Eine Sekunde ist ziemlich kurz. In dieser Zeit schlägt das Herz ein- oder zweimal, ganz selten dreimal. Dennoch dauert sie manchmal eine Ewigkeit. Bodo Bernhardi hat eine solche Sekunde erlebt, in der sich entscheidet, ob die Zeiger seiner Lebensuhr plötzlich stehenbleiben oder sich einfach weiterdrehen. Er saß im Cockpit seiner brennenden Maschine, raste auf den Erdboden zu und hatte gerade das getan, was seine einzige Chance war: den Schleudersitz zu aktivieren. Das Kabinendach war bereits abgesprengt und er saß immer noch in diesem todgeweihten Düsenjäger. Da löste der Sitz endlich aus und schoss samt Pilot mit 16-facher Erdbeschleunigung in den damals sehr blauen Himmel. Bodo Bernhardi war gerettet. Während seine Maschine vom Typ Fiat G 91 in einem Feuerball auf einem Acker bei Deffingen verging, schwebte er wohlbehalten zur Erde. Das war vor 50 Jahren, am 28. Juli 1965.
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