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Flexibus: Preisanstieg ab Mai und Abschaffung von Seniorentarif

Landkreis Günzburg

Flexibus wird ab Mai zehn Prozent teurer, der Seniorentarif gestrichen

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    Der Rufbus lässt sich auch über eine App buchen.
    Der Rufbus lässt sich auch über eine App buchen. Foto: Christina Reisenbüchler (Archivbild)

    Der Flexibus im Landkreis Günzburg ist ein Ergänzungsangebot des ÖPNV – und hat ein eigenes Tarifsortiment. Zur Finanzierung des Angebots leistet der Landkreis Günzburg quartalsweise Tarifauffüllungen über den Verkehrsverbund Mittelschwaben (VVM) an die Verkehrsunternehmen. Mit dieser Tarifauffüllung gleicht der Landkreis Günzburg die Differenz zwischen dem Endkunden- und Vollkostentarif aus, also zwischen dem vom Fahrgast gezahlten Fahrpreis und den tatsächlich entstehenden Kosten. Eine Tarifauffüllung erfolgt ausschließlich für tatsächlich verkaufte Fahrkarten. Sie wird durch den Freistaat Bayern mit staatlichen Zuwendungen gefördert. Je nach Knotenpunkt beträgt die Förderquote derzeit zwischen 35 und 45 Prozent.

    Da der Endkundentarif zuletzt zum 1. Januar 2022 angepasst wurde, hat der VVM nun eine moderate Tarifanpassung um zehn Prozent mit Wirkung zum 1. Mai 2026 beschlossen, um der zwischenzeitlich erfolgten Kostenentwicklung Rechnung zu tragen. Der Flexibus zieht mit. Die Entscheidung, das Flexibus-Fahrscheinangebot anzupassen, wurde vom Kreistag am Montag beschlossen – allerdings mit zwölf Gegenstimmen und nicht ohne Diskussion.

    Im maßgeblichen Referenzzeitraum hätte die kostenbedingte Erhöhung des VVM-Tarifs insgesamt bei 31,83 Prozent gelegen und „damit deutlich über der nun vorgesehenen Anpassung“, so der Kreis. Gleichzeitig sei zur „Verbesserung der Tarifübersichtlichkeit vorgesehen, das Sortiment zu vereinfachen“. Weniger euphemistisch formuliert bedeutet das: Der bisherige ermäßigte Seniorentarif sowie die 6-Fahrten-Karte werden gestrichen. Stattdessen sollen Online-Buchungen künftig gegenüber dem analogen Fahrkartenverkauf um zehn Prozent ermäßigt werden. Im Ergebnis können damit Fahrscheine digital zum derzeit gültigen Fahrpreis (also vor der Tariferhöhung) erworben werden. Da der Aufwand für den Betreiber bei Online-Buchungen geringer ist, wird auch der Vollkostentarif bei Online-Tickets um zehn Prozent gegenüber dem Vollkostentarif regulärer Fahrscheine reduziert.

    SPD und Grüne setzen sich für seniorengerechte Ticketpreise ein

    Helga Springer-Gloning (SPD) meldete sich zuerst zu Wort: „Ich empfinde das als seniorenfeindlich.“ Es sei notwendig in den nächsten Jahren digital und analog noch gleich zu behandeln. Nicht jeder könne sein Ticket online kaufen. Die Tariferhöhung an sich sei okay, aber Rabatt und Streifenkarte müssten ihrer Ansicht nach beibehalten werden.

    Eveline Kuhnert (Grüne) rechnete vor: Die 6-Fahrten-Karte für zwei sogenannte „Waben“ (von Günzburg bis Leipheim beispielsweise) gab es bisher bar für 14,50 Euro für Senioren, ab 1. Mai wären es 24 Euro für den erwachsenen Barzahler, der sechsmal durch zwei Waben fahren möchte. „Wo kommt das her? Warum müssen ausgerechnet die Senioren so unter der Preiserhöhung leiden?“

    Christoph Langer vom Landratsamt und gleichzeitig Geschäftsführer des VVM erklärte, dass man bei der Streifenkarte Missbrauch vorbeugen wollte. Da die Karte beim VVM auch abgeschafft wurde, würde der Flexibus jetzt gleichziehen. Auch im normalen Linienverkehr gebe es das Sonderkonstrukt nicht.

    Josef Brandner (Freie Wähler), der als Erfinder des Flexibus gilt und gleichzeitig Geschäftsführer des Busunternehmens BBS ist, ergänzte: „Der überwiegende Teil der Nutzer bucht mit dem Smartphone die Tickets.“ Auch er gehöre zur Ü60-Generation und sehe das anders: „Welchen Grund gibt’s für den Seniorenrabatt? Der Senior braucht den gleichen Sitzplatz wie ein Erwachsener.“ Man solle nicht nur wegen des Alters Menschen unterschiedlich behandeln. Auch nicht bei Tariferhöhungen.

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