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Günzburg: Lärmschutz an der Autobahn: Leinheims Bürger werden lauter

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Lärmschutz an der Autobahn: Leinheims Bürger werden lauter

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    Vor einem Jahr setzten die Anlieger von Nornheim (Peter Schulze, links) und Leinheim (Hans Kaltenecker, rechts) für eine Verbesserung des Lärmschutzes an der A8 Politiker in Bewegung. Passiert ist seitdem nichts.
    Vor einem Jahr setzten die Anlieger von Nornheim (Peter Schulze, links) und Leinheim (Hans Kaltenecker, rechts) für eine Verbesserung des Lärmschutzes an der A8 Politiker in Bewegung. Passiert ist seitdem nichts.

    Eine Petition für einen besseren Lärmschutz an der Autobahn in Höhe des Günzburger Stadtteils Leinheim wurde vergangenes Jahr im Schnellverfahren abgelehnt. Hochrangige Politiker haben sich vor Ort die Situation angeschaut und Hilfe versprochen. Als im Februar Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach Günzburg kam, hatte er mit der Aussicht auf Geschwindigkeitsbeeinflussungsanlagen ein Millionenprojekt im Gepäck. Doch das reicht den Bürgern nicht.

    Von der Politik im Stich gelassen

    Die Vertreter der Leinheimer Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von den Verantwortlichen im Stich gelassen. „Alle zeigten für unser Anliegen Verständnis und konnten unsere Argumentation nachvollziehen. Aber geholfen hat uns bisher niemand. Wir wurden immer nur vertröstet oder mit der Begründung abgewiesen, dass die Lärmwerte im Rahmen des erlaubten und genehmigten seien. Dies lassen wir so nicht gelten. Der Lärmschutzwall ist aus unserer Sicht unvollständig“, schreiben Hans Kaltenecker, Christian Zacher und Georg Büchele in einem gemeinsamen Brief an Landrat Hans Reichhart und seine vier Stellvertreterinnen.

    Damit wollen sie erneut auf die Lärmproblematik an der Autobahn aufmerksam machen. Denn in Höhe Leinheim klafft im Lärmschutzwall eine Lücke. Ihrer Meinung nach höre der Wall im Osten zu früh auf und im West flacht er ab. So sei es möglich, dass der Lärm von der A 8 direkt nach Leinheim komme. Bisher sei von der zuständigen Autobahndirektion Südbayern argumentiert worden, dass eine Hochspannungsleitung über die A8 führe und deshalb der Wall abgeflacht werden musste. Im Winter wurde diese Leitung abgebaut, die Lücke im Wall aber noch nicht geschlossen.

    Es wird wieder lauter

    „Wie leise es in Leinheim sein kann, konnten wir die letzten Wochen erleben und feststellen. Durch den reduzierten Straßenverkehr ging der Lärm deutlich zurück. So ruhig, wie es schon seit Jahren nicht mehr war. Doch nun wird es wieder lauter“, schreiben die Leinheimer.

    Die Geschwindigkeitsbeeinflussungsanlagen an Schilderbrücken ermöglichen eine der Verkehrssituation angepasste Regelung der Höchstgeschwindigkeit. So kann beispielsweise bei widrigen Wetterverhältnissen oder einer Unfallstelle der Verkehr rechtzeitig verlangsamt werden. Die Autobahn-Anlieger versprechen sich davon wenig: „Bitte vertrösten Sie uns nicht mit einer Verbesserung der Situation durch die geplante temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung. Wir sehen es sehr skeptisch, dass dadurch der Lärm gesenkt werden könnte. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung wird nur zugeschaltet, wenn der Verkehr sowieso schon langsamer wird (Stau, Wetter…) und nicht, damit der Lärm gesenkt wird“, heißt es in dem Brief. Stattdessen fordern die Leinheimer eine Messung des tatsächlich entstehenden Verkehrslärms. Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn basieren auf Berechnungen, die jedoch aufgrund verschiedenster Parameter vom tatsächlichen Lärmaufkommen abweichen können. Reichharts Vorgänger Hubert Hafner hatte sogar finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, wenn ein Gutachten durch eine Prüfstelle erstellt würde. „Wir brauchen eine sichere Lösung für diesen Lärm, der zeitweise unerträglich ist und die Lebensqualität in Leinheim massiv einschränkt.“

    Der Lärm der A 8 müsse an der Entstehung, also auf und an der Autobahn eingedämmt werden, sodass er erst gar nicht bis nach Leinheim komme. Die Vervollständigung des Lärmschutzwalles wäre ein erster Schritt, zusätzliche Wände auf diesem Wall ein weiterer Schutz.

    Landrat Hans Reichhart macht in diesem Punkt auf Nachfrage wenig Hoffnung. „Kostenträger für den Bau von Lärmschutz ist der Bund. Und dessen Planungen beruhen auf Berechnungen. Wir werden weiter darauf drängen, dass der Lärmschutz entlang der A 8 verbessert wird. Die geplante Verkehrsbeeinflussungsanlage ist ein erster Schritt. Die Verkehrssicherheit wird verbessert. Ich verspreche mir davon aber auch eine Reduzierung des entstehenden Verkehrslärms“, sagt der ehemalige bayerische Verkehrsminister.

    „Wir erwarten, dass unser Anliegen ernst genommen wird“, schreiben die Bürgervertreter. Und weiter: „Die Bewohner Leinheims sind Bürger des Landkreises Günzburg. Wir können erwarten, dass man sich unseren Belangen annimmt und dafür sorgt, dass das Leben hier in Leinheim lebenswert ist.“

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