Unter dem Strich steht Ichenhausen auch im Corona-Jahr 2021 finanziell gut da. Einnahmeausfälle im Verwaltungshaushalt und vor allem im Vermögenshaushalt (2,34 Millionen Euro weniger Einnahmen als erwartet) können mit deutlich höheren Steuereinnahmen ausgeglichen werden, wie Michael Fritz im Haupt- und Personalausschuss berichtete.
Gutes Gesamtergebnis in Ichenhausens Finanzen für 2021
Zum guten Gesamtergebnis trägt auch bei, dass die Ausgaben im Vermögenshaushalt um voraussichtlich fast 2,7 Millionen Euro niedriger sein werden. Im Etat waren fast 8,8 Millionen Euro Ausgaben vorgesehen, zum Jahresende werden es nach der Prognose von Kämmerer Fritz lediglich etwa 6,1 Millionen Euro sein. Das liegt auch daran, das große Projekte wie die Friedrich-Jahn-Halle, das Dorfgemeinschaftshaus Oxenbronn und der Ersatzneubau für die Feuerwehr Ichenhausen noch nicht angelaufen sind. Temporär habe man zwar gerade weniger Ausgaben, aber Lieferschwierigkeiten in allen Bereichen, beispielsweise Holz, bekomme die Stadt ebenso zu spüren wie die allgemein steigenden Baukosten.
Ichenhausen verzeichnet ein Plus bei der Gewerbesteuer
Bei den Steuereinnahmen übertrifft das Ergebnis die Haushaltsansätze deutlich. Geplant war mit 3,8 Millionen Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer, "eine defensive Erwartung", wie der Kämmerer im Gespräch mit dieser Zeitung sagt. Zum Jahresende 2021 werden es aber insgesamt etwa fünf Millionen Euro sein, ein erfreuliches Plus von 1,2 Millionen Euro. "Mit einem gesunden Branchenmix stehen wir relativ gut da", sagt Kämmerer Fritz dazu.
Auch die Einkommensteuer bringt im laufenden Jahr mit knapp 4,9 Millionen Euro etwa 142.000 Euro mehr als erwartet, der Einkommensteuerersatz spielt mit 390.000 Euro 37.000 Euro mehr ein. Die Beteiligung an der Umsatzsteuer bringt mit insgesamt 626.000 Euro unerwartete 33.000 Euro in die Stadtkasse, die Einnahmen aus den Grundsteuern fallen um 26.000 Euro höher aus und bescheren der Stadt insgesamt 949.000 Euro. Bei den Schlüsselzuweisungen hat die Kämmerei mit gut 2,47 Millionen Euro Einnahmen punktgenau gerechnet.
Keine Kreditaufnahme für Ichenhausen nötig
Die positive Entwicklung auf der Einnahmenseite macht zwar keine Zuführung zu den Rücklagen möglich - eine solche war ohnehin nicht geplant im Haushaltsjahr 2021 - aber sie trägt wesentlich dazu bei, dass die Stadt Ichenhausen nur etwa 1,5 Millionen aus der Rücklage entnehmen muss, das sind 2,47 Millionen Euro weniger als ursprünglich gedacht. Auch auf die 200.000 Euro Kreditaufnahme kann die Stadt verzichten.
Wurden im Jahr 2020 Mindereinnahmen in Ichenhausen bei der Gewerbesteuer durch Kompensationsgelder in Höhe von 281.000 Euro von Bund und Land komplett ausgeglichen, so blickt Kämmerer Michael Fritz nicht ganz so optimistisch auf die Ausgleichszahlungen für das Jahr 2021. Einen Teil der Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer werde der Freistaat zwar ersetzen, aber dass sich auch der Bund beteiligt wie im Jahr 2020, dafür gebe es derzeit keine Anzeichen, sagt Ichenhausens Kämmerer. Deshalb sei schwer einzuschätzen, wie hoch die Ausgleichszahlungen für die Stadt Ichenhausen 2021 sein werden. Eine Kompensation in vergleichbarer Höhe wie im Jahr 2020 wird nach Ansicht von Michael Fritz nicht zu erwarten sein.
Der Ichenhauser Kämmerer empfiehlt mit Blick auf die Folgekosten aller Investitionen grundsätzlich, alle Ausgaben und Investitionen genauestens zu bedenken insbesondere bei freiwilligen Investitionen. Bei der Kinderbetreuung sieht er die Stadt gut aufgestellt, hat aber auch schon das Jahr 2026 im Blick, wenn der Anspruch auf schulische Ganztagsbetreuung umgesetzt werden muss. Michael Fritz denkt dabei nicht nur an die Kosten für das Personal, sondern auch an die oft schwierige Suche nach Mitarbeitenden im pädagogischen Bereich.