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Handball: 22 Jahre Handball beim VfL Günzburg: So blickt Ex-Kapitän Patrick Bieber auf seinen Abschied

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22 Jahre Handball beim VfL Günzburg: So blickt Ex-Kapitän Patrick Bieber auf seinen Abschied

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    Der ehemalige VfL-Torwart Patrick Bieber, hier mit seiner Frau Martina
    Der ehemalige VfL-Torwart Patrick Bieber, hier mit seiner Frau Martina Foto: Ernst Mayer

    Sportlich ging es für den VfL Günzburg beim letzten Heimspiel der Handball-Regionalliga-Saison 2025/26 nicht mehr um viel. Trotzdem war das Duell mit dem SV Anzing am ersten Mai-Wochenende für viele Besucherinnen und Besucher in der Günzburger Rebayhalle ein ganz besonderes. Mit Patrick Bieber wurde der langjährige Kapitän der Mannschaft verabschiedet.

    Abschied vom Handball: „Ein wirklich toller Lebensabschnitt"

    „Ich habe mich lang mit diesem Abschied beschäftigen können“, sagt Bieber mit Blick auf seinen letzten Auftritt im VfL-Trikot. Schon zu Beginn der Spielzeit sei für ihn klar gewesen, dass in diesem Sommer Schluss ist. „Aber traurig ist man natürlich schon, weil damit ein wirklich toller Lebensabschnitt zu Ende gegangen ist.“

    Los ging es mit dem Handball im Alter von vier Jahren. Damals, 1996, allerdings noch bei seinem Heimatverein VfL Leipheim. Erst fünf Jahre später erfolgte der Wechsel: Da es in Leipheim nicht genügend Nachwuchshandballer für eine eigene Jugendabteilung gab, mussten Bieber und seine Teamkollegen fortan in Günzburg spielen. „Am Anfang war ich natürlich total traurig. Ich fand die Entscheidung bescheuert und habe nicht verstanden, was ich jetzt in Günzburg soll“, erinnert sich der Torhüter an diesen aufgezwungenen Wechsel.

    Wechsel zum VfL Günzburg: Von „total traurig“ zu „der totale Jackpot“

    Heute sieht der 34-Jährige das etwas anders. „Im Nachhinein war das der totale Jackpot. Ich habe in diesem Verein einige meiner besten Freunde kennengelernt.“ Nach einigen Jahren in der Jugend wurde er im Alter von 17 erstmals in den Kader der ersten Herrenmannschaft berufen, ohne dort allerdings sofort zum Einsatz zu kommen. „Ich war schon immer sehr ehrgeizig. Und in meinem jugendlichen Wahnsinn habe ich zu meinem damaligen Trainer Bernd Dunstheimer gesagt, dass es eine Frechheit ist, dass ich keine Minute Spielzeit bekomme“, erinnert sich der Handballer.

    Diese jugendliche Leichtsinnigkeit schadete ihm allerdings nicht. Im Gegenteil: Der Keeper erkämpfte sich seinen Platz in der ersten Mannschaft und feierte mit dem Team 2010 den Aufstieg in die Landesliga. Dort stieg Günzburg allerdings direkt wieder ab, der angepeilte Wiederaufstieg scheiterte – und Bieber verließ „seinen“ VfL. „Ich wollte für mich selbst wissen: Kann ich noch mehr?“, erklärt er seinen Wechsel zum TSV Blaustein im Sommer 2012. Stephan Hofmeister, heutiger Cheftrainer in Günzburg, hatte den Torwart damals zu der Mannschaft aus der Württemberg-Liga gelockt.

    Lange hielt es der Günzburger ohne den VfL allerdings nicht aus. Von Blaustein über den damaligen Drittligisten TSV Friedberg ging es 2015 wieder zurück in die Kreisstadt. „Vor meinem Wechsel nach Blaustein habe ich unserem sportlichen Leiter Robert Mayer versprochen, dass ich nach Günzburg zurückkehren werde, wenn ich der Mannschaft beim Aufstieg in die Bayernliga helfen kann“, erinnert sich Bieber an eine Abmachung. Zudem entsprachen seine Spielzeiten in Friedberg nicht dem, was sich der ehrgeizige Sportler erhofft hatte.

    Rückkehr nach Günzburg: Bieber löst sein Versprechen ein

    Was folgte, waren elf weitere Spielzeiten als Schlussmann der ersten Günzburger Mannschaft. Gleich in Biebers erster Spielzeit nach der Rückkehr feierte der VfL überraschend den Aufstieg in die Bayernliga, 2021 dann den Sprung in die 3. Liga. „In dieser Zeit sind wunderschöne Erinnerungen entstanden. Ich denke immer wieder gerne an das Heimspiel in der Bayernliga gegen den TSV Niederraunau vor 1700 Zuschauern. Wenn ich die Augen schließe, stehe ich wieder vor der vollen Tribüne.“

    Generell sei der Handball in dieser Zeit ein wichtiger Lebensinhalt gewesen. „Ich war kein Profi, ich habe nie die Champions League oder die Weltmeisterschaft gewonnen. Aber für mich hat der Handball immer alles bedeutet.“ Doch nach 30 Jahren in dem Sport, 22 davon beim VfL Günzburg, soll nun Schluss sein. „Körperlich fühle ich mich schon noch dazu in der Lage, im Tor zu stehen. Aber irgendwann muss ein Generationenwechsel stattfinden“, vertraut er auf die jungen Torhüter im VfL-Kader.

    Nun freut sich der 34-Jährige auf mehr Zeit – und das Aufwachen ohne Schmerzen. „Auch wenn ich mich fit fühle, merke ich, dass ich älter werde. Wenn wir am Samstag gespielt haben, tat mir am Montagmorgen alles weh“, sagt er. „Außerdem mussten in den vergangenen Jahren Dinge, die mir viel bedeuten, hinten anstehen. Deshalb habe ich mich jetzt entschieden, dass ich wieder mehr Zeit für meine Familie und meine Frau haben will“, sagt Bieber. Dem Verein bleibt er aber hinter den Kulissen weiter erhalten: Aktuell ist er stellvertretender Handball-Abteilungsleiter der Günzburger.

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