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Wald: Schweres Jahr für die Forstwirtschaft

Wald

Schweres Jahr für die Forstwirtschaft

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    Geschäftsführer Kay Reiff (links) und Vorsitzender Wilhelm Baumeister (rechts) der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG) dankten Sekretärin Cornelia Bayr und verabschiedeten Fachberater Peter Schaffner.
    Geschäftsführer Kay Reiff (links) und Vorsitzender Wilhelm Baumeister (rechts) der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG) dankten Sekretärin Cornelia Bayr und verabschiedeten Fachberater Peter Schaffner. Foto: FBG/Toni Ledermann

    Wilhelm Baumeister brachte es auf den Punkt: „Es liegt ein schweres Forstwirtschaftsjahr hinter uns“, fasste der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG) das Jahr 2018 an der Jahreshauptversammlung zusammen. „Vor dem Wintereinschlag 2017/2018 fegte der Sturm ,Kolle‘ über den bayerischen Wald bis etwa Passau. Schäden über zwei Millionen Festmeter belasteten schon damals die Preisverhandlungen zum Wintereinschlag“. Der Sturm „Friederike“ im Januar 2018 war ein weiterer Tiefschlag und hinterließ etwa zehn Millionen Festmeter Windwurfholz. Die früh einsetzende und lang anhaltende Trockenheit verschärfte die Situation.

    „Man konnte in dieser Zeit nicht von Vermarktung sprechen, Entsorgung wäre passender“, sagte Baumeister. Sägewerke hatten zum Teil keine Kapazitäten mehr und es kam zu einem extremen Preisverfall. In der Papierindustrie wurden die Liefermengen ebenfalls gedrosselt. Baumeister wünscht sich „dringend ruhigeres Fahrwasser und weiter etwas Auftrieb. Vielleicht sollten wir aber auch die Sturmkatastrophen als Fingerzeig sehen und unsere Wälder in Richtung Vielfalt verändern und dies bei Wiederaufforstungen mehr würdigen.“ Er verwies an die Revierförster, die Waldbesitzer durch aussagefähige Standortkarten gut beraten könnten.

    Eva Birkholz, Abteilungsleiterin Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach, ging es um die Verbissbelastung im Landkreis, die wieder zugenommen habe. Bei der Diskussion über die Abschusszahlen beteilige sie sich gerne. Waldbesitzer sollten Ihren Wald genau beobachten. Im Gegensatz zu anderen Gegenden hätten die Fichten das Trockenjahr 2018 bezüglich des Borkenkäferbefalls gut überstanden. Allerdings sei das Gefahrenpotenzial noch vorhanden und könne je nach Temperaturentwicklung größer werden. „Ein weiblicher Käfer kann bis zu 100000 Nachkommen erzeugen. Deshalb müssen wir alles tun, um dies zu verhindern.“ Sie dankte den Waldbauern für die gute Wiederaufforstungsmoral.

    Waldbauern steht die neue Försterin Stefanie Süß zu Beratungen im Forstumbau zur Verfügung. Die Stelle wurde durch den Abschluss des Waldpakts 2018 möglich.

    Den Fachvortrag hielt der stellvertretende Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbands Bayern (ÖJV) Stefan Kolonko. Er wies in seinem Vortrag „Naturgemäße Waldwirtschaft und Jagd“ darauf hin, dass in seinem Wald bei Oberndorf/Lech mit 550 Hektar Auwald in einem Wasserschutzgebiet generell keine Spritzmittel eingesetzt werden. Kolonko ist auch im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), die sich für eine ganzheitliche Betrachtung des Waldes engagiert und die Entwicklung zu Dauerwäldern (Plenterwald) einsetzt. „Die Baumarten ergänzen sich gegenseitig und es gibt geringe Schwankungen von Vorrat, Zuwachs und Nutzung. Man darf sich nicht auf eine einzige Modewelle konzentrieren“, appellierte Kolonko. Er stellte den ÖJV-Bayern Schwaben mit seinen 1000 Mitgliedern vor, der 1988 gegründet wurde. Aus den Vegetationsgutachten fordert er höhere Abschusszahlen. Ziel sei die Erhaltung und Verbesserung möglichst naturbelassener Jagdlandschaften. Er setzt auf Tannenverjüngung. Dies funktioniere aber nur bei angepassten Wildbeständen. Er plädierte für diese Baumart, da sie Trockenheit besser aushält als Fichten. Sein Fazit: „Waldbewirtschaftung lohnt sich!“

    Der Geschäftsführer der FBG Kay Reiff berichtete über eine erfreuliche Mitgliederentwicklung. Mit 38 neuen Mitgliedern weist die FBG zum 30. September 2018 einen Mitgliederstand von 1348 Waldbauern mit 11205 Hektar Wald auf. Die FBG betreut davon 61 Wälder auf 738 Hektar Fläche im Rahmen der Waldpflegeverträge. Die Preise sind durch Stürme und Windbruch von 89 auf 70 Euro bei den Fixlängen gefallen. Es wurden im Geschäftsjahr 2017/18 26582 Festmeter Stammholz vermarktet. Davon wurden 17450 Festmeter über abgesicherte Verträge an unterschiedliche Sägewerke verteilt. 4740 Festmeter wurden an kleinere Abnehmer verkauft. Im Bereich Industrieholz und Hackgut wurden 5200 Festmeter vermarktet, ferner 2240 Festmeter Papierholz und 3000 Festmeter Hackgut verkauft. Die Hauptbaumart, die in der FBG vermarktet wird, ist die Fichte (95 Prozent). Es wurden 3409 Festmeter Langholz verkauft. „Leider gibt es immer weniger Langholzkäufer“, bedauerte der Geschäftsführer. Im Kurzholzsortiment wurden 18034 Festmeter vermarktet.

    Die Submission im Januar 2019 in Leipheim war sehr erfolgreich: Von 17 teilnehmenden Institutionen wurden insgesamt 1871 Festmeter geliefert. Darunter 650 Festmeter Eichen, 565 Festmeter Eschen und 253 Festmeter Lärchen. Das beste Gebot erzielt eine Lärche mit 1338 Euro pro Festmeter. Zum Abschluss wurden die beiden Büromitarbeiterinnen Cornelia Bayr und Heidi Stocker für ihre zehnjährige Tätigkeit geehrt. Peter Schaffner geht in den „wohlverdienten“ Ruhestand. Er war seit 2010 der forstliche Berater des AELF für die Forstbetriebsgemeinschaft. (zg)

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