Zeitdruck und dichter Verkehr prägen oft unseren Alltag. Dabei gerät die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr schnell in den Hintergrund. Gerade deshalb ist ein aufmerksamer und respektvoller Umgang miteinander besonders wichtig. Pünktlich zum Start der Radsaison wirbt die Stadt Günzburg daher für ein faires Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Bereichen, in denen der begrenzte Platz ein gemeinsames Benutzen von Wegen erfordert. So auch auf dem Rad- und Fußweg entlang der Seniorenwohnanlage an der Belvederestraße. Hier kann die Gefährdung besonders hoch sein, da Radfahrer, Menschen auf E-Scootern sowie Senioren teilweise mit Rollatoren oder im Rollstuhl aufeinandertreffen.
Radverkehrsbeauftragte Fischer wirbt für faires Miteinander
Da der Weg als wichtige Rettungszufahrt dient, waren feste Hindernisse wie Poller oder Umlaufsperren nicht praktikabel. In Abstimmung mit der Radverkehrsbeauftragten Daniela Fischer und dem städtischen Bauhof wurden stattdessen Bodenmarkierungen angebracht, die deutlich um langsames und rücksichtsvolles Fahren bitten.
Diesen aktuellen Fall nahm die Stadt zum Anlass, für mehr Vorsicht zu werben. Statt auf Verbote setzt die Stadt auf eine Erinnerung für ein faires Miteinander. Wo sich Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Fahrer den Platz teilen, wie etwa in der Fußgängerzone, hilft oft schon ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Genau hier setzte die Aktion an: Am Marktdienstag wurden Brezen in eigens angefertigten Aktionstüten an die Passanten weitergegeben und so zu einem rücksichtsvollen Miteinander eingeladen.
Um das Thema möglichst breit in der Stadtgesellschaft zu verankern, soll die Aktion in den nächsten Tagen und Wochen fortgesetzt werden, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die örtlichen Bäckereien Hurler, Kieble, Morlock, Reißler und Reiter unterstützen die Initiative und verkaufen ihre Backwaren in diesen Rücksichtstüten.
Stadt Günzburg setzt auf inklusiven und sicheren Verkehr
Oberbürgermeister Michael Jahn betont, dass „alle Verkehrsteilnehmer ihre Daseinsberechtigung haben. Für ein gutes Miteinander ist eine gegenseitige Rücksichtnahme unerlässlich. Das ist auch für das zwischenmenschliche Klima in der Stadt wichtig.“ Ziel der Stadt ist es, den Verkehr möglichst inklusiv und sicher zu gestalten, damit alle, egal ob zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Roller, gerne in Günzburg unterwegs sind.
Radverkehrsbeauftragte Daniela Fischer macht deutlich, dass die Akzeptanz für Günzburg als Fahrradstadt nur wachsen kann, wenn sich alle Beteiligten respektiert fühlen. Da es selten eine Ideallösung gibt, bleibt das gegenseitige Verständnis die wichtigste Voraussetzung, um sicher und entspannt ans Ziel zu kommen. (AZ)
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