Ein Donnerstagmorgen, auf dem Spielplatz der Heinrich-Sinz-Schule in Hochwang herrscht heute Ruhe. Kinder sind keine zu sehen, nur einige Passanten schlendern vorsichtig über das Gelände und werfen gelegentlich neugierige Blicke auf die Spielgeräte. Auf der Plattform der Rutsche steht Peter Schraml von der Firma „Massstab Mensch“. In seinen Händen hält er Prüfgeräte, das iPad liegt griffbereit neben ihm. Er klettert hier nicht herum, weil er gleich rutschen will, sondern um jedes Bauteil, jede Verbindung und jeden Pfosten gründlich zu inspizieren.
Es ist die jährliche Hauptinspektion, durchgeführt vom Landratsamt in Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen wie „Massstab Mensch“, die sich um Sicherheit auf Spielplätzen kümmern. Die meisten Spielplätze gehören dem Landkreis, der zusammen mit den Fachbehörden regelmäßige Kontrollen durchführt. Ziel dieser Hauptinspektion ist es, Gefahren frühzeitig zu erkennen und mögliche Unfälle zu verhindern.
Fallschutz am Spielplatz Hochwang: Schraml erläutert Risiken und notwendige Kontrollen
Peter Schraml erklärt, dass es bei einer solchen Kontrolle vor allem darum geht, die Sicherheit der Geräte zu garantieren: „Wir prüfen, ob alles den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht, frei von Fangstellen ist, keine morschen Holz- oder beschädigten Metallteile hat, standsicher ist und ausreichend Fallschutz vorhanden ist – in der richtigen Schichtstärke und Fläche.“ Er deutet auf die Kiesflächen unter der Rutsche. „Wenn Kinder immer wieder an derselben Stelle landen, verdichtet sich das Material und verliert seine stoßdämpfende Wirkung. Diese Bereiche müssen regelmäßig nachbearbeitet werden.“
Die Überprüfung eines Spielplatzes erfolgt in mehreren Stufen: Sichtkontrolle (täglich bis wöchentlich durch Hausmeister, prüft offensichtliche Schäden, Glasscherben oder lose Teile), Verschleißkontrolle (monatlich bis vierteljährlich, besonders bei Ketten, Seilen oder beweglichen Teilen), Hauptkontrolle (einmal jährlich vom Landratsamt mit spezialisierten Firmen, wie an diesem Tag).
Neben der visuellen Begutachtung untersucht Schraml die Holzpfosten sehr genau. Er erklärt, wie man die Festigkeit der Pfosten prüfen kann: „Man kann nicht nur die Oberfläche betrachten, oft liegen die Schwachstellen im Inneren des Holzes, besonders dort, wo es im Erdreich steckt.“ Auch durch vorsichtiges Abklopfen lassen sich Hinweise auf die Stabilität erkennen. „Hört sich ein Pfosten hohl oder anders an als die anderen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass das Holz geschwächt ist und möglicherweise bald ausgetauscht werden muss.“
Technische Methoden wie die Bohrkern-Widerstandsmessung werden auch durchgeführt, doch eher selten. „Dieses Verfahren ist zwar präzise, aber man muss aufpassen. Bohrlöcher können Eintrittspunkte für Schädlinge, Pilze oder Feuchtigkeit schaffen. Deshalb verwenden wir es nur, wenn es unbedingt nötig ist, und nicht bei jedem Pfosten.“ Jede Beobachtung wird direkt im iPad dokumentiert, sodass klar ist, welche Mängel bestehen und wie dringend eine Reparatur ist. „Das hilft uns, den hohen Sicherheitsstandard bei allen Spielgeräten, die wir kontrollieren, dauerhaft zu halten.“
Der Fachmann erläutert, welche Probleme bei Spielgeräten am häufigsten auftreten: Metallteile, die korrodieren, Holzpfosten, die morsch werden, und abgenutzte Ketten, insbesondere bei Schaukeln. Doch: „Die größte Gefahr auf einem Spielplatz sind oft die eigenen Eltern.“ Oft helfen sie den Kindern beim Klettern oder lassen Gegenstände auf der Fläche liegen, wodurch die Sicherheitswirkung des Fallschutzes reduziert wird. „Die Eltern können prüfen, ob im Fallschutz etwas liegt, das dort nicht hingehört – Äste oder mitgebrachtes Spielzeug, das die Stoßdämpfung beeinträchtigt“, sagt er.
Tragische Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kontrollen. Schraml berichtet von einem tödlichen Unfall, bei dem ein Kind durch ein mitgebrachtes Pferdegeschirr an einer Rutsche strangulierte. „Solche Ereignisse zeigen, wie wichtig regelmäßige Inspektionen sind.“
Vandalismus und mutwillige Schäden: Wie der Landkreis reagiert
Tina Sailer von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege des Landratsamtes erklärt die organisatorische Perspektive: „Wir betreuen insgesamt neun Spielplätze, die unter unserer Verantwortung stehen. Die Hausmeister führen wöchentliche und monatliche Kontrollen durch. Einmal jährlich kommen wir gemeinsam mit Firmen für die Hauptkontrolle vor Ort. Die Maßnahmen, die wirklich Zeit und Kosten beanspruchen, sind die Reparaturen, um die Spielplätze wieder sicher zu machen.“
Doch nicht alle Gefahren entstehen durch Abnutzung oder Verschleiß. Ein zentrales Problem ist mutwillige Zerstörung durch Jugendliche, die sich Zugang zu abgesperrten Spielplätzen verschaffen. Sie beschädigen Seile, zünden sie an oder legen Lagerfeuer auf Kunststoff- und Hartplätzen. Sailer sagt: „Die Kinder, die die Geräte normal nutzen, sind nicht das Problem – es ist die gezielte Zerstörung.“ In solchen Fällen reagieren die Verantwortlichen des Landratsamtes schnell: Polizei oder Ordnungsdienst werden hinzugezogen, wenn sich das Problem verschärft. „Wir hatten schon Feuer auf Hart- oder Kunststoffplätzen oder beschädigte Seilverbindungen – solche Vorfälle erfordern sofortiges Handeln“, sagt Sailer.
Der Experte hat inzwischen fast alle Schrauben und Ketten durchgecheckt: Jede Beobachtung wird dokumentiert, damit die Dringlichkeit von Reparaturen klar festgelegt ist. Sailer fügt hinzu: „Das Prüfprotokoll legt genau fest, welche Mängel sofort behoben werden müssen, welche innerhalb weniger Wochen, und welche beobachtet werden. So bleiben unsere Spielplätze dauerhaft sicher.“
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