Viel Stoff zum Nachdenken wurde den begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern im Neuen Theater in Burgau bei der Premiere von „Next Level: Leben“ geliefert – der Erstaufführung des neuen Theaterprojekts der Jugendgruppe.
Das von den Jugendlichen unter der Leitung von Vera Hupfauer und Selma Berger selbst entwickelte Theaterstück erzählt von dem Zwiespalt heranwachsender Menschen zwischen Selbstoptimierung sowohl in der Innen- als auch in der Außenwirkung sowie der Suche nach einer eigenen Identität und der Verwirklichung von Lebensträumen.
Die so einfache wie originelle Idee, die ganzen Gefühls- und Wahrnehmungskonflikte in ein „Spiel des Lebens“ zu verpacken, haben die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren perfekt umgesetzt und in Szene gebracht. Beginnend mit der chaotischen Wirkung, die durch Reizüberflutung von Social Media aber auch durch die von den Eltern oder der Gesellschaft gestellten Anforderungen ausgelöst werden, führte eine gut inszenierte Choreografie dem Publikum vor Augen, wie alle 14 Akteure zwar Teil einer großen und funktionierenden Gesellschaft sind, sich dort aber auf unterschiedliche Weise einbringen. Der ewige Kampf um Ansehen und Anerkennung stand genauso im Mittelpunkt wie der Druck, immer glücklich und erfolgreich erscheinen zu müssen. Verschiedene Bühnenbilder vermittelten die unterschiedlichen Phasen dieses Spiels des Lebens, wo sowohl psychologische Aspekte der Gefühlswelt zum Ausdruck gebracht wurden als auch der simple Wettkampf um das persönliche Weiterkommen.
Jugendliche teilen ehrliche Gedanken auf der Bühne in Burgau
Aus dem großen Chor der Gruppe wurden immer wieder einzelne Akteure exponiert und präsentierten ihre eigene Geschichte, die so gar nicht konform war mit den Anforderungen der Allgemeinheit. „Ich bin ehrlich, aber wenn ich mal meine Meinung sage, sind die anderen beleidigt“, „ich will so akzeptiert werden, wie ich bin. Aber eigentlich will ich ganz anders sein“, das sind Gedanken, die die Jugendlichen mit ihrem Publikum dabei teilen, um dann wieder sofort in das Vortäuschen eines glücklichen und erfolgreichen Daseins zu versinken. Die Geschichte um den Sieg im Spiel des Lebens schaukelt sich allmählich nach oben.
Egal, ob es darum geht, einen Entscheidungskonflikt auszutragen, mit Enttäuschungen bei falschen Werbeversprechen umzugehen oder auch einen knallharten Verdrängungswettbewerb mit falschen Schmeicheleien und einem offen ausgetragenen Streit zu erleben – das Stück hält dem Auditorium einen Spiegel des Lebens vor Augen. Der Spannungsbogen dieser eindrucksvollen Vorstellung kommt zu einem versöhnlichen Ende, als sich aus einem Sprechchor mit der Vielfalt der Plattitüden, mit denen der Mensch sein Leben lang geimpft wird, ein gemeinsames Statement herausbildet: „In einer besseren Welt bedeutet Gemeinschaft nicht Gleichheit, sondern Verbundenheit und gegenseitige Unterstützung, Respekt voreinander und dem Wissen, das wir trotz aller Unterschiede zusammengehören“.
Weitere Aufführungen sind am Mittwoch, 13.5. um 20 Uhr und am Sonntag, 17.5. um 18 Uhr.
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