Digitale Medien spielen im Alltag vieler Jugendlicher eine große Rolle. Doch was für viele Austausch, Unterhaltung und Teilhabe bedeutet, kann durch Cybermobbing schnell zum Problem werden. „Mobbing und Cybermobbing beeinträchtigen junge Menschen meist massiv in ihrem psychosozialen Wohlbefinden“, so Moritz Ebner, Fachbetreuer Team Markt und Gesundheit der AOK-Direktion Günzburg, in einer Pressemitteilung. Laut Deutschem Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung sind bundesweit 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler mindestens einmal im Monat davon betroffen. Für das Schulbarometer hat die Stiftung 1.507 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren sowie je ein Elternteil befragt.
Cybermobbing gefährdet die Gesundheit – wie man wirksam vorbeugen kann
Generell bedeutet Mobbing, dass meist mehrere Personen einen anderen Menschen belästigen, bedrängen, diffamieren, lächerlich machen und quälen. „Beim Cybermobbing geschieht dies online, zum Beispiel per E-Mail, in Chat-Gruppen, in sozialen Medien oder in Online-Foren“, so Moritz Ebner. Neben verbalen Angriffen kommen auch herabsetzende Fotos und Videos zum Einsatz, die häufig bearbeitet und verfälscht sind. Die digitale Umgebung verstärkt die Wirkung zusätzlich, da Inhalte gespeichert, schnell weitergeleitet und nur schwer vollständig gelöscht werden können.
Für die Betroffenen ist Cybermobbing eine Tortur: Die andauernden Angriffe schwächen ihr Selbstvertrauen, verursachen Selbstzweifel und viele ziehen sich zurück. „Cybermobbing kann einen Menschen langfristig krank machen und verschiedene Symptome hervorrufen“, so Moritz Ebner. Neben körperlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, Magen-Darm-Problemen, Herzklopfen oder Kopfschmerzen können auch ernsthafte Krankheiten wie etwa Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.
Cybermobbing betrifft laut Studien regelmäßig rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland
Das Risiko von Cybermobbing kann gesenkt werden. Generell gilt: mit sensiblen Daten sparsam umzugehen. „Je mehr man preisgibt, desto angreifbarer macht man sich“, so Moritz Ebner. Wer auf Online-Plattformen unterwegs ist, sollte Freundschaftsanfragen gründlich prüfen und nur gute Bekannte aus dem realen Leben akzeptieren. Dazu gehört, private Daten wie Adresse, Handynummer oder E-Mail-Adresse mit Klarnamen nur mit echten Freunden zu teilen; das Gleiche trifft auf Fotos und Videos zu. Wenn Nutzerinnen und Nutzer beleidigende oder unangemessene Inhalte schicken, kann man sie blockieren und beim Betreiber der Website melden. „Der digitale Raum ist nicht rechtsfrei: Wer sich massiv beleidigt, bedroht oder in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlt, hat die Möglichkeit, eine Strafanzeige bei der Polizei zu stellen“, so Moritz Ebner.
Präventionsprogramme der AOK unterstützen Berufsschulen bei Aufklärung und Schutz im Netz
Die AOK fördert das für Berufsschulen kostenfreie Präventionsprogramm „Wir alle gegen Mobbing und Gewalt im Netz“ des „Bündnis gegen Cybermobbing e.V.“. Die Lehrkräfte erwerben praxisnahes Wissen über die Dynamik digitaler Gewalt, rechtliche Rahmenbedingungen und die Erhöhung der Handlungssicherheit in Prävention und Intervention. Zudem unterstützt ein Expertenteam die Berufsschülerinnen und Berufsschüler mit einem Workshop. Dort lernen sie, sich selbst und andere vor Cybermobbing zu schützen und online respektvoll zu kommunizieren. Ziel der Schulungen ist es, einen nachhaltigen Kulturwandel an der Schule zu initiieren, der von der Schulleitung über das Lehrpersonal bis hin zu den Auszubildenden und ihren Eltern reicht. Weitere Informationen zu diesem Angebot gibt es bei Moritz Ebner von der AOK-Direktion Günzburg über Moritz.Ebner@by.aok.de oder unter der Rufnummer 08221 94-369. (AZ)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren