Etwa 150 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Eberlin Mittelschule in Jettingen. Das zweistöckige Gebäude wurde in den Jahren 1965 und 1976 errichtet. Der Marktgemeinderat hatte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um den aktuellen Zustand, Defizite, aber auch Positives festzustellen, um letztlich zu entscheiden, wie es mit der an die Turn- und Festhalle angeschlossenen Schule weitergehen wird. Bei der Sitzung waren von der nps Bauprojektmanagement GmbH Gäste anwesend: Alexander Kast sowie Klara Meier, die zunächst das Ergebnis der vorangegangenen Bestandsanalyse vorstellte. Welche Maßnahmen sind an der Schule kurz-, mittel- oder langfristig erforderlich?
Grundsätzlich zeigt sich das Gebäude in einem altersentsprechend guten Zustand. Die während der Corona-Pandemie eingebauten Lüftungsgeräte sind technisch auf dem aktuellen Stand. Anders sieht es bei den Fenstern, Innentüren und Bodenbelägen aus, wo ein Austausch dringend erforderlich ist.
Planerin weist auf steigende Schülerzahlen und Platzmangel hin
Hinzu kommt das stark sanierungsbedürftige Sanitär- und Heizungssystem, auch die im Jahr 2004 installierte Heizungsanlage wird mittelfristig ihre Lebensdauer erreichen. Genauso entspricht die Elektroinstallation teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen, der hohe Energieverbrauch und der Brandschutz sind ebenfalls Themen. Das Gebäude hat keinen Aufzug und ist somit nicht barrierefrei. „Es sind Maßnahmen notwendig, um die Immobilie wieder technisch in den Stand der Zeit zu bringen“, betonte Klara Meier.
Wie sieht es mit dem Soll-Bedarf an der Mittelschule aus? Gemäß den Prognosen würden die Schülerzahlen steigen, in den nächsten Jahren seien jeweils zwei Klassen pro Jahrgang zu erwarten, was sich auch auf den Offenen Ganztagsschulbetrieb auswirke, so Meier, die auf ein damit verbundenes Flächendefizit und den entsprechenden Gruppenraumflächenbedarf verwies. Um die Eberlin Mittelschule zukunftsfähig zu erhalten, seien zudem Räumlichkeiten für einen M-Zug oder für ein 9+2-Modell, welches der Markt favorisieren würde, zu berücksichtigen.
Gemeinderat Jettingen-Scheppach diskutiert über Zukunft der Mittelschule
Im nächsten Schritt soll näher betrachtet werden, wie ein Sanierungskonzept ergänzt mit einem Anbau aussehen könnte, aber auch ein Neubau in Erwägung gezogen würde. An dieser Stelle könne man jedoch noch keine Aussage über zu erwartende Kosten je nach Variante treffen, erklärte Alexander Kast auf die Nachfrage von Paul Heinle (FUW).
FUW-Fraktionsvorsitzender Jonas Fischer hatte zuvor Zweifel an der Prognose steigender Schülerzahlen geäußert. Bürgermeister Christian Weng (CSU) merkte an: Die Praxis zeige, dass an Mittelschulen die Anzahl der Schülerinnen und Schüler bis zum Abschluss anstiegen, während es bei anderen Schulsystemen weniger würden. Zudem weise die Marktgemeinde Wohnbauland aus, was sich ebenfalls auf die Zahlen auswirke. „Uns ist dieser Schulstandort sehr wichtig“, betonte Weng. Die Schülerinnen und Schüler seien für die zahlreichen Firmen gleichzeitig diejenigen Personen, die dort eine Ausbildung anstrebten.
CSU-Fraktionsvorsitzender Jan Singbartl fügte an: Man habe ein relativ marodes Gebäude, eine erhöhte Schülerzahl und andere pädagogische Konzepte als in den 60er und 70er Jahren, was mehr Flächenbedarf bedeute. Das Bestandsgebäude könne diesen Bedarf künftig niemals decken. Zunächst sollen drei Möglichkeiten erörtert und die daraus resultierenden Zahlen gegenübergestellt werden: die reine Sanierung des Bestandsgebäudes, die Sanierung mit einem Anbau und ein Neubau.
Im Herbst trifft sich der Marktgemeinderat zur Klausurtagung, bei der es um Themen wie Schulen, die medizinische Versorgung und die Personalentwicklung im Markt gehen soll. Ein Ortstermin bei der Eberlin Mittelschule ist ebenfalls angedacht.
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