesen, bis 2012 hat sich ein Trio die Arbeit geteilt. Mit dem Anschaffen einer Lasermaschine im selben Jahr hat sich alles verändert. Das Unternehmen wuchs rasant auf jetzt 80 Mitarbeiter an, die im Drei- oder Vierschicht-Takt zu Gange waren. Stern bietet den Kunden „einfach alles, was mit Metall zu tun hat“, umschreibt es Yildiz. Vom Drehen, Fräsen über Schweißen bis hin zu Schleifen reicht die Palette, doch Herzstück und Hauptgeschäft ist das Laserschneiden.

Auch im Ausland ist die Firma Stern vertreten

Inzwischen gibt es schon drei Lasermaschinen. 2014 kam ein weiterer Standort in Münsterhausen hinzu, auch im Ausland ist Stern vertreten. Kunden kommen inzwischen nicht mehr nur aus der Region, sondern aus ganz Deutschland.

Und trotzdem ist die Burtenbacher Firma selbst Einheimischen nicht unbedingt ein Begriff. Yildiz weiß auch, woran das liegt. „Wir haben bisher keine große Werbung und alles stillschweigend gemacht.“ Der Betrieb in der Industriestraße ist auch ziemlich unauffällig – und bot am Ende nicht mehr genügend Platz. 1400 Quadratmeter Fläche waren laut Yildiz viel zu klein. Die Gemeinde Burtenbach suchte und fand 10000 Quadratmeter, direkt gegenüber der Firma Kögel. Dort darf Stern expandieren, schließlich wird seit 2016 an etwas ganz Großem gearbeitet: Eine GmbH wurde gegründet und mit Fabian Dolde kam ein zweiter Geschäftsführer mit ins Boot.

Der erst 23-Jährige, der zeitgleich bis vor kurzem noch Maschinenbau und Betriebswirtschaft studierte, hat seitdem im Hintergrund an der Gründung einer zweiten Firma namens Eurotec Innovation getüftelt. Alle bisherigen Standorte bleiben erhalten, erklärt Yildiz. Stern wird weiter eigenständig auftreten, aber über allem thront Eurotec. Viel Geld nahmen die Geschäftsführer dafür in die Hand, sie sprechen von einem zweistelligen Millionenbetrag. „Wir wollen künftig als eigener Hersteller auftreten, Eurotec soll dort ansetzen, wo für Stern Schluss ist“, sagt Fabian Dolde.

Neue Firma Eurotec entwickelt Maschinen, Stern fertigt sie

Das Burtenbacher Unternehmen plant, Bauteile aus einer Hand zu liefern: Eurotec entwickelt die Maschinen, Stern fertigt sie, Eurotec übernimmt dann Vertrieb, Montage und Wartung. Im Portfolio sind dann auch noch Sondermaschinenbau, Gleitschleiftechnik und Prozesswassertechnik (Zentrifugen). Das Geschäftsmodell ist laut Fabian Dolde skalierbar, der Umsatz könne, ohne dass zusätzliche Ressourcen eingesetzt werden müssen, vergrößert werden. Schlüssel zum Erfolg sei die Flexibilität, „wir können teilweise schon am nächsten Tag liefern“.

Die Produktionshallen stehen schon, in Halle eins wird künftig die neue Pulverbeschichtung durchgeführt, die zweite Halle dient zum Lasern, Drehen, Schweißen und Bohren. Außerdem kommt ein Bürokomplex hinzu. Der ursprüngliche Standort wird zum Montagewerk umfunktioniert und in Münsterhausen soll entwickelt und geforscht werden. Der Probebetrieb läuft bereits, in nächster Zeit soll dann schrittweise der Umzug über die Bühne gehen.

Die Zahl der Mitarbeiter soll verdoppelt werden

Fabian Dolde kann es kaum abwarten, in dem neuen, hochmodernen Komplex zu arbeiten, hier werde der Begriff „Industrie 4.0“ von vorne bis hinten umgesetzt. „Jede Maschine ist verzahnt, alles ist vernetzt und digitalisiert“, sagt Dolde stolz. Sogar das Lichtsystem ist intelligent und kann von überall auf der Welt via I-Padsystem gesteuert werden. Der Materialfluss sei abgestimmt auf das Bedürfnis der Mitarbeiter. „Wir haben auf einer grünen Wiese, einem green field, alles genau so angeordnet, wie wir es brauchen“, sagt Dolde. Auch der Umweltaspekt wurde nicht vergessen. Die Abwärme der Pulverbeschichtungsanlage geht nicht verloren, sondern wird mit unterirdischen Kanälen weitertransportiert und genutzt. Das Bürogebäude ist Dolde zufolge 30 Prozent energiesparender als im Durchschnitt.

Und weil für all das die 80 Mitarbeiter nicht mehr ausreichen werden, soll ihre Zahl über kurz oder lang verdoppelt werden. „Wir denken jetzt globaler“, sagt Geschäftsführer Dolde. Der Markt wachse, die Nachfrage nach deutscher Qualität sei hoch.

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