Neu-Ulm Die geplante Biogasanlage im Steinhäule hat eine erste Hürde genommen. Der Neu-Ulmer Stadtentwicklungsausschuss hat sich gegen drei Stimmen für die Ansiedlung ausgesprochen. Das Gremium tat sich dennoch schwer mit der Entscheidung, bei der es laut Karl-Martin Wöhner (SPD) „Umwelt gegen Umwelt“ abzuwägen galt.
Sollte die Biogasanlage, für die bereits vor einem Jahr die Bauvoranfrage bei der Stadtverwaltung eingegangen ist, tatsächlich gebaut werden, wäre sie eine der größten weit und breit. Das Vöhringer Unternehmen Eco-Projects Development will auf der Brachfläche des 1,4 Hektar großen Areals der ehemaligen Sondermüllbeseitigungsanlage, nach neuesten Angaben rund 14,6 Millionen Euro investieren. Betreiber soll die neu gegründete Bio-Erdgas Süd werden, die von den Landwirten, den Stadtwerken und freien Investoren (darunter auch Eco-Projects) getragen werden soll.
„Die Bauern sollen nicht nur Substrat liefern, sondern auch am Erfolg des Unternehmens beteiligt sein. Baubeginn soll laut Eco-Projects-Geschäftsführer Robert Harder in etwa einem Jahr sein. 15 Arbeitsplätze würden nach Angaben des Unternehmens entstehen.
Die Dimensionen der geplanten Anlage am Fischerholzweg sind aber auch ihr größtes Problem: 7,5 Millionen Kubikmeter Methan sollen dort jährlich in das Erdgasnetz eingespeist werden, dafür werden rund 70000 Tonnen Biomasse benötigt. Nach den Berechnungen der Verwaltung müsste man 25 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Flächen auf Neu-Ulmer Flur verwenden, um diese Menge zu produzieren.
Zwar wird das Liefergebiet größer sein, doch eine Veränderung der Kulturlandschaft sei, da war man sich einig, kaum zu vermeiden, – da vor allem Mais gebraucht werde. Doch laut Eco-Projects könne in der Anlage auch Grassilage und Stroh für die Gasgewinnung verwendet werden. In Zukunft hoffe man auf die neue Energie-Wunderpflanze Silphie (siehe Infokasten).
Dass der Ausschuss am Ende doch so deutlich zustimmte, liegt auch an der Größe. Denn eine große Anlage habe einen besseren Wirkungsgrad und sei „vernünftiger als die Aufspaltung in fünf oder zehn Kleinanlagen“, so Ulrich Seitz (SPD). Diese könnten zudem ohne Genehmigung durch den Stadtrat gebaut werden. Die Nähe zum Klärwerk, wo die Gärreste entwässert werden sollen, und zum Gaskoppelpunkt der SWU sind weitere Pro-Argumente, die von der Verwaltung vorgetragen wurden.
Der Stadtrat soll nun ein Sondergebiet „Biogasanlage“ im Flächennutzungsplan ausweisen. (mgo)