Schon seit Jahrhunderten ranken sich Geschichten über Unglück, schwarze Katzen und zerbrochene Spiegel um das heutige Datum. Doch wer hat an diesem Tag wirklich schon einmal besonders viel Pech gehabt? Eine Umfrage in Günzburg und Wettenhausen zeigt, dass der Tag für manch einen tatsächlich mit Sorgen und Erinnerungen belastet ist, für andere jedoch ein ganz normaler Freitag bleibt.
Maria Yunko berichtet: „Früher in meiner Jugend haben Filme und Geschichten mich glauben lassen, dass Freitag, der 13., Pech bringt. Ich habe sogar versucht, Zeichen zu erkennen, und den Tag sehr aufmerksam beobachtet, als würde etwas Schreckliches passieren.“ Mit dem Alter sei sie kritischer geworden und es habe ihr gezeigt, „dass es einfach ein gewöhnlicher Tag ist“. „Ich schenke ihm keine besondere Aufmerksamkeit. Er ist wie jeder andere Wochentag, mit guten und weniger guten Momenten.“ Sie findet: Am Ende komme es darauf an, wie man jeden Tag selbst gestalte.
Auch Masouda Bashiri aus Günzburg betrachtet das Datum recht nüchtern: „Ich glaube nicht, dass Freitag, der 13., ein Unglückstag ist. Für mich ist ein Datum oder ein Wochentag an sich weder gut noch schlecht. Oft passiert auch nichts anderes als an jedem anderen Datum, aber wenn etwas Negatives passiert, merkt man es sich stärker, weil man es vielleicht eher erwartet.“ Sie geht ihrem Alltag wie gewohnt nach. „Es gibt viel Aberglauben rund um Freitag, den 13., aber interessant ist, dass dieser Aberglaube nicht überall gleich ist. In manchen Ländern gilt sogar ein anderer Tag als Unglückstag.“
Aus islamischer Sicht habe sie ohnehin keinen Grund, heute an Pech oder Unglück zu glauben: „Freitag hat im Islam sogar eine sehr positive Bedeutung und gilt als der wichtigste Tag der Woche.“
Passanten sehen Freitag, den 13., als normalen Tag
„Es kommt, wie es kommt“, sagen viele Passanten, auf den Tag angesprochen, oder finden: „ein ganz normaler Arbeitstag“. Eine Landkreisbürgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, hat allerdings eine Vorgeschichte mit diesem Datum: „An genau diesem Tag habe ich meine Arbeitsstelle verloren“, erzählt eine junge Frau in Wettenhausen. Schon am Morgen habe sie damals eine innere Unruhe gespürt, „die sich später bestätigt hat“. Sie verbindet das Datum seitdem mit Enttäuschung. „Für mich ist dieser Tag seit fünf Jahren ein Mahnmal dafür, dass Unglück unerwartet eintreten kann“, sagt sie. Freitag, der 13. sei für sie ein Symbol für die Unvorhersehbarkeit des Lebens geworden, „dass man nie genau weiß, was passiert, und dass alles sich plötzlich ändern kann.“
Neben den persönlichen Erfahrungen gibt es auch historische Gründe für den Aberglauben. Die Zahl 13 gilt seit dem Mittelalter in vielen westlichen Kulturen als Unglückszahl. Dafür gibt es verschiedene Kontexte, etwa im Christentum: Beim letzten Abendmahl saßen 13 Personen am Tisch, und kurz darauf wurde Jesus verraten. Der Freitag gilt ebenfalls als Unglückstag, da Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Die Kombination aus der Zahl 13 und dem Wochentag Freitag führte dazu, dass der Tag als besonders unheilvoll angesehen wurde. In der modernen Kultur, etwa durch Bücher und Filme, wurde dieser Mythos weiter verbreitet, während alte Volksbräuche vor schwarzen Katzen, zerbrochenen Spiegeln oder Leitern warnten.
Übrigens ist das heutige Datum nicht das einzige „Unglücksdatum“ im Jahr 2026. Gleich dreimal gibt es dieses Jahr einen Freitag, der auf den 13. Tag im Monat fällt – der nächste ist bereits im März, und auch im November folgt ein Freitag, der 13.
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