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Günzburg

23.06.2020

In Günzburg entsteht ein neuer kleiner Stadtteil

Der Bezirk Schwaben erweitert zurzeit seine Modellwohnanlage Dr.-Georg-Simnacher-Stiftung in Günzburg. Jetzt wurde Richtfest für den Rohbau gefeiert.

Plus Die Modellwohnanlage Dr.-Georg-Simnacher-Stiftung in Günzburg wird erweitert. Was dort Besonderes entsteht.

Die Neugierde war groß: Kaum waren die offiziellen Reden anlässlich des Richtfests der Modellwohnlage Dr.-Georg-Simnacher-Stiftung beendet, marschierten Dutzende Interessierte die Treppen hoch in den Rohbau. Seit knapp einem Jahr wird hier gebaut. Etwa neun Millionen Euro investiert der Bezirk Schwaben unter anderem in 23 neue Wohnungen, ein kleiner Teil davon durfte besichtigt werden. Wie das Ganze einmal aussehen wird, lässt sich bisher nur erahnen. Trotzdem sprach Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig schon jetzt von einem „neuen Quartier, einem kleinen Stadtteil“, der hier entsteht.

Den Richtspruch hielt Edgar Weber, Stiftungsgeschäftsführerin Cornelia Reisenbüchler erhob ebenfalls das Sektglas.
Bild: Heike Schreiber

Für die Stiftung, die 1990 von Georg Simnacher initiiert worden war, ist es der dritte Bauabschnitt, der das Projekt auf insgesamt 111 Wohnungen anwachsen lässt. 1996 zogen die ersten Mieter ein, auch das Kinderhaus wurde eröffnet. Ein Jahr später kamen zu den ursprünglichen 55 Wohneineinheiten 33 weitere hinzu. Seit 2008 gehört auch der Günzburger Jugendtreff mit dazu. Im Auftrag der Stadt Günzburg sind hier Mitarbeiter der Jugendhilfe Seitz für junge Leute da.

Günzburger Wohnanlage: Wohnungen sind bis zu 100 Quadratmeter groß

Dass die Modellwohnanlage weiter wächst, ist einem „Deal“ zwischen der Stadt und dem Bezirk zu verdanken, wie Gerhard Jauernig erläuterte. Günzburg kaufte dem Bezirk Grundstücke ab, der im Gegenzug das Versprechen gab, den Erlös in bezahlbare Wohnungen zu stecken.

Seit Anfang 2018 war dann das Team des Münchner Architekturbüros H2M mit den Planungen des Neubaus beschäftigt. Wie Dachdecker Edgar Weber bei seinem Richtspruch betonte, fehlt diesem Gebäude ein Dach aus Holz, Beton sei erste Wahl gewesen.

Die ersten Interessierten machten einen Rundgang durch die Modellwohnanlage.
Bild: Heike Schreiber

Die Treppenhäuser sind offen, neben 32 Quadratmeter kleinen Einzimmerwohnungen entstehen auch bis zu 100 Quadratmeter große Maisonette-Wohnungen auf zwei Ebenen. Zwischen 80 und 90 Menschen sollen in den neuen Räumen Platz finden, sagte Stiftungsgeschäftsführerin Cornelia Reisenbüchler. Die Nachfrage sei jetzt schon riesig, sie schätzt die Bewerber auf 500.

Stadt Günzburg und Bezirk Schwaben setzen Vision von Georg Simnacher fort

Wer den Zuschlag bekäme, müsse den Solidaritätsgedanken praktizieren und das Konzept der Stiftung, das „Miteinander – Füreinander“, mit Leben erfüllen. „Es geht nicht nur darum, dass die Menschen hier ein Dach über dem Kopf haben, sie sollen sich zu Hause fühlen“, betonte der stellvertretende Bezirkstagspräsident Edgar Rölz. Was hier entstehe, sei eine „gute Sache“, und wenn in absehbarer Zeit auch noch die neue Seniorenwohnanlage hinzukomme und die Kindertagesstätte ausgebaut werde, sei es „generationenübergreifend und beispielhaft“.

Die Treppenhäuser in der Wohnanlage sind sehr offen gehalten.
Bild: Heike Schreiber

Die Vision, die Georg Simnacher einst hatte, werde fortgeführt, der Kreis schließe sich. Knapp neun Millionen Euro sind Rölz zufolge für das Großprojekt veranschlagt, bei dieser Summe sollte es auch unbedingt bleiben, da die Mieten für Sozialbau gedeckelt seien.

Günzburger Jugendtreff und Malteser bekommen neue Räume

In dem Neubau entstehen neben den Privatwohnungen auch neue Räumlichkeiten für die Malteser und für die Jugendlichen. Der Jugendtreff bekommt einen eigenen Eingang mit Aufzug und einen Zugang zu den Freiflächen. Bewusst werden die 110 Quadratmeter nur rudimentär ausgebaut. Den Hauptteil sollen die Jugendlichen selbst stemmen und bei der Innenausstattung ihre Ideen miteinbringen, formulierte Cornelia Reisenbüchler ein klares Ziel.

Die ersten jungen Leute ließen sich den Termin des Richtfests nicht entgehen, machten sofort einen Rundgang und nutzten die Gelegenheit, mit Oberbürgermeister Jauernig ins Gespräch zu kommen. „Der Wunsch nach einem Schwimmteich wurde an mich herangetragen“, erzählte er später. Er hätte nichts dagegen, aber zunächst muss der Innenausbau abgeschlossen werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Neubau im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein.

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