Der SV Scheppach musste im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Kreisliga einen Rückschlag hinnehmen. Trotz einer, vor allem in der ersten Halbzeit, guten Leistung verlor das Kellerkind bei der SpVgg Wiesenbach mit 0:3. Rund 100 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen eine Partie mit zahlreichen Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Den Ausschlag für den am Ende doch deutlichen Wiesenbacher Erfolg gab die größere Cleverness bei der Chancenverwertung.
Scheppach vergibt drei gute Gelegenheiten – Wiesenbach nutzt die erste Gelegenheit
Die Gäste starteten gut in die Partie. Schon in der ersten Minute wurde Philipp Hämmerle schön freigespielt. Der Mittelfeldmann schloss aus rund 14 Metern ab, SpVgg-Keeper Luca Weiß war geschlagen, doch der Ball knallte an den Pfosten. Nur drei Minuten später legte sich SVS-Topstürmer Georghe-Daniel Azamfirei den Ball in aussichtsreicher Position etwas zu weit vor und so konnte die Wiesenbacher Defensive klären. Auch die dritte Top-Chance der Partie kreierten die Gäste. Leon Rutkowski zog aus 16 Metern ab, das Spielgerät rutschte aber knapp am Tor vorbei.
Mit ihrer ersten gelungenen Offensivaktion gingen stattdessen die Platzherren in Front. Pierre Heckelmüller kam auf der linken Strafraumseite zum Schuss und jagte den Ball aus 14 Metern per Vollspann unhaltbar für Scheppachs Schlussmann Paul Rutkowski in die Maschen. Die Spielanteile waren nach diesem Treffer wieder ausgeglichen. Ein Zuschauer, der es eher mit den Wiesenbachern hielt, bemerkte: „Die Scheppacher spielen gar nicht wie ein Team, das so tief im Tabellenkeller steckt. Da sind sehr ordentliche Spielzüge dabei.“
Nach einer knappen halben Stunde prüfte der aufgerückte SVS-Innenverteidiger Philipp Reiter Keeper Weiß mit einem Schuss von der Strafraumkante, doch der Torhüter war auf dem Posten und parierte sicher. Kurz darauf bekamen die Gäste einen Freistoß in zentraler Position etwa 20 Meter vor dem Tor zugesprochen. Samuel Cilek übernahm die Verantwortung, doch der Ball verfehlte ganz knapp sein Ziel. In der 33. Minute hatten die Scheppacher dann die größte Ausgleichschance. Azamfirei narrte drei Wiesenbacher Verteidiger und wurde im Strafraum erst durch ein Foul gebremst. Schiedsrichter Stefan Asam zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Der Gefoulte lief selbst an und suchte sich die linke Torwartecke aus. Weiß ahnte die Ecke jedoch und konnte den scharf getretenen Elfer parieren.
SpVgg-Keeper Weiß zeichnet sich immer wieder aus
In der Schlussphase der ersten Halbzeit gab es auf beiden Seiten weitere Chancen. In der 37. Minute schoss Hämmerle aus 20 Metern knapp vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später konnte Rutkowski einen Freistoß von Heckelmüller aus 25 Metern in toller Manier zur Ecke lenken und in der 43. Minute köpfte Daniel Steck nach einer Ecke aus etwa fünf Metern knapp drüber. Auch im zweiten Abschnitt kamen die Gäste besser in das Spiel. SpVgg-Keeper Luca Weiß stand zweimal binnen zwei Minuten im Fokus. Erst parierte er einen Schuss aus 25 Metern von Robin Schläger zur Ecke (46.), dann entschärfte er einen sensationellen Fallrückzieher von Azamfirei (48.).
Direkt im Gegenzug verpassten es die Wiesenbacher, ihr zweites Tor zu erzielen. Nach einer Hereingabe von David Berger rutschte Heckelmüller knapp am Spielgerät vorbei. Kurz nach dieser Gelegenheit zeigte Daniel Steck dann, dass in ihm ein Schlitzohr steckt. Nach einem Foul im Mittelfeld sah der Wiesenbacher Spielmacher seinen Mitspieler Jannick Müller freistehen und führte den Freistoß schnell aus. Müller steuerte alleine aufs Scheppacher Tor zu, schob den Ball aber daran vorbei.
Trotz 0:3-Niederlage: Scheppach hat weiter Chancen auf den Klassenerhalt
In der 63. Minute bewies Heckelmüller dann seine ganze Klasse. Der ehemalige Landesligaspieler des SC Ichenhausen setzte sich auf der linken Angriffsseite gegen zwei Gäste durch und flankte maßgerecht nach innen. Torwart Rutkowski kam nicht an den Ball, David Berger stand am Fünfmeterraum völlig blank und hatte keine Mühe, den Ball per Kopf im leeren Tor unterzubringen (63.). Damit war der Scheppacher Widerstand zum größten Teil gebrochen und die Gastgeber kamen zu weiteren Chancen. Rutkowski musste sich gleich dreimal (66., 68. und 76.) gegen Heckelmüller, Steck und Berger auszeichnen.
Den Schlusspunkt unter die Partie setzte schließlich Daniel Steck in der 77. Minute. Der 32-Jährige zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern um die Mauer herum in das linke Torwarteck. Jetzt war die Partie endgültig gelaufen, in der Schlussphase gab es keine nennenswerten Aktionen mehr. Der Auftritt der Scheppacher sollte aber Mut für die beiden abschließenden Begegnungen gegen Ziemetshausen und Altenmünster machen. Da der TSV Balzhausen beim SC Bubesheim mit 0:3 verloren hat, sind die Chancen für den Verbleib in der Kreisliga für die Scheppacher weiterhin intakt.
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