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Lebensmittel: Antibiotikum: Auf betroffenen Höfen wird es eng

Lebensmittel

Antibiotikum: Auf betroffenen Höfen wird es eng

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    Auch einige Mastbetriebe in der Region sind gesperrt.
    Auch einige Mastbetriebe in der Region sind gesperrt. Foto: Foto: oh

    Von Eva Büchele

    Oberschönegg In Tierfuttermitteln der Molkerei Ehrmann (Oberschönegg) wurde jüngst Chloramphenicol, ein Breitbandantibiotikum, nachgewiesen. Diese Meldung sorgte am Wochenende bei Verbrauchern für Verunsicherung: „Darf ich noch Schweinefleisch essen? Und Joghurt?“ Chloramphenicol kann gesundheitsschädliche Nebenwirkungen haben, heißt es auf der Internetseite des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Bayern, kurz LGL.

    Trotzdem gibt die Behörde Entwarnung: Für den Verbraucher bestehe keine Gefahr. In den Joghurt sei das Antibiotikum nicht gelangt, das hätten Tests ergeben. Die Schweinemastbetriebe, die Futtermittel von Ehrmann verwendet haben, wurden vorerst gesperrt, auch wenn nur eine sehr geringe Konzentration des Antibiotikums im Futtermittel nachgewiesen wurde.

    Betroffen sind 25 Mastbetriebe in Bayern. Für die Landkreise Neu-Ulm und das Unterallgäu nennt die Behörde keine Zahlen. Dem Vernehmen nach sind im Kreis Neu-Ulm drei oder vier Betriebe betroffen, zudem einige Höfe im Allgäu.

    Ein betroffener Landwirt aus der Region sagte gestern gegenüber der IZ, er dürfe vorerst kein Tier verkaufen, bis seine Proben untersucht wurden. Da könne es auf dem Hof schon mal eng werden, schließlich wachsen die Schweine ja weiter. „Es wird jede Box belegt, die frei ist.“ Und das ist nicht das einzige Problem: „Es hängt ja ein ganzes System dran“, erklärt er. Wegen Platzmangels musste er zum Beispiel Ferkel wieder abbestellen, die er eigentlich kaufen wollte. Doch die Zuchtsau gebiert weiter in ihrem Zyklus. Für ihn bedeutet das: Die nächsten Wochen gibt es keine Ferkel.

    „Jetzt hilft nur abwarten“, sagt er. Aber er ist guter Dinge, dass sein Hof bald wieder freigegeben wird. Erste Ergebnisse waren negativ.

    Weißwasser ist ein beliebtes Futtermittel

    Aber er kennt auch Betriebe, bei denen Tests positiv ausgefallen sind. „Es geht da um minimale Belastungen, die nur im Urin und nicht im Fleisch nachweisbar sind“, sagt er. Panikmache sei fehl am Platz.

    Weißwasser, das bei der Joghurt-Produktion abfällt, sei ein beliebtes Futtermittel für Schweine, so der Landwirt. Ehrmann gibt es kostenlos ab. Das Erzeugnis enthält Eiweiß und Energie. Und weil es warm ist, mögen es die Tiere besonders gern. „Oder mögen Sie kalte Suppe?“, macht der Landwirt deutlich.

    Das Chloramphenicol gelangte laut Angaben des LGL durch unsachgemäße Entsorgung in das Weißwasser. Gunther Wanner, Pressesprecher der Firma Ehrmann, erklärt, im Unternehmen sei das Antibiotikum bisher – ganz legal – in der Qualitätssicherung eingesetzt worden. Durch den Fehler einer Mitarbeiterin sei es jedoch in das Futtermittel geraten.

    Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, darf jedoch Chloramphenicol nicht verabreicht werden – auch nicht in geringen Mengen. Ehrmann suche nun das Gespräch mit betroffenen Landwirten, um Schäden zu regulieren, sagt Wanner. Die verantwortliche Mitarbeiterin wurde beurlaubt. Und künftig werde die Firma auf die Verwendung des Antibiotikums vorsorglich verzichten.

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