Eigentlich drehte sich beim 27. Kraftwerksgespräch am Montagabend in Gundremmingen alles nur um ein Thema: den beschlossenen Atom-Ausstieg und die Frage, ob die Energieversorgung in Deutschland auch nach 2022, wenn das letzte Kernkraftwerk vom Netz geht, noch gesichert sei. Knapp 140 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirche und Gesundheit waren nach Gundremmingen gekommen. Zeitweise wurde recht kontrovers diskutiert. So fand der heimische Landtagsabgeordnete Alfred Sauter (CSU) in der abschließenden Diskussionsrunde deutliche Worte.
Dabei fiel der Rückblick der beiden Geschäftsführer Helmut Bläsig und Christoph Quick desKernkraftwerks Gundremmingen auf das Jahr 2011 noch recht positiv aus: Es gibt einen Höchststand an Auszubildenden und vor genau 50 Jahren haben sich RWE und Bayernwerk zum Bau des ersten kommerziellen Groß-Kernkraftwerks in Gundremmingen entschlossen. Doch die Freude über das Jubiläum sei getrübt durch die Ereignisse in Japan vor einem Jahr und die Reaktion der deutschen Politik aus der Kernenergie auszusteigen, sagte Bläsig. Auch Ulrich Hartmann, neues Vorstandsmitglied von RWE-Power und zuständig für die Kernkraftwerke, sagte: „Solche Entscheidungen müssen erst einmal verdaut werden.“ Viele Fragen seien noch nicht geklärt, lautete der Tenor der Vorträge.
Der Landtagsabgeordneten Alfred Sauter (CSU) wehrte sich gegen diese Kritik. „Dafür lasse ich mich nicht prügeln.“ Der Beschluss der Bundesregierung sei so gut wie einvernehmlich gefasst worden. „Wir befinden uns in einer Zeit, in der die Angst vor den Risiken der Kernkraft alles überwiegt“, sagte Sauter. Alle Themen, die derzeit diskutiert werden, wie beispielsweise die Speicherbarkeit oder der Ausbau des Stromnetzes, hätten sich auch in zehn Jahren genauso dargestellt. Er habe immer zu dem Kernkraftwerk in Gundremmingen gestanden, so Sauter. Er habe dafür gekämpft, den Beschluss der Laufzeitverlängerung aufrecht zu erhalten. „Aber das war nicht durchsetzbar. 80 Prozent waren dagegen.“ RWE-Power-Vorstandsmitglied Hartmann hielt dem entgegen: „Es gab ein Gesetz, dass uns Laufzeitverlängerung zugesichert hat.“ Auf dieser Basis seien beispielsweise im mittlerweile still gelegten Kraftwerk in Biblis 100 Millionen Euro investiert worden. „Die sind jetzt weg.“ Er wünsche sich Politiker, die zu ihrer Meinung stehen. Man habe das Gefühl, so sagt er, dass Politiker zuerst in die Zeitung schauen und erst dann reden und handeln.
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