Unterfahlheim/Memmingen In der kommenden Woche beginnt vor dem Landgericht Memmingen der auf drei Verhandlungstage angelegte Prozess gegen einen 39 Jahre alten Mann aus Bosnien-Herzegowina, dem die Staatsanwaltschaft versuchten Mord zur Last legt.
Samir H. soll laut Anklage im März 2011 in Unterfahlheim versucht haben, einen Autohändler zu erschießen. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Art Racheakt aus, weil das Opfer in einem vorausgegangenen Gerichtsverfahren wegen Autodiebstahls gegen den mutmaßlichen Täter ausgesagt hatte, woraufhin Samir H. zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Zudem soll H. Geld von dem Unterfahlheimer gefordert haben.
Flucht auf der Leipheimer Autobahn-Rastanlage
Nach Erkenntnissen der Polizei soll H. dem Unterfahlheimer in dessen Werkstatt aufgelauert haben. Es sei zu einem Gerangel gekommen, in dessen Verlauf der Schuss gefallen ist. Der damals 37 Jahre alte Autohändler wurde dabei im oberen Schulterbereich verletzt. Anschließend soll H. sein verletztes Opfer gezwungen haben, mit ihm zusammen in einem Audi-Geländewagen wegzufahren. Auf der A8-Rastanlage Leipheim gelang dem Verletzten dann die Flucht. Samir H. wurde noch am selben Tag in der Tiefgarage des Blautal-Centers in Ulm verhaftet. Dort hatte er den Audi Q7 geparkt, der allerdings von der Polizei bereits observiert worden war.
Angeklagter sitzt wegen früheren Autodiebstahls
Samir H. sitzt momentan nicht in Untersuchungs-, sondern in Strafhaft. Die erwähnte Strafe wegen Autodiebstahls musste er nur zum Teil absitzen, der Rest war zur Bewährung ausgesetzt worden. Nach Verlassen der Justizvollzugsanstalt war er jedoch aus der Bundesrepublik abgeschoben worden. Nach seiner Verhaftung in Ulm wurde wegen des dringenden Tatverdachts im Fall Unterfahlheim gegen ihn die Bewährung widerrufen, sodass er derzeit de jure den Rest der früheren Strafe absitzen muss. (kr)
Prozesstermine Dienstag, 27., Mittwoch, 28. und Freitag, 30. März. Beginn ist jeweils um 8.30 Uhr.