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Herr Kiermasz: Übernehmen Sie Verantwortung für den Straßenausbau!

Kommentar Von Heike Schreiber
18.11.2020

Die Anwohner von Egenhofen müssen keine Straßenausbaubeiträge zahlen. Die Kritik am ehemaligen Bürgermeister Matthias Kiermasz ist groß.

Ein jahrelanger Streit hat endlich ein Ende. Ein glückliches Ende für die Bewohner des Kammeltaler Ortsteils Egenhofen. Sie müssen nun doch nicht die gefürchteten hohen Beiträge für den Ausbau ihrer Dorfstraße bezahlen. Nach Jahren des Streits zeigt sich, dass sie von Anfang an mit ihrer Meinung recht hatten: Die Straße war längst erschlossen, die Gemeinde Kammeltal kann die Egenhofer für den Ausbau nicht zur Kasse bitten.

Dass die Bürger späte Genugtuung erfahren, ist dem neuen Bürgermeister Thorsten Wick zu verdanken. Er hat erst im Mai sein neues Amt angetreten, lange nachdem die Baumaßnahme abgeschlossen war. Zu verantworten hat er das Projekt nicht. Trotzdem hat sich Wick umgehend der Angelegenheit angenommen, sich hineingekniet in Akten und historische Unterlagen, Behörden und Rechtsanwälte bemüht und nach wenigen Monaten geschafft, was zuvor in Jahren nicht gelungen war: Beweise zu finden, dass es sich nicht um eine Ersterschließung handelt. Warum war dieses Millionen-Projekt nicht schon vor Jahren, bevor es überhaupt im Rat abgesegnet worden war, so detailliert geprüft worden?

Bürgermeister Kiermasz und Gemeinderat Kammeltal haben es verbockt

Schlichtweg verbockt haben es der damalige Bürgermeister Matthias Kiermasz und der damalige Gemeinderat, der die Beschlüsse scheinbar gedankenlos mittrug und dabei auch sämtliche Bedenken von Anwohnern und Behörden überhörte. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auf Biegen und Brechen ein Straßenausbau durchgeboxt werden sollte, um schnell noch Beiträge zu kassieren, bevor die Gesetze geändert wurden. Oder vielleicht auch, um vor den anstehenden Kommunalwahlen möglichst gut dazustehen? Der Schuss ging nach hinten los, Kiermasz wurde bekanntlich abgewählt.

Und jetzt muss es die Gemeinde ausbaden, sie bleibt – da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts erstattet bekommt – auf einer Millionensumme sitzen. Letztlich zahlen die Bürger die Rechnung, sei es über Steuern oder wenn andere Projekte möglicherweise verschoben oder ganz gestrichen werden müssen. Das sollte man sich nicht gefallen lassen, der ehemalige Bürgermeister sollte zur Rechenschaft gezogen werden und dafür gerade stehen.

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