Die Diagramme der Regionalmarketing erreichen immer noch größere Höhen: Inzwischen kratzt der Balken, der die Übernachtungszahlen im Landkreis 2018 darstellen soll, deutlich an der Millionen-Marke. Doch bis die hunderttausenden Menschen, die für ihren Urlaub ein Bett im Landkreis suchen, auch möglichst alle Anbieter finden können, wird es noch etwas dauern. Der erste Schritt dazu ist die Kooperation des Unternehmens OBS mit dem Landkreis, die seit November läuft. Beim Touristischen Jahresauftakt im Schulmuseum Ichenhausen gab es dazu Informationen – und auch schon die ersten Erfahrungsberichte.
Tourismus-Zahlen für den Landkreis Günzburg
Bei den Übernachtungszahlen kratzt der Landkreis deutlich an der Millionenmarke: Knapp 973 0000 waren es im vergangenen Jahr, das bedeutet eine Steigerung von 14,3 Prozent, sagte Axel Egermann, der Geschäftsführer der Regionalmarketing Günzburg beim Touristischen Jahresauftakt. Um 16 Prozent stiegen auch die Gästeankünfte (2018: 566 168).
Grund dafür sind nicht nur Neueröffnungen im Legoland-Feriendorf: Eine deutliche Steigerung habe sich auch in den Monaten des Jahres ergeben, in denen der Freizeitpark nicht und das hauseigene Feriendorf dessen nur bedingt geöffnet habe: Von November bis Februar seien die Übernachtungszahlen um 16,9 Prozent gestiegen, die Ankünfte um 19,1 Prozent. Axel Egermann vermutet hinter diesem Wachstum ein anderes Klientel: „Wir haben eine starke Industrie, die Tagungen und Fortbildungen genau in diese Monate legt.“
Etwas gesunken ist dagegen in den vergangenen fünf Jahren die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste im Landkreis: Sie lag 2018 bei 1,72 Nächten. (rjk)
Axel Egermann, Geschäftsführer der Regionalmarketing, machte zuvor aber deutlich: Das Thema Digitalisierung ist für die Anbieter in der Region wichtig, „aber man muss nicht immer gleich das große Rad drehen.“ Es müsse ja nicht gleich in jedem Zimmer einer Pension ein Tablet-PC installiert werden. Angebote wie das Online-Buchungssystem seien aber wichtige Bausteine, die auch und gerade kleine Anbieter nutzen können. Das erklärte Anja Kolbeck, die für das Regensburger Unternehmen OBS arbeitet, eine Tochtergesellschaft des Tourismusverbands Ostbayern, die mittlerweile auch in Franken und Schwaben sowie ganz neu in Niederösterreich aktiv ist.
22 Gastgeber sind bei dem System schon dabei
Im Landkreis Günzburg haben sich dem Portal seit November bereits 22 buchbare Gastgeber angeschlossen, die mit 520 Übernachtungen einen vermittelten Umsatz von 13 000 Euro erzielt hätten. Der tatsächlich erzielte Umsatz, so erklärte es Anja Kolbeck, ist auch bei den Kosten der Anbieter für den Onlineservice entscheidend: Bucht ein Kunde über offizielle Tourismusseiten wie www.familien-und-kinderregion.de, bezahlt der Anbieter zehn Prozent Provision. Erfolgt die Buchung dagegen über eines der großen Portale wie booking.com oder Expedia, sind 15 Prozent fällig. Buchungen, die Besucher über die betriebseigene Homepage vornehmen, fallen mit drei Prozent an, hat OBS die Webseite zusätzlich für den Anbieter erstellt, sind es vier Prozent. Dafür fielen beispielsweise für Einrichtung und Teilnahme keine Grundgebühren an, so Kolbeck. Bereits genutzt wird das System beispielsweise vom Leipheimer Waldvogel. Mathias Ihle lobte beim Touristischen Jahresauftakt die unkomplizierte Nutzung und sinnvolle Ergänzung für das Familienunternehmen: „Wir hätten sonst eine eigene Kraft für die Onlinebuchungen einstellen müssen, das übernimmt jetzt OBS für uns.“
Infrastruktur des Donautäler-Netzes soll ausgebaut werden
Nicht nur digital abrufbar, sondern durchaus greifbar sind weitere Ziele, die sich die Regionalmarketing dieses Jahr für ihre Tourismusprojekte gesetzt hat – trotz digital klingendem Namen: So soll der Ausbau der Infrastruktur entlang der Radwege in den Landkreisen Günzburg, Dillingen und Neu-Ulm erfolgen, die unter dem Oberbegriff „Donautäler 2.0“ laufen. (Lesen Sie dazu auch: "Anradeln“ auf dem Donautäler)
Brotzeitinseln und Trinkbrunnen am Radweg
Carina Huch von der Regionalmarketing zählte auf, was hier geplant ist: 28 Brotzeitinseln mit Tisch und Bänken, 25 Sitzbänke, 30 Panoramaliegen und Panoramaschaukeln, schließbare Fahrradboxen und stabile Fahrradbügel zum Anlehnen, 17 E-Bike-Ladestationen und überdachte Rastplätze, Outdoor-Fitnessgeräte in fünf Kommunen und Trinkbrunnen an drei Standorten sind entlang der Strecken vorgesehen. „Vielleicht entdecken Sie dieses Jahr oder Anfang des nächsten Jahres schon das ein oder andere davon auf ihren Radtouren“, warb Carina Huch bei den Tourismus-Anbietern, selbst mal aufs Rad zu steigen. Der ganz große Radelspaß steht dann am 8. September rund um Burgau an (Lesen Sie dazu: Das ist 2019 beim Radelspaß geboten) , und Anfang Oktober wird auf dem neuen Donauwald-Wanderweg endlich auch „angewandert“.
Auch für die Arbeit der Regionalmarketing werden digitale Themen immer wichtiger: Carina Huch berichtete nicht nur von de Social-Media-Kanälen, die bespielt werden. Auch auf der Webseite www.familien-und-kinderregion.de steigen die Zugriffe, besonders bei den Veranstaltungen. Auffällig: Mehr als die Hälfte der Nutzer surft mit Handy oder Tablet. Für Huch ein klares Signal dafür, dass auch die Anbieter sich Gedanken darüber machen müssen, wie mobiltauglich ihre Webpräsenzen sind.