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Armati Equites: Die alten Rittersleut’

Armati Equites

Die alten Rittersleut’

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    Zweikampf im Vöhlin-Schlosshof ganz so, wie er hier auch früher stattgefunden haben könnte. Heimatverein und Ritter der „Armati Equites“ inszenieren mittelalterliche Szenen für junge Besucher.
    Zweikampf im Vöhlin-Schlosshof ganz so, wie er hier auch früher stattgefunden haben könnte. Heimatverein und Ritter der „Armati Equites“ inszenieren mittelalterliche Szenen für junge Besucher.

    Illertissen „Ja, so waren die alten Rittersleut“, erklärt Thomas Kögel von den Armati Equites leicht außer Atem nach seinem Schaukampf mit Mark Braune im Hof des Vöhlinschlosses in Illertissen. Erst liegt er am Boden, dann zwingt er seinen Widersacher in die Knie. Doch das ist alles nur Show. Wie die Ritter einst lebten, sich kleideten oder einander bekämpften, das erfuhren die rund 50, meist jungen Besucher bei dieser ganz besonderen Schlossführung mit dem Heimatverein und dem Verein für mittelalterliches Brauchtum, den „Armati Equites“.

    Mit ihrem Auftritt wollten die gewappneten Reiter, so die Übersetzung aus dem Lateinischen, aber auch neugierig machen auf ihr alljährliches Pfingstspektakel, das von Freitag, 25., bis Montag, 28. Mai in Buch stattfindet. Insbesondere die kleinen Besucher interessierten sich aber für die Ritter „zum Anfassen“, nachdem der authentisch geführte Zweikampf so glimpflich ausgegangen war.

    Während Josi Hirschenberger und Therese Brock aus der frühen Schlossgeschichte berichteten, legten die Ritter ihre 30 bis 40 Kilogramm schwere Ausrüstung ab, um sie herumzureichen. Besonders raffiniert erschien der Schutzhelm, der sich innen je nach Kopfgröße verstellen ließ wie ein moderner Fahrradhelm, oder aber die warme Karo-steppjacke, die nicht mit Daunen, sondern stabilem Rosshaar gefüttert war, um harte Schläge abzumildern.

    Der Rabenschnabel als Vorläufer des Zepters

    Große Aufmerksamkeit bekam der Demonstration einiger Waffen, etwa dem häufig verwendeten Kurzschwert, genannt „Sax“, von dem die Sachsen vielleicht ihren Namen ableiteten. Oder der „Rabenschnabel“ zum Aufknacken von Rüstungen, der wegen seiner brutalen Verletzungen von der Obrigkeit verboten und nur von Herrschern getragen werden durfte, und so zum Machtsymbol des Zepters stilisiert wurde.

    Nach so viel anschaulicher Theorie konnte der Besuch der herrschaftlichen Gemächer im alten Schloss sowie des noch gut erhaltenen Gewölbes darunter viel intensiver erlebt werden. Alexander Mayer von der Hausverwaltung wusste von Fluchtwegen und Geheimgängen zu erzählen, durch die sogar Ross und Reiter hindurchgepasst haben sollen, oder wo sich der ehemalige Schlossbrunnen befand.

    Auch wenn Schlösser gerne als Ritterbehausung angesehen werden, so verbrachten die Ritter doch sehr viel Zeit im Felde, wo sie in Zelten campierten. Einen Eindruck davon wird das Lager der etwa 60 Mitglieder umfassenden Armati Equites am Pfingstwochenende in Buch geben. Dort werden sie zum 15. Mal ihr Ritterturnier inszenieren, mit Ringestechen, Köpfeschlagen, Sauhatz, Rolandsreiten, Märchen- und Bogenturnier. Seit Freitag sind sie dabei, mit Unterstützung der Marktgemeinde auf den Wiesen des Schlossbergs vergangene Ritterherrlichkeit wieder auferstehen zu lassen – mit Lagerleben, mittelalterlichem Handwerkermarkt, Musik, Gaukelei und Feuerzauber. Im vergangenen Jahr hatten 5000 Mittelalter-Fans an dem Spektakel teilgenommen. Worauf sich Mark Braune, stellvertretender Vorsitzender, diesmal ganz besonders freut, sind die vielen Kerzen und Lagerfeuer. „Die Stromversorgung auf dem großen Gelände ist nicht so einfach, aber da kommt uns das Bemühen um möglichst große Authentizität entgegen.“ Viele Händler werden ihre Marktstände mit Kerzenlicht erhellen.

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