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Schreiner: Wie Sommersprossen

Schreiner

Wie Sommersprossen

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    Die Wertekampagne „Die mit dem orangen Würfel“ zeichnet die Innungsbetriebe als qualifizierte Fachbetriebe aus, ist Hans-Martin Klingauf, der Obermeister der Schreinerinnung, überzeugt.
    Die Wertekampagne „Die mit dem orangen Würfel“ zeichnet die Innungsbetriebe als qualifizierte Fachbetriebe aus, ist Hans-Martin Klingauf, der Obermeister der Schreinerinnung, überzeugt. Foto: Deger

    Autenried Der Urwerkstoff Holz stand im Mittelpunkt des Interesses der Jahreshauptversammlung der 42 Mitglieder zählenden Schreinerinnung Günzburg-Krumbach in Autenried. Obermeister Hans-Martin Klingauf hatte als Referentin die Holz- und Furnierspezialistin Liliana Groh aus Karlsruhe eingeladen. Diese verstand es, den etwa 30 anwesenden Schreinermeistern packend und Power-Point-unterstützt darzulegen, dass Holz ein ganz besonderer Stoff ist. An der Veranstaltung nahmen auch der neue Kreishandwerksmeister Michael Stoll und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Walter Thalhofer, teil.

    Besondere Wuchsmerkmale

    Selbst erfahrene Meister staunten nicht schlecht, als Lilian Groh besondere Wuchsmerkmale beim Holz als positive Verarbeitungsmerkmale darstellte. Schon die Ägypter, die vor 4000 Jahren die Furnierherstellung erfunden haben, hätten gewusst, dass solche Merkmale Zeichen von individueller und profilhafter Schönheit seien. „Sie sind wie Sommersprossen beim Menschen“, führte sie aus und klärte ihre Zuhörer über „den hohen Wert von Zigarettenriegeln und Maserknollen“ aus nachhaltiger Forstwirtschaft auf. „Sie dürfen stolz darauf sein, mit dem ältesten Werkstoff der Weltgeschichte kunsthandwerklich zu arbeiten“, stellte Groh fest.

    Dass Schreiner immer noch ein gefragter Ausbildungsberuf ist, konnte man dann an den Ausführungen von Lehrlingswart Günter Högel ablesen. 60 Lehrlinge werden im Augenblick in den Mitgliedsbetrieben der Schreinerinnung Günzburg-Krumbach ausgebildet. 16 Gesellen schlossen 2012 die Ausbildung ab. Högel widersprach der Meinung verschiedener Lehrkräfte, die Prüfungsstücke würden einen zu hohen Schwierigkeitsgrad aufweisen. „Wenn wir unseren Qualitätsstandard halten wollen, dann sind die Anforderungen, die wir an unsere zukünftigen Gesellen stellen, durchaus gerechtfertigt“, ist der Lehrlingswart überzeugt.

    Dies sei auch die Meinung der Mitglieder auf der Bezirksversammlung in Kempten gewesen, die einstimmig für die Fortführung des Berufsgrundschuljahres votierten, berichtete Obermeister Klingauf. Die Wertekampagne „Die mit dem orangen Würfel“ sei ein großer Erfolg. Der Würfel zeichne die Innungsbetriebe als Fachbetriebe aus wie das „A“ der Apotheken oder das „f“ der Fleischer, bei dem beste Qualität und bester Service gewährleistet seien. Nur wer dauerhaft das Vertrauen der Kunden erwerbe, könne im Wettbewerb Erfolg haben. „Der Würfel soll das exklusive Marken- und Erkennungszeichen für die Innungsbetriebe sein“, stellte Klingauf fest.

    Kreishandwerksmeister Stoll will sich für eine vermehrte Öffentlichkeitsarbeit der Handwerksbetriebe einsetzen. Als erweiterte Bildungsmaßnahmen will er die Krumbacher Meisterkurse ausbauen und in Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm) ein Bildungshaus realisieren. Gemeinsam sollten die Innungen versuchen, die stagnierende Mitgliederzahl in der Kreishandwerkerschaft durch direkte Kontakte zu erhöhen. Der Jahreshauptversammlung schloss sich ein gemütliches Beisammensein im Autenrieder Brauereigasthof an.

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