Ohne einen Blick ins Publikum und in Handschellen wird die Angeklagte in den Sitzungssaal geführt. Sie wirkt gefasst, ihr Kopf ist gesenkt. Vor ihr nehmen die Vorsitzende Richterin Daniela Titz, zwei Richter-Kollegen und zwei Schöffen Platz. Als zum ersten Mal Details der Tat zur Sprache kommen, wird die 43-Jährige sichtlich nervös, atmet tief und muss mehrfach zum Taschentuch greifen. Seit dem 15. April befindet sie sich in Untersuchungshaft; seit Dienstagmorgen steht sie vor dem Landgericht Memmingen wegen des Vorwurfs, ihre Mutter getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, die 76-Jährige am 14. April dieses Jahres gegen 8 Uhr morgens im Wohnzimmer des gemeinsamen Hauses in Günzburg erwürgt zu haben. Die Mutter erlitt tödliche Verletzungen am Hals.
Günzburg/Memmingen
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