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Illertissen: Wie Illertissen die Innenstadt ordnen will

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Wie Illertissen die Innenstadt ordnen will

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    So sieht das Areal „Ost“ mit dem Pfarrzentrum St. Martin aus.
    So sieht das Areal „Ost“ mit dem Pfarrzentrum St. Martin aus. Foto: Schirmer

    Zu groß, zu wenig Grün und überhaupt ganz anders, als man sich das von Seiten der Stadt gewünscht hat: So würde mancher Investor in Illertissen bauen, wenn er denn freie Hand hätte – davon ist Bürgermeister Jürgen Eisen überzeugt. Es habe schon Fälle gegeben, etwa in Richtung Bahnhof. Um solchen „Fehlentwicklungen“ vorzubeugen, sollen Bebauungspläne für zwei Gebiete in der Innenstadt erlassen werden. An sie müssten sich Bauherren dann künftig halten. Eisen gibt das Ziel vor: „Wir wollen ein einheitliches Erscheinungsbild und nicht die letzte Grünfläche auch noch zu machen.“

    Deshalb wurde ein Stadtplanungsbüro damit beauftragt, Konzepte für die Areale zu entwickeln. Die stellte Stadtplaner Lukas Hoch nun in einer Sitzung des Stadtrats vor. Viele neue Wohnungen könnten entstehen, Grünflächen und prägende Ansichten erhalten werden und der Kindergarten St. Martin könnte einen großen Außenspielbereich bekommen. Insgesamt gehe es um eine „maßvolle Nachverdichtung“, sagte Bürgermeister Eisen. Hier ein Überblick.

    Gebiete: Das „West“ genannte Areal zwischen Hauptstraße, Bahnhofstraße, Ulrichstraße und Memminger Straße ist 1,42 Hektar groß. Das andere heißt „Ost“ und befindet sich zwischen Hauptstraße, Martinhsplatz, Weiherstraße und Reichshof (Größe: 2,3 Hektar).

    So sieht das Areal „Ost“ mit dem Pfarrzentrum St. Martin aus.
    So sieht das Areal „Ost“ mit dem Pfarrzentrum St. Martin aus. Foto: Schirmer

    Besonderheiten: Markante Gebäude sind im Areal „West“ der ehemalige Gasthof Hirsch und das alte Gesundheitsamt, im Konzept „Ost“ liegen der Pfarrzentrum St. Martin und das Forstamt.

    So soll das Areal „West“ am Bahnhof einmal aussehen.
    So soll das Areal „West“ am Bahnhof einmal aussehen. Foto: Schirmer

    Varianten: Für beide Gebiete hatte die Mitarbeiter des Stadtplanungsbüros mehrere Gestaltungsvarianten vorbereitet. Es sind Visionen, wie die beiden Illertisser Stadtviertel einmal aussehen könnten.

    Beschluss: Die Stadträte suchten aus den dargebotenen Alternativen jeweils eine heraus. Für das westliche Gebiet am Bahnhof hielten sie die Variante „kompakte Nachverdichtung“ (Nummer zwei von fünf) für passend (19 zu drei Stimmen). Sie sieht vor, das Gasthofsgebäude unabhängig von seiner konkreten Nutzung zu erhalten, die prägende Fassade kann umgestaltet werden. Das befürwortete Rat Andreas Fleischer (SPD), der den „Glaskasten“ am ehemaligen Köhler’s loswerden wollte. Angedacht sind im Süden mehrere L-förmige Wohngebäude. Eines könnte das ehemalige Gesundheitsamt ersetzen, das sich laut Rat Ansgar Bauer (Freie Wähler) in „desolatem Zustand“ befindet. Planer Hoch rechnet mit etwa 49 neuen Wohneinheiten. Geparkt werden soll dort einmal in Tiefgaragen. Wegen der kleinen Grundstücke müssten die Eigentümer bei der Umsetzung solcher Bauprojekte wohl zusammenarbeiten, hieß es.

    Ein markanter Punkt ist die Fassade des ehemaligen Gasthofs.
    Ein markanter Punkt ist die Fassade des ehemaligen Gasthofs. Foto: Schirmer

    Beim Areal „Ost“ machte Variante eins das Rennen (gegen fünf Stimmen): Entwickelt sich das Gebiet so wie vorgesehen, könnten 79 neue Wohnungen entstehen, vorwiegend durch Geschosswohnungsbau. Vorgesehen ist eine Erweiterung der Kindertagesstätte um 200 Quadratmeter, von einer Kindergartengruppe (25 Kinder) und einer Krippengruppe (zwölf Kinder) war die Rede. Und zudem von einem Außenspielbereich, der 1240 Quadratmeter umfassen soll. Rätin Helga Sonntag (ÖDP) sah darin „eine Riesenchance“. Rat Uwe Bolkart (CSU) sagte, als Besitzer der benötigten Flächen, sollte der Freistaat der Stadt entgegenkommen.

    So geht’s weiter: In beiden Gebieten werde sich einiges tun, hieß es in der Ratssitzung. Die Stadt könnte wohl Vorkaufsrechte nutzen. Bürgermeister Eisen appellierte an die Bürger, selbst Vorschläge für die Bebauungspläne zu machen. „Äußern Sie Wünsche, danach müssen Sie sich an den Plänen orientieren.“

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