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17.08.2018

Junger Afghane aus Vöhringen abgeschoben

Im Flieger nach Kabul saß am Dienstag ein junger Afghane, der zuletzt in Vöhringen wohnte.
Bild: Stratenschulte, dpa

Helfer vor Ort sind zunehmend frustriert

Die Angst vor der möglichen Abschiebung – unter Flüchtlingen aus Afghanistan ist sie in diesen Tagen riesengroß. „Nachts können viele nicht schlafen, weil sie Angst haben, dass die Polizei sie abholen könnte“, schildert Silvia Gugler vom Freundeskreis Asyl in Vöhringen die Situation. Dort mussten die Helfer nun mitverfolgen, wie ein junger Afghane abgeschoben wurde, der in der Illerstadt untergebracht war.

Der 20-Jährige saß am Dienstagabend im Flieger in Richtung Kabul – als einer von insgesamt 46 abgeschobenen afghanischen Asylbewerbern. Viel Kontakt hatten die Helfer in Vöhringen zu dem jungen Mann zuletzt nicht, sagt Gugler. Er habe gerne Fußball gespielt, die Berufsschule besucht und spreche sehr gut Deutsch. Auch im „Café international“, das der Helferkreis im Jugendhaus veranstaltet, sei er schon Gast gewesen.

Wie überall in der Region sind die derzeit rund 32 Ehrenamtlichen in Vöhringen darum bemüht, Flüchtlinge in die Gemeinschaft zu integrieren. Vor allem die Abschiebungen junger Afghanen aber machten den Helfern derzeit sehr zu schaffen. „Es herrscht viel Frust“, sagt Silvia Gugler, die selbst von Anfang an im Freundeskreis engagiert ist. „Natürlich wussten wir, dass viele wieder zurückmüssen.“ Aber es sei eben frustrierend, dass auch diejenigen, die sich gut integriert und alles richtig gemacht hätten, nun betroffen seien.

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Ähnliche Worte fanden vor einigen Wochen auch Ehrenamtliche aus Elchingen und Babenhausen. Zwei Asylbewerber, die sich zuletzt in den beiden Orten aufgehalten hatten, wurden wie berichtet ebenfalls abgeschoben. Die Nachricht, dass ein junger Afghane, der seit einiger Zeit in Kettershausen lebte, zurück in sein Heimatland musste, bezeichnete der Babenhauser Asylhelferkreis damals als „Schlag ins Gesicht“. Denn der 24-Jährige hatte zuletzt bei einem Bauunternehmen im Raum Babenhausen gearbeitet, Geld verdient und Deutsch gelernt. „Wir sind bemüht, diese Menschen zu integrieren, ihnen das Leben zu erleichtern und eine Perspektive zur Selbstgestaltung zu geben. Und dann so was“, sagte Adi Hoesle, Vorsitzender der Kontaktgruppe „Menschen begegnen Menschen“ im Gespräch mit unserer Redaktion.

In Elchingen berichtete die Sprecherin des dortigen Helferkreises, Birgit Möller, von einer „unglaublichen Härte“, die in der Asylpolitik zu spüren sei. (mash/stz) "Bayern

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