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Kabarett: „Traumfraun“, die Männer kalt lassen

Kabarett

„Traumfraun“, die Männer kalt lassen

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    Die „Traumfraun“ aus Waltenhofen machen Station in Unterroth vor insgesamt 300 Gästen und „Melden Turbulenzen“, was ihnen turbulenten Applaus einbringt.
    Die „Traumfraun“ aus Waltenhofen machen Station in Unterroth vor insgesamt 300 Gästen und „Melden Turbulenzen“, was ihnen turbulenten Applaus einbringt. Foto: Foto:lor

    Unterroth Wenn Traumfraun sich mal ihren Traum verbauen, weil sie vor lauter Geschäftigkeit ihre Tickets für den Flug nach Bornholm verlegt haben, vergnügen sie sich eben anderweitig. „Typisch Frau“, würde da so mancher Mann sagen, doch gerade diese Spezies war im zweimal ausverkauften Saal des Gasthofs Linde in Unterroth wenig vertreten. Dafür aber Frauen jeglichen Alters aus der ganzen Region, die sich bei „Melden Turbulenzen“ köstlich darüber amüsierten, wie ihnen der Spiegel vorgehalten wurde.

    „Eins, zwei, drei, ich sehe acht Männer, und auch die Geistlichkeit ist wieder vertreten“, checken Hanni alias Claudia Hermann (44) und Celestine, die mit bürgerlichem Namen Elke Lau (48) heißt, die Verhältnisse im Saal. Was die Bühne anbetrifft, muss Büchereileiterin Waltraud Metzinger für den erkrankten Tontechniker einspringen, und an Pfarrer Wölfle gewendet stellen sie genüsslich fest: „Nach unserer Vorstellung wird er froh sein, sich für den Zölibat entschieden zu haben.“

    Unvermittelt sind die beiden, Celestine im figurbetontem grasgrünem Hängerchen und Hanni in gerüschter blauer Bluse, in ihrem Element: Spricht die eine, verzieht die andere das Gesicht, und umgekehrt. Hanni macht eine kritische Schnute, Celestine verdrehte Augen. Für die beiden ist es das dritte Stück in Unterroth und das Publikum sieht sich in den Erwartungen bestätigt.

    Anstatt Bornholm entdecken Hanni und Celestine das Flughafengelände für sich als Urlaubsziel, landen im Massagesalon und verstehen es, egal wo, sich in Wort- und Gedankenfantasien zu verlustieren. Ob es sich um Hannis schlüpfrige Unterwäsche handelt oder der ihrem Ewald vorenthaltene Aktienhandel, Hannis Problemlösungen fallen deftig aus. Was die abhanden gekommenen Dessous anbelangt, habe Ewald den richtigen Vergleich gehabt: „Zehn Kilo Kartoffeln passen halt nicht ins Fünf-Kilo-Netz.“

    Nach Hause zurückkehren? Nein!

    Klischeevorstellungen am laufenden Band werden da aufgespießt, süffisant angespielt und schnell fallengelassen zugunsten neuer, oft sogar spontaner Einfälle. Celestine, die in Sachen Männer „noch nicht endversorgt“ ist, verweist gerne in höhere Sphären, denen Hanni schwer folgen kann: „Frauen, die so sind wie ich, können in einer ganz anderen Liga spielen.“

    Ihre geistigen Höhenflüge begleiten Ansagen über Maschinen aus Dubai oder Mallorca, bis die beiden „besten Freundinnen“ die Ankunft der Maschine aus Bornholm vernehmen. Aber jetzt – nach all ihren Erkenntnissen nach Hause zurückkehren, nein! Celestine schnappt sich ihren Lover und Hanni ruft Ewald zu: Bestell dir Essen auf Rädern oder so was, ich bin noch mal weg.“

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